Vollversammlung!

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,

wir laden euch herzlich ein zur

Vollversammlung des 1. Semesters im Bachelor Soziale Arbeit
am Dienstag, den 20.12.16 um 13:30 Uhr in der Versammlungsstätte.

Auf der Vollversammlung wollen wir über das „Gemeinsame Belegen“ als Alternative zum aktuellen Seminarzuteilungsverfahren beraten und abstimmen. Die Idee ist sich gemeinsam über die Seminarverteilung zu einigen, sich inhaltlich mit den Seminaren zu befassen und strukturelle Probleme zu erkennen sowie Initiativen für deren Lösung anzustoßen, statt die Verteilung einem Zufallsgenerator zu überlassen. Das Konzept findet ihr hier auf der Website des FSR Soziale Arbeit.

Für die Versammlung schlagen wir folgende Tagesordnung vor:

  1. Begrüßung
  2. Einleitung in das Gemeinsame Belegen und aktueller Stand des Verfahrens
  3. Diskussion
  4. Abstimmung

Nach dem Probelauf in der Projektwoche haben wir viele Anregungen für die Ablaufplanung einbezogen und arbeiten derzeit eine Feinplanung aus, welche in den nächsten Tagen fertiggestellt und auch auf der FSR-Website eingestellt wird.

Wir freuen uns auf eine lebendige und produktive Vollversammlung!

Die Vorbereitungsgruppe Gemeinsames Belegen

Projektwoche WiSe 16/17

Gemeinsames Belegen: Für eine Alternative zum Zuteilungsverfahren
Dienstag, 22.11.16, 13:45 – 15:45 Uhr, Versammlungsstätte

Früher sind Studierende zu Beginn des Semesters einfach in die Seminare gegangen, die sie interessierten, ohne sich zu koordinieren. Das führte zu viel Chaos und erschwerte die Lehr- und Lernbedingungen zusätzlich.

Das Zuteilungsverfahren wie es jetzt ist, sollte ein Kompromiss sein zwischen individueller Beliebigkeit und einem starr vorgegebenen Stundenplan als Lösung. Doch zufriedenstellend ist es nicht (zufälliges Auslosen, überfüllte Seminare, genervte Studierende und Lehrende etc.). Aus der zunehmenden Kritik daran haben Studierende und Lehrende sich in den vergangenen Semestern mit möglichen Alternativen auseinandergesetzt.

Eine davon ist das „Gemeinsame Belegen“, ein Konzept, das bereits an der Alice-Salomon-Hochschule für Soziale Arbeit in Berlin erfolgreich praktiziert wird.
Im Kern geht es darum: Sich gemeinsam – bei Bedarf moderiert – über Wünsche, Interessen, Gründe, warum man ein Seminar besuchen möchte, etc. kooperativ zu verständigen und zu einigen. Damit wollen wir nicht nur die Seminare in einer kürzeren Zeit verteilen, sondern sie auch mit neuen Anregungen beginnen (statt passiv vor dem Computer zu sitzen und die Daumen zu drücken, dass man „gewinnt“).

Auf der Veranstaltung wollen wir einen Probedurchlauf durchführen, bei dem das Verfahren vorgestellt und dann an einer exemplarischen Wahl erprobt werden soll. Dabei können wir uns alle ein genaueres Bild machen, Fragen klären oder neue aufwerfen.

Das Straßenkinderprojekt KIDS: Es ist Zeit für eine Wende der Privatisierungspolitik!
Mittwoch, 23.11.16, 10:00 – 12:00 Uhr, im ZG 10 (Zwischengeschoss)

Aktuell droht das KIDS, Deutschlands größtes Straßenkinderprojekt am Hauptbahnhof, die räumliche Grundlage seiner Arbeit dauerhaft zu verlieren: Im Oktober wurden dem KIDS seine Räume im Bieberhaus, welche seit 1993 genutzt wurden, gekündigt. Als kurzfristige Zwischenlösung sollen Container in der Nähe des Hauptbahnhofs dienen, eine langfristige Perspektive fehlt jedoch, was bereits jetzt die jugendlichen Nutzerinnen und Nutzer gefährdet.

Im Jahre 2006 wurde das Bieberhaus zusammen mit 38 anderen Immobilien, die sich im Eigentum der Stadt Hamburg befanden, an die neu gegründete Investmentgesellschaft Alstria verkauft. Deren Geschäftsmodell basiert darauf, Gebäude ihren früheren Eigentümern teuer zurück zu vermieten.
Im Rahmen des Konzepts eines „sauberen Hauptbahnhofs“ vom Senat soll das KIDS nun einem protzigen Eingang für die „Belétage“ im 1. Stock weichen.

Was mit dem KIDS passiert, ist ein deutliches Beispiel der Konsequenzen von Privatisierungspolitik: Durch diese Politik wird das Allgemeinwohl hinter die Profitinteressen einzelner zurückgedrängt. Der Ausverkauf städtischen Eigentums bzw. Allgemeineigentums, erweist sich immer als schädlich für die Gesellschaft und die sozialen Belange der Menschen der Stadt. So wie der Verkauf des Landesbetriebs Krankenhäuser an den Asklepios-Konzern hat auch der Verkauf des Bieberhauses zu einem Verlust von demokratischen Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten geführt.

Auf der Veranstaltung wollen wir mit Burkhard Czarnitzki vom KIDS und Florian Muhl, Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Kindheit und Jugend (LAG KiJu), die Geschichte des Straßenkinderprojektes und den neuen Ansatz in den frühen 90er Jahren der niedrigschwelligen Sozialarbeit kennenlernen, sowie die aktuellen Konflikte diskutieren.
Warum muss das KIDS am Hauptbahnhof bleiben?
Wie können wir als Fachbereich im Sinne des Allgemeinwohls gegen die Privatisierungspolitik eingreifen und das KIDS im Kampf um seine Räume unterstützen?

Mahnwache

anlässlich des 78. Jahrestags der Reichspogromnacht
am Mittwoch, den 9. November 2016 von 15.30 – 17.00 Uhr
Joseph-Carlebach-Platz (Grindelhof).

Kubas medizinischer Internationalismus

Wir möchte euch aufmerksam machen auf eine besondere Veranstaltung: die AG Kritische Mediziner an der Uni Hamburg, Cuba Sí und weitere Soli-Aktive laden ein zu einer Veranstaltung unter dem Titel „Kubas medizinischer Internationalismus“ (Erfolge im Kampf gegen Ebola). Wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist, den Leiter der kubanischen Mission gegen Ebola in Guinea, Dr. med. Graciliano Díaz Bertolo, dafür zu gewinnen.


Was? Diskussionveranstaltung Kubas medizinischer Internationalismus
Wann? Freitag, den 23.09.2016, um 19:00 Uhr
Wo? Hörsaal Anatomie, Gebäude N 61 (auf dem UKE-Gelände).

Der kleine karibische Inselstaat ist – entgegen allen Verleumdungen, politischer und wirtschaftlicher Bekämpfung durch die großen Industrienationen und jahrhundertelanger kolonialer Ausplünderung – international beispiel- und hoffnungsgebend aktiv für die globale Gesundung der Menschheit. Mit einem staatlich organisierten, kostenlos zugänglichen, aufsuchend präventiven Gesundheitswesen gelingt nicht nur, dass in Kuba die geringste Säuglingssterblichkeit der Welt herrscht und die durchschnittliche Lebenserwartung höher ist als in den USA – es werden auch selbstverständlich dauerhaft mehrere Tausend humanistisch ausgebildete, höchstqualifizierte Ärzte in alle Regionen der Welt entsandt, um die medizinische Versorgung von Menschen zu gewährleisten, die sie sonst schlicht nicht bekämen. So entsandte Kuba auch seine eigens gebildete medizinische Eingreifbrigade als erstes Land in die jüngst von Ebola heimgesuchten afrikanischen Länder. Es waren mehr kubanische Ärzte dort aktiv als die gesamten WHO-Länder zusammen stellten. So gelang unter anderem, die Sterblichkeit an Ebola von sonst ca. 90% auf unter 70% zu reduzieren. Worin besteht das Beispielgebende des kubanischen Ansatzes? Was ist wohl möglich, wenn dieses Beispiel in Industrienationen Schule macht? Die Veranstaltung soll dazu beitragen, diese und andere Fragen konsequenzenreich zu beleuchten. Das ist sicher auch perspektivgebend für die Kampagne zur Rekommunalisierung der Krankenhäuser.


Semesterauftakt 2016

Willkommen an der Hochschule
Der Fachschaftsrat stellt sich vor

Der Fachschaftsrat (FSR) ist die studentische Interessenvertretung aller Mitglieder der Fachschaft Soziale Arbeit. Er wird demokratisch auf einer jährlichen Vollversammlung gewählt und vertritt die sozialen, kulturellen und politischen Interessen der Fachschaft. Das geht beispielsweise von BAföG-Fragen über gemeinsame Feten bis hin zu Diskussionsveranstaltungen und Demos.

Als Teil der „Verfassten Studierendenschaft“ – der Verband aller Studierenden, ähnlich einer Gewerkschaft – geht das Vorhandensein des FSRs historisch auf die „68er Studentenbewegung“ zurück. Damals setzten sich die Studierenden der BRD gegen den Vietnamkrieg, die Altfaschisten in den öffentlichen Bereichen und für sozial offene Hochschulen in gesellschaftlicher Verantwortung ein.

In dieser Tradition des „Nie wieder Krieg, Nie wieder Faschismus“ sehen wir uns heute und haben uns als Liste „Kritische Soziale Arbeit“ aufgestellt, um für Frieden, soziale Gleichheit, demokratische Verfügungserweiterung und die kulturelle Emanzipation aller Menschen zu streiten. Dafür sind Waffenexporte und Rüstungsproduktion zu überwinden, Hartz IV und die sogenannte „Schuldenbremse“
abzuschaffen, die politische Meinungs- und Willensbildung zu befördern und durch eine aufgeklärte Lebensweise die allseitige (Persönlichkeits-)Entfaltung zu verwirklichen. Der materielle und kulturelle Reichtum für diese Vorhaben ist vorhanden – er ist nur noch ungleich verteilt.

Um eine solche gesellschaftliche Entwicklung zu ermöglichen, sollten Studium, Lehre und Forschung sich der Lösung dieser aktuellen Probleme widmen. Aus der Sozialen Arbeit heraus sind Konzepte beispielsweise für eine egalitäre Inklusion von Flüchtlingen zu entwickeln, welche nicht entmündigen, oder für ein menschenwürdiges Arbeitslosengeld, in dem Menschen nicht mehr wie
Untertanen behandelt werden, sondern ihnen würdevoll und in ihrer Entwicklung förderlich begegnet wird.

Diese Konzepte können nur durch offenherzigen Meinungsstreit in Vorlesungen, Seminaren und Veranstaltungen entwickelt werden. Deshalb ist es von großer gesellschaftlicher Bedeutung, wenn wir uns als Studierende nicht von Regelstudienzeits- Behauptungen (diese ist in Wirklichkeit eine Mindeststudienzeit), Klausurterror (die Prüfungen sollten eh  verringert werden) und Mißtrauen (wer
solidarisch ist, kann auf Andere setzen) einschüchtern oder entmutigen lassen.

Einige echte Reformschritte, die wir in diesem Sinne als FSR für das kommende Semester planen, an denen sich alle beteiligen können:

  • die Ersetzung des Roulette-Seminarverteilverfahrens durch das  „gemeinsame Belegen“
  • die Einrichtung einer auskömmlichen Praktikumsvergütung durch die  Stadt Hamburg
  • die starke Reduzierung von benoteten Prüfungen und Klausuren im  Studienplan
  • die Abschaffung des Master-NCs und den weiteren Ausbau der Masterplätze

„Man wird sagen, es sei recht wenig, was das einzelne Individuum seinen Kräften gemäß zu ändern vermag. Was nur bis zu einem gewissen Punkt stimmt. Denn der einzelne kann sich mit all denen zusammenschließen, die dieselbe Veränderung wollen, und wenn diese Veränderung vernünftig ist, kann der einzelne sich in einem imponierenden Ausmaß vervielfachen und eine Veränderung erzielen, die
viel radikaler ist, als es aufden ersten Blick möglich erscheint. Gesellschaften, denen ein Einzelner angehören kann: sie sind sehr zahlreich, zahlreicher, als es zunächst scheint. Durch diese »Gesellschaften« hat der Einzelne teil am Menschengeschlecht. “
Antonio Gramsci, „Mensch als Ensemble seiner Verhältnisse“, Gefängnishefte, §54

Durch Freundlichkeit, Sorgfalt und Anteilnahme erhält alles Weitere menschliche Gestalt. Von der Mehrheit für die Mehrheit.

Semesterausklang

Versinken „WIR“ wieder im Fußballfieber – und lassen uns ablenken von aktuellen Auseinandersetzungen? Die Antwort lautet doch überwiegend: Nein. Viele haben gelernt, z.B. aus der Kritik und Ablehnung von Olympia.
 
Das aktuelle von FiFa und Co organisierte EM- Kommerzspektakel hat bis auf formale Richtlinien nichts mehr mit dem kooperativen Gemeinschaftssport gemein. Dass Wenige sich dabei eine goldene Nase verdienen und Viele darunter leiden ist inzwischen weit verbreitet. Aus diesem Grund wird vermehrt – statt mehr Fähnchen an den Autotüren – der Ausbau des Breitensports, der gemeinsamen Sporthallen und -Plätze gefordert, sowie ein gesamtstädtisches soziales Entwicklungskonzept. So macht auch Fußball wieder Spaß.
 
Auf dieser Spur war zur WM 2014 bereits „die Anstalt“ unterwegs und deckte genüsslich verärgert dreiste Korruptionsaffären auf.

Nach dem Film wollen wir bei Musik und Tanz das Semester ausklingen lassen.

Mittwoch, 06.07.16, 18:30 Uhr
Kontrabar (R.0.15)
Filmabend mit der Sendung „Die Anstalt“ und Semesterausklang

Projektwoche SoSe 16

Es ist wieder soweit: Nächste Woche (23.05. – 27.05.16 ) findet wieder die Projektwoche statt.
Diese Projektwoche gibt es nicht schon immer, sondern sie wurde vor ca. 6 Semestern aus Engagement von Studierenden und Lehrenden entwickelt und daraufhin fest ins Modul Tableau aufgenommen.
Und auch weiter lebt sie davon, dass wir zusammen Veranstaltungen/ Diskussionen/ Exkursionen etc. gestalten und besuchen.
Im Rahmen der Projektwoche haben wir die beste Möglichkeit Themen und Fragestellungen vertieft nach zu gehen, welche im „normalen Seminar Alltag“ zu kurz kommen.

Dabei bietet sich auch Gelegenheit gemeinsam Rückschlüsse für z.B. unsere Studienorganisation zu ziehen: Welche Inhalte sollten auch über die Projektwoche hinaus mehr in Seminaren thematisiert werden? Welche Bedingungen in einem Seminar/ im Studium erschweren dabei freiere und langfristige Diskussionen über Fragestellungen? Denn genauso, wie die Projektwoche entstand und weiterentwickelt wird, gilt es auch für das ganze Studium: Wir können es mitgestalten!


Not- wendig: parteiliche Soziale Arbeit

Seit letztem Jahr wird in der Grundordnung der HAW der Anspruch der Hochschulmitglieder festgehalten „[…] sich in Lehre, Forschung und Weiterbildung nachhaltig für die friedliche, soziale, […] Entwicklung der Gesellschaft einzusetzen.“ (Beschluss der Grundordnung vom 12.11.2015). Das hat eine Relevanz für alle Bereiche der Hochschule – auch für die Soziale Arbeit: Welche Funktion nehmen wir als (angehende) Sozial ArbeiterInnen in der Gesellschaft ein? Welche Rolle sollen und wollen wir spielen?

„Die Soziale Arbeit“ ist ein widerspruchsvolles Feld: Einerseits hat kaum eine andere Profession einen derart umfassenden Einblick in die Lebenslagen Not-leidener Menschen. Darin liegt die Möglichkeit die gesellschaftlichen Ursachen dieser Lagen zu erkennen und zu benennen, um entsprechend für ihre Überwindung Partei zu ergreifen.

Andererseits wird die Wissenschaft der Sozialen Arbeit, als auch die in ihr Tätigen, dazu eingespannt, die eigentlichen gesellschaftlichen Bedingungen von z.B. Armut, Arbeitslosigkeit, Gewalt und Krankheit in das Individuum hinein zu verlegen und als ein individuelles Problem zu behandeln. Die Gründe für Armut überwinden, oder ihre sozialen Folgen abmindern?

Dieser Konflikt spitzt sich besonders im neoliberalen Paradigmen Wechsel der Sozialpolitik der letzten Jahrzehnte zu: im sogenannten Aktivierenden Sozialstaat wird die Inanspruchnahme politischer und sozialer Grundrechte an Bedingungen und Pflichten geknüpft.

Das hat entsprechende Konsequenzen für die Soziale Arbeit: Soll sie doch dafür nützlicher Helfer sein. Ihre Methoden und Konzepte sollen dabei darauf gerichtet sein, eigentlich strukturell erzeugte Problemlagen, umzudeuten in „Problemgruppen“, welche zum bevorzugten Gegenstand staatlicher Ordnungspolitik werden. Ihre „Verhaltens- und Kompetenzdefizite“ sollen in einem Mix aus Zwang und Förderung unter professioneller Anleitung bearbeitet werden.

Dagegen engagieren sich Sozial ArbeiterInnen als auch Studierende. Sie wollen sich nicht einspannen lassen, sondern machen deutlich: Kriege, Armut, die Verweigerung gesellschaftlicher Teilhabe, also auch Zugang zu Ressourcen – alle diese zentralen Problemlagen der Gesellschaft gründen auf politischen Entscheidungen und sind damit auch adressierbar.

Parteiliche Soziale Arbeit bedeutet, dass wir den Konflikt mit den VertreterInnen und dieser Politik aufnehmen. Das wollen wir in den Veranstaltungen tun:

Welche Interessen stecken hinter dahinter? Wie sollen wir als Sozial ArbeiterInnen mit Hilfe welcher Ideologien eingespannt werden? Wie finden wir das in den Inhalten unseres Studiums wieder? Welche Ansätze gibt es für eine kritische, emanzipatorische Soziale Arbeit?

Die Projektwoche bietet dafür gute Möglichkeiten – auch um aus dem Diskutieren, Erkannten und entwickelten Ideen Konsequenzen für unser weiteres Studium (und Praxis) zu bilden. Alle sind alle herzlich eingeladen.

Montag, 23.05.15, 15:00 – 17:00 Uhr, Raum 2.03
„Das Recht des Kindes, das zu sein, wie es ist.“ (Janusz Korczak)
Für eine Pädagogik der Achtung statt einer Bankierspädagogik
Vortrag und Diskussion mit Prof. em. Dr. Timm Kunstreich (Rauhes Haus, AKS Hamburg)

Der Pädagoge, Arzt und Schriftsteller Janusz Korczak (1878 – 1942) nimmt eine Vorreiterrolle in der Kinderrechtsdiskussion ein. Bevor die internationale Gemeinschaft mit der Genfer Erklärung 1924 eine erste Deklaration über die Rechte der Kinder verabschiedete, appellierte er in seinen Schriften an die Erwachsenen, Kinder als vollwertige Menschen zu achten: Sie haben das Recht, ihre Persönlichkeit frei entfalten zu können. Sie sind weder Objekte, noch Besitz von Erziehern, oder Erwachsenen/Eltern. Erwachsenen falle lediglich die Aufgabe zu, Kindern in ihrer Entwicklung Hilfestellung zu sein und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten zu erweitern. Er entwickelte ein Erziehungsprogramm, das auf dem „Recht des Kindes auf Achtung und Liebe“ aufbaute.

Zusammen mit Timm Kunstreich wollen wir in der Veranstaltung die „Pädagogik der Achtung“ von Janusz Korczak kennen lernen. Dabei wollen wir auch aktuelle problematische Entwicklung in der Kinder- und Jugendarbeit in den Fokus nehmen: Im modernen Gewand finden immer mehr pädagogische Konzepte in der Sozialen Arbeit Einzug, welche eigentlich als überwunden galten. Kinder und Jugendliche sind darin Objekte herrschaftlichen Handelns: mit restriktiven, autoritären Ansätzen wird vor allem auf Anpassung junger Menschen abgezielt, etwa zu Verwertungszwecken (Humankapital). So sollen PädagogInnen z.B. in Stationären Einrichtungen mit einem restriktiven Regelkatalog auf „Abwegen geratene“ Kinder- und Jugendliche wieder auf die richtige, vorgesehene Spur bringen

Anhand des historischen Beispiels einer emanzipatorischen Praxis mit Kinder und Jugendlichen wollen wir in der Veranstaltung für die heutigen (nötigen) Konflikte lernen.

Dienstag, 24.05.16, 19:00 – 21:00 Uhr, Raum 0.18
Die Konferenz der Tiere: Der Film von 1969 Immer noch aktuell!
Filmvorstellung und Diskussion

„1. Alle Grenzpfähle und Grenzwachen werden beseitigt. Es gibt keine Grenzen mehr. 2. Das Militär und alle Schuss- und Sprengwaffen werden abgeschafft. Es gibt keine Kriege mehr. 3. Wissenschaft und Technik sollen ausschließlich im Dienst des Friedens stehen. Es gibt keine Mordwissenschaften mehr. 4. Die Zahl der Büros, Beamten und Aktenschränke wird auf das unerlässliche Mindestmaß herabgeschraubt. Die Büros sind für die Menschen da, nicht umgekehrt.
5. Die bestbezahlten Beamten werden in Zukunft die Lehrer sein. Die Aufgabe, die Kinder zu wahren Menschen zu erziehen, ist die höchste und schwerste Aufgabe. Das Ziel der echten Erziehung soll heißen: Es gibt keine Trägheit des Herzens mehr!“
(Erich Kästner, Konferenz der Tiere, 1949)

Mit dem Friedensvertrag den Kästner in seinem Buch festhält, ist ein Anspruch formuliert, der kurz und prägnant sagt, was notwendig ist.
Inhaltlich geht es in dem Buch darum, dass die Menschen sich und die Erde durch Krieg, Habgier und Umweltzerstörung immer weiter zerstören.
Die 365. Konferenz der Menschen bieten aber für keines der Probleme eine Lösung, so dass Tiere beschließen einzuschreiten und berufen „die erste und letzte Konferenz der Tiere“ ein. Ein Kind pro

Kontinent, stellvertretend für alle Kinder der Welt, sollen mit einbezogen werden.
In einer kindgerechten Alltagswelt zeigt Kästner so den Widerspruch von Wollen, Können und
Sollen und zum Anderen: dass Krieg immer falsch ist und überwunden werden kann und muss.

1969 verfilmte Curt Linda unter Absprache mit Kästner das Buch als Zeichentrickfilm.
Linda arbeitete den Gehalt von Kästners Buch genau auf, schärft z.B. den Antimilitarismus, arbeitet weitere satirische Elemente für „Erwachsene“ ein und nimmt dabei Bezug auf aktuelle Themen (z.B. die Hippie- und Studentenbewegung).
Wir wollen diesen Film zeigen, um zu überlegen, was wir für heutige Konflikte daraus lernen können und dabei einbeziehen, welche Relevanz solche Kinderliteratur für Kindern hat.

Mittwoch, 24.04.16 15:00 – 18:00 Uhr, Raum 2.03
Heute im Angebot: Ein Pfund Odachlosenhilfe! Wie die Logik der Betriebswirtschaft Einzug in die Soziale Arbeit bekam
Workshop mit Tove Soiland (Historikerin aus Zürich)

„Der Effizienzkult in Gesellschaft und Sozialer Arbeit übersieht eines: die Entwicklung von tragfähigen und vertrauensvollen Beziehungen, die den Kern nicht nur gelungener sozialpädagogischer Unterstützung ausmachen, unterscheidet sich grundsätzlich von der Produktion von Dingen“ (Galuske 2008, S.22; Schwarzbuch der Sozialen Arbeit, S.182 )

Soziale Arbeit ist eng verknüpft mit existentiellen Notlagen von Menschen. Fragen zum Menschen- und Weltbild und einer Berufsethik sind daher in der Entwicklung ihrer Profession nicht weg zu denken. Die Frage nach der gesellschaftlicher Verantwortung für soziale Missstände und wie diese zu überwinden sind, spielt dabei eine zentrale Rolle.
Klar scheint, dass Soziale Arbeit zu den „Nonprofit-Bereichen“ der Gesellschaft gehört.
Doch die Entwicklung der letzten Jahrzehnten ist eine andere: Soziale Arbeit wird (genauso wie der Gesundheits- und der Bildungsbereich) immer mehr als Marktprodukt gesehen und verhandelt.

Von einer gesellschaftlich verantwortlichen Instanz soll Soziale Arbeit so in eine Art wirtschaftliches Produktionsunternehmen sozialer Dienstleistungen transformiert werden.
Management- und Marktlogik und damit eine betriebswirtschaftliche Denkweise erhält dabei immer mehr Einzug. Das hat eine nicht zu übersehende Auswirkung darauf, wie Soziale Arbeit  praktiziert und gelehrt wird: Instrumente und Begriffe wie z.B. Marketing, Prozesssteuerung, Output, Effizienz und Führung wachsen an Bedeutung nicht nur für den Alltag der praktizierenden Sozial ArbeiterInnen, sondern auch im Studium steigt ihre Relevanz
So scheint es uns, als sollen wir lernen, was wir machen, so zu verpacken, als würden wir ein Auto herstellen: Statt um fachliche Fragen, geht es um Kennzahlen und messbare Ergebnisse. Soziale Arbeit soll nach „ihrer Leistung“ bewertet und „vermessen“ werden. Finanziert wird nur das, was einen nachweisbaren Effekt habe, effizient sei, sich lohne, was einen Nutzen bringe (aber für wen?).

Akteure der Sozialen Arbeit werden so in eine Rolle gedrängt, die sie zunehmend von ihren eigentlichen Ansprüchen trennt, sie sogar in Widerspruch dazu bringt: Wie lassen sich Fragen zur Ethik der Sozialen Arbeit, zu ihre Fachlichkeit und ihrem Menschenbild einbeziehen, wenn es nur noch darum gehen soll „am Markt zu überleben“? Kann Soziale Arbeit überhaupt betriebswirtschaftlich gemessen, erfasst, gesteuert werden?

Diesen und weiteren Fragen wollen wir zusammen mit Tove Soiland nachgehen. Anhand der zugrundelegenden gesellschaftlichen Entwicklung wollen wir dabei die Interessen hinter der Ökonomisierung der Sozialen Arbeit verstehen und alternative Perspektiven entwickeln.

Filmabend Die Anstalt

Wir wollen uns die Reichen nicht mehr leisten!

Wir laden ein zu einem Filmabend mit der Sendung „Die Anstalt“:
Mittwoch, 18.05.16, 18:30- 20:00 Uhr,
Alexanderstraße 1, Kontrabar (R.0.15)

Die Anstalt ist eine politische Kabarettsendung. Durch die Sendung führen die Kabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner. Zu ihnen gesellen sich bekannte Gäste aus dem Bereich der Kleinkunst. Regisseur der Sendung ist Frank Hof.

Die Folge, welche wir gucken wollen, handelt von der Schere zwischen Reich und Arm. Dabei wird deutlich: Hinter der wachsenen Sozialen Ungleichheit stehen politische Entscheidungen.

Erstes Treffen AG Gemeinsames Belegen

Wir laden ein:
Erstes Treffen AG Gemeinsames Belegen
Montag, 18.04.16, 14:00 Uhr
in der Kontrabar (R.0.15)

Interessengeleitetes Studieren?
Aus der zunehmenden Kritik am jetzigen Zuteilungsverfahren haben Studierende und Lehrende sich in den vergangenen Semestern mit möglichen Alternativen auseinandergesetzt. Um diese und weitere Ideen zu beraten und in die Tat umzusetzen, laden wir zu einem ersten AG Treffen ein.