Kubas medizinischer Internationalismus

Wir möchte euch aufmerksam machen auf eine besondere Veranstaltung: die AG Kritische Mediziner an der Uni Hamburg, Cuba Sí und weitere Soli-Aktive laden ein zu einer Veranstaltung unter dem Titel „Kubas medizinischer Internationalismus“ (Erfolge im Kampf gegen Ebola). Wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist, den Leiter der kubanischen Mission gegen Ebola in Guinea, Dr. med. Graciliano Díaz Bertolo, dafür zu gewinnen.


Was? Diskussionveranstaltung Kubas medizinischer Internationalismus
Wann? Freitag, den 23.09.2016, um 19:00 Uhr
Wo? Hörsaal Anatomie, Gebäude N 61 (auf dem UKE-Gelände).

Der kleine karibische Inselstaat ist – entgegen allen Verleumdungen, politischer und wirtschaftlicher Bekämpfung durch die großen Industrienationen und jahrhundertelanger kolonialer Ausplünderung – international beispiel- und hoffnungsgebend aktiv für die globale Gesundung der Menschheit. Mit einem staatlich organisierten, kostenlos zugänglichen, aufsuchend präventiven Gesundheitswesen gelingt nicht nur, dass in Kuba die geringste Säuglingssterblichkeit der Welt herrscht und die durchschnittliche Lebenserwartung höher ist als in den USA – es werden auch selbstverständlich dauerhaft mehrere Tausend humanistisch ausgebildete, höchstqualifizierte Ärzte in alle Regionen der Welt entsandt, um die medizinische Versorgung von Menschen zu gewährleisten, die sie sonst schlicht nicht bekämen. So entsandte Kuba auch seine eigens gebildete medizinische Eingreifbrigade als erstes Land in die jüngst von Ebola heimgesuchten afrikanischen Länder. Es waren mehr kubanische Ärzte dort aktiv als die gesamten WHO-Länder zusammen stellten. So gelang unter anderem, die Sterblichkeit an Ebola von sonst ca. 90% auf unter 70% zu reduzieren. Worin besteht das Beispielgebende des kubanischen Ansatzes? Was ist wohl möglich, wenn dieses Beispiel in Industrienationen Schule macht? Die Veranstaltung soll dazu beitragen, diese und andere Fragen konsequenzenreich zu beleuchten. Das ist sicher auch perspektivgebend für die Kampagne zur Rekommunalisierung der Krankenhäuser.


Semesterauftakt 2016

Willkommen an der Hochschule
Der Fachschaftsrat stellt sich vor

Der Fachschaftsrat (FSR) ist die studentische Interessenvertretung aller Mitglieder der Fachschaft Soziale Arbeit. Er wird demokratisch auf einer jährlichen Vollversammlung gewählt und vertritt die sozialen, kulturellen und politischen Interessen der Fachschaft. Das geht beispielsweise von BAföG-Fragen über gemeinsame Feten bis hin zu Diskussionsveranstaltungen und Demos.

Als Teil der „Verfassten Studierendenschaft“ – der Verband aller Studierenden, ähnlich einer Gewerkschaft – geht das Vorhandensein des FSRs historisch auf die „68er Studentenbewegung“ zurück. Damals setzten sich die Studierenden der BRD gegen den Vietnamkrieg, die Altfaschisten in den öffentlichen Bereichen und für sozial offene Hochschulen in gesellschaftlicher Verantwortung ein.

In dieser Tradition des „Nie wieder Krieg, Nie wieder Faschismus“ sehen wir uns heute und haben uns als Liste „Kritische Soziale Arbeit“ aufgestellt, um für Frieden, soziale Gleichheit, demokratische Verfügungserweiterung und die kulturelle Emanzipation aller Menschen zu streiten. Dafür sind Waffenexporte und Rüstungsproduktion zu überwinden, Hartz IV und die sogenannte „Schuldenbremse“
abzuschaffen, die politische Meinungs- und Willensbildung zu befördern und durch eine aufgeklärte Lebensweise die allseitige (Persönlichkeits-)Entfaltung zu verwirklichen. Der materielle und kulturelle Reichtum für diese Vorhaben ist vorhanden – er ist nur noch ungleich verteilt.

Um eine solche gesellschaftliche Entwicklung zu ermöglichen, sollten Studium, Lehre und Forschung sich der Lösung dieser aktuellen Probleme widmen. Aus der Sozialen Arbeit heraus sind Konzepte beispielsweise für eine egalitäre Inklusion von Flüchtlingen zu entwickeln, welche nicht entmündigen, oder für ein menschenwürdiges Arbeitslosengeld, in dem Menschen nicht mehr wie
Untertanen behandelt werden, sondern ihnen würdevoll und in ihrer Entwicklung förderlich begegnet wird.

Diese Konzepte können nur durch offenherzigen Meinungsstreit in Vorlesungen, Seminaren und Veranstaltungen entwickelt werden. Deshalb ist es von großer gesellschaftlicher Bedeutung, wenn wir uns als Studierende nicht von Regelstudienzeits- Behauptungen (diese ist in Wirklichkeit eine Mindeststudienzeit), Klausurterror (die Prüfungen sollten eh  verringert werden) und Mißtrauen (wer
solidarisch ist, kann auf Andere setzen) einschüchtern oder entmutigen lassen.

Einige echte Reformschritte, die wir in diesem Sinne als FSR für das kommende Semester planen, an denen sich alle beteiligen können:

  • die Ersetzung des Roulette-Seminarverteilverfahrens durch das  „gemeinsame Belegen“
  • die Einrichtung einer auskömmlichen Praktikumsvergütung durch die  Stadt Hamburg
  • die starke Reduzierung von benoteten Prüfungen und Klausuren im  Studienplan
  • die Abschaffung des Master-NCs und den weiteren Ausbau der Masterplätze

„Man wird sagen, es sei recht wenig, was das einzelne Individuum seinen Kräften gemäß zu ändern vermag. Was nur bis zu einem gewissen Punkt stimmt. Denn der einzelne kann sich mit all denen zusammenschließen, die dieselbe Veränderung wollen, und wenn diese Veränderung vernünftig ist, kann der einzelne sich in einem imponierenden Ausmaß vervielfachen und eine Veränderung erzielen, die
viel radikaler ist, als es aufden ersten Blick möglich erscheint. Gesellschaften, denen ein Einzelner angehören kann: sie sind sehr zahlreich, zahlreicher, als es zunächst scheint. Durch diese »Gesellschaften« hat der Einzelne teil am Menschengeschlecht. “
Antonio Gramsci, „Mensch als Ensemble seiner Verhältnisse“, Gefängnishefte, §54

Durch Freundlichkeit, Sorgfalt und Anteilnahme erhält alles Weitere menschliche Gestalt. Von der Mehrheit für die Mehrheit.

Semesterausklang

Versinken „WIR“ wieder im Fußballfieber – und lassen uns ablenken von aktuellen Auseinandersetzungen? Die Antwort lautet doch überwiegend: Nein. Viele haben gelernt, z.B. aus der Kritik und Ablehnung von Olympia.
 
Das aktuelle von FiFa und Co organisierte EM- Kommerzspektakel hat bis auf formale Richtlinien nichts mehr mit dem kooperativen Gemeinschaftssport gemein. Dass Wenige sich dabei eine goldene Nase verdienen und Viele darunter leiden ist inzwischen weit verbreitet. Aus diesem Grund wird vermehrt – statt mehr Fähnchen an den Autotüren – der Ausbau des Breitensports, der gemeinsamen Sporthallen und -Plätze gefordert, sowie ein gesamtstädtisches soziales Entwicklungskonzept. So macht auch Fußball wieder Spaß.
 
Auf dieser Spur war zur WM 2014 bereits „die Anstalt“ unterwegs und deckte genüsslich verärgert dreiste Korruptionsaffären auf.

Nach dem Film wollen wir bei Musik und Tanz das Semester ausklingen lassen.

Mittwoch, 06.07.16, 18:30 Uhr
Kontrabar (R.0.15)
Filmabend mit der Sendung „Die Anstalt“ und Semesterausklang

Projektwoche SoSe 16

Es ist wieder soweit: Nächste Woche (23.05. – 27.05.16 ) findet wieder die Projektwoche statt.
Diese Projektwoche gibt es nicht schon immer, sondern sie wurde vor ca. 6 Semestern aus Engagement von Studierenden und Lehrenden entwickelt und daraufhin fest ins Modul Tableau aufgenommen.
Und auch weiter lebt sie davon, dass wir zusammen Veranstaltungen/ Diskussionen/ Exkursionen etc. gestalten und besuchen.
Im Rahmen der Projektwoche haben wir die beste Möglichkeit Themen und Fragestellungen vertieft nach zu gehen, welche im „normalen Seminar Alltag“ zu kurz kommen.

Dabei bietet sich auch Gelegenheit gemeinsam Rückschlüsse für z.B. unsere Studienorganisation zu ziehen: Welche Inhalte sollten auch über die Projektwoche hinaus mehr in Seminaren thematisiert werden? Welche Bedingungen in einem Seminar/ im Studium erschweren dabei freiere und langfristige Diskussionen über Fragestellungen? Denn genauso, wie die Projektwoche entstand und weiterentwickelt wird, gilt es auch für das ganze Studium: Wir können es mitgestalten!


Not- wendig: parteiliche Soziale Arbeit

Seit letztem Jahr wird in der Grundordnung der HAW der Anspruch der Hochschulmitglieder festgehalten „[…] sich in Lehre, Forschung und Weiterbildung nachhaltig für die friedliche, soziale, […] Entwicklung der Gesellschaft einzusetzen.“ (Beschluss der Grundordnung vom 12.11.2015). Das hat eine Relevanz für alle Bereiche der Hochschule – auch für die Soziale Arbeit: Welche Funktion nehmen wir als (angehende) Sozial ArbeiterInnen in der Gesellschaft ein? Welche Rolle sollen und wollen wir spielen?

„Die Soziale Arbeit“ ist ein widerspruchsvolles Feld: Einerseits hat kaum eine andere Profession einen derart umfassenden Einblick in die Lebenslagen Not-leidener Menschen. Darin liegt die Möglichkeit die gesellschaftlichen Ursachen dieser Lagen zu erkennen und zu benennen, um entsprechend für ihre Überwindung Partei zu ergreifen.

Andererseits wird die Wissenschaft der Sozialen Arbeit, als auch die in ihr Tätigen, dazu eingespannt, die eigentlichen gesellschaftlichen Bedingungen von z.B. Armut, Arbeitslosigkeit, Gewalt und Krankheit in das Individuum hinein zu verlegen und als ein individuelles Problem zu behandeln. Die Gründe für Armut überwinden, oder ihre sozialen Folgen abmindern?

Dieser Konflikt spitzt sich besonders im neoliberalen Paradigmen Wechsel der Sozialpolitik der letzten Jahrzehnte zu: im sogenannten Aktivierenden Sozialstaat wird die Inanspruchnahme politischer und sozialer Grundrechte an Bedingungen und Pflichten geknüpft.

Das hat entsprechende Konsequenzen für die Soziale Arbeit: Soll sie doch dafür nützlicher Helfer sein. Ihre Methoden und Konzepte sollen dabei darauf gerichtet sein, eigentlich strukturell erzeugte Problemlagen, umzudeuten in „Problemgruppen“, welche zum bevorzugten Gegenstand staatlicher Ordnungspolitik werden. Ihre „Verhaltens- und Kompetenzdefizite“ sollen in einem Mix aus Zwang und Förderung unter professioneller Anleitung bearbeitet werden.

Dagegen engagieren sich Sozial ArbeiterInnen als auch Studierende. Sie wollen sich nicht einspannen lassen, sondern machen deutlich: Kriege, Armut, die Verweigerung gesellschaftlicher Teilhabe, also auch Zugang zu Ressourcen – alle diese zentralen Problemlagen der Gesellschaft gründen auf politischen Entscheidungen und sind damit auch adressierbar.

Parteiliche Soziale Arbeit bedeutet, dass wir den Konflikt mit den VertreterInnen und dieser Politik aufnehmen. Das wollen wir in den Veranstaltungen tun:

Welche Interessen stecken hinter dahinter? Wie sollen wir als Sozial ArbeiterInnen mit Hilfe welcher Ideologien eingespannt werden? Wie finden wir das in den Inhalten unseres Studiums wieder? Welche Ansätze gibt es für eine kritische, emanzipatorische Soziale Arbeit?

Die Projektwoche bietet dafür gute Möglichkeiten – auch um aus dem Diskutieren, Erkannten und entwickelten Ideen Konsequenzen für unser weiteres Studium (und Praxis) zu bilden. Alle sind alle herzlich eingeladen.

Montag, 23.05.15, 15:00 – 17:00 Uhr, Raum 2.03
„Das Recht des Kindes, das zu sein, wie es ist.“ (Janusz Korczak)
Für eine Pädagogik der Achtung statt einer Bankierspädagogik
Vortrag und Diskussion mit Prof. em. Dr. Timm Kunstreich (Rauhes Haus, AKS Hamburg)

Der Pädagoge, Arzt und Schriftsteller Janusz Korczak (1878 – 1942) nimmt eine Vorreiterrolle in der Kinderrechtsdiskussion ein. Bevor die internationale Gemeinschaft mit der Genfer Erklärung 1924 eine erste Deklaration über die Rechte der Kinder verabschiedete, appellierte er in seinen Schriften an die Erwachsenen, Kinder als vollwertige Menschen zu achten: Sie haben das Recht, ihre Persönlichkeit frei entfalten zu können. Sie sind weder Objekte, noch Besitz von Erziehern, oder Erwachsenen/Eltern. Erwachsenen falle lediglich die Aufgabe zu, Kindern in ihrer Entwicklung Hilfestellung zu sein und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten zu erweitern. Er entwickelte ein Erziehungsprogramm, das auf dem „Recht des Kindes auf Achtung und Liebe“ aufbaute.

Zusammen mit Timm Kunstreich wollen wir in der Veranstaltung die „Pädagogik der Achtung“ von Janusz Korczak kennen lernen. Dabei wollen wir auch aktuelle problematische Entwicklung in der Kinder- und Jugendarbeit in den Fokus nehmen: Im modernen Gewand finden immer mehr pädagogische Konzepte in der Sozialen Arbeit Einzug, welche eigentlich als überwunden galten. Kinder und Jugendliche sind darin Objekte herrschaftlichen Handelns: mit restriktiven, autoritären Ansätzen wird vor allem auf Anpassung junger Menschen abgezielt, etwa zu Verwertungszwecken (Humankapital). So sollen PädagogInnen z.B. in Stationären Einrichtungen mit einem restriktiven Regelkatalog auf „Abwegen geratene“ Kinder- und Jugendliche wieder auf die richtige, vorgesehene Spur bringen

Anhand des historischen Beispiels einer emanzipatorischen Praxis mit Kinder und Jugendlichen wollen wir in der Veranstaltung für die heutigen (nötigen) Konflikte lernen.

Dienstag, 24.05.16, 19:00 – 21:00 Uhr, Raum 0.18
Die Konferenz der Tiere: Der Film von 1969 Immer noch aktuell!
Filmvorstellung und Diskussion

„1. Alle Grenzpfähle und Grenzwachen werden beseitigt. Es gibt keine Grenzen mehr. 2. Das Militär und alle Schuss- und Sprengwaffen werden abgeschafft. Es gibt keine Kriege mehr. 3. Wissenschaft und Technik sollen ausschließlich im Dienst des Friedens stehen. Es gibt keine Mordwissenschaften mehr. 4. Die Zahl der Büros, Beamten und Aktenschränke wird auf das unerlässliche Mindestmaß herabgeschraubt. Die Büros sind für die Menschen da, nicht umgekehrt.
5. Die bestbezahlten Beamten werden in Zukunft die Lehrer sein. Die Aufgabe, die Kinder zu wahren Menschen zu erziehen, ist die höchste und schwerste Aufgabe. Das Ziel der echten Erziehung soll heißen: Es gibt keine Trägheit des Herzens mehr!“
(Erich Kästner, Konferenz der Tiere, 1949)

Mit dem Friedensvertrag den Kästner in seinem Buch festhält, ist ein Anspruch formuliert, der kurz und prägnant sagt, was notwendig ist.
Inhaltlich geht es in dem Buch darum, dass die Menschen sich und die Erde durch Krieg, Habgier und Umweltzerstörung immer weiter zerstören.
Die 365. Konferenz der Menschen bieten aber für keines der Probleme eine Lösung, so dass Tiere beschließen einzuschreiten und berufen „die erste und letzte Konferenz der Tiere“ ein. Ein Kind pro

Kontinent, stellvertretend für alle Kinder der Welt, sollen mit einbezogen werden.
In einer kindgerechten Alltagswelt zeigt Kästner so den Widerspruch von Wollen, Können und
Sollen und zum Anderen: dass Krieg immer falsch ist und überwunden werden kann und muss.

1969 verfilmte Curt Linda unter Absprache mit Kästner das Buch als Zeichentrickfilm.
Linda arbeitete den Gehalt von Kästners Buch genau auf, schärft z.B. den Antimilitarismus, arbeitet weitere satirische Elemente für „Erwachsene“ ein und nimmt dabei Bezug auf aktuelle Themen (z.B. die Hippie- und Studentenbewegung).
Wir wollen diesen Film zeigen, um zu überlegen, was wir für heutige Konflikte daraus lernen können und dabei einbeziehen, welche Relevanz solche Kinderliteratur für Kindern hat.

Mittwoch, 24.04.16 15:00 – 18:00 Uhr, Raum 2.03
Heute im Angebot: Ein Pfund Odachlosenhilfe! Wie die Logik der Betriebswirtschaft Einzug in die Soziale Arbeit bekam
Workshop mit Tove Soiland (Historikerin aus Zürich)

„Der Effizienzkult in Gesellschaft und Sozialer Arbeit übersieht eines: die Entwicklung von tragfähigen und vertrauensvollen Beziehungen, die den Kern nicht nur gelungener sozialpädagogischer Unterstützung ausmachen, unterscheidet sich grundsätzlich von der Produktion von Dingen“ (Galuske 2008, S.22; Schwarzbuch der Sozialen Arbeit, S.182 )

Soziale Arbeit ist eng verknüpft mit existentiellen Notlagen von Menschen. Fragen zum Menschen- und Weltbild und einer Berufsethik sind daher in der Entwicklung ihrer Profession nicht weg zu denken. Die Frage nach der gesellschaftlicher Verantwortung für soziale Missstände und wie diese zu überwinden sind, spielt dabei eine zentrale Rolle.
Klar scheint, dass Soziale Arbeit zu den „Nonprofit-Bereichen“ der Gesellschaft gehört.
Doch die Entwicklung der letzten Jahrzehnten ist eine andere: Soziale Arbeit wird (genauso wie der Gesundheits- und der Bildungsbereich) immer mehr als Marktprodukt gesehen und verhandelt.

Von einer gesellschaftlich verantwortlichen Instanz soll Soziale Arbeit so in eine Art wirtschaftliches Produktionsunternehmen sozialer Dienstleistungen transformiert werden.
Management- und Marktlogik und damit eine betriebswirtschaftliche Denkweise erhält dabei immer mehr Einzug. Das hat eine nicht zu übersehende Auswirkung darauf, wie Soziale Arbeit  praktiziert und gelehrt wird: Instrumente und Begriffe wie z.B. Marketing, Prozesssteuerung, Output, Effizienz und Führung wachsen an Bedeutung nicht nur für den Alltag der praktizierenden Sozial ArbeiterInnen, sondern auch im Studium steigt ihre Relevanz
So scheint es uns, als sollen wir lernen, was wir machen, so zu verpacken, als würden wir ein Auto herstellen: Statt um fachliche Fragen, geht es um Kennzahlen und messbare Ergebnisse. Soziale Arbeit soll nach „ihrer Leistung“ bewertet und „vermessen“ werden. Finanziert wird nur das, was einen nachweisbaren Effekt habe, effizient sei, sich lohne, was einen Nutzen bringe (aber für wen?).

Akteure der Sozialen Arbeit werden so in eine Rolle gedrängt, die sie zunehmend von ihren eigentlichen Ansprüchen trennt, sie sogar in Widerspruch dazu bringt: Wie lassen sich Fragen zur Ethik der Sozialen Arbeit, zu ihre Fachlichkeit und ihrem Menschenbild einbeziehen, wenn es nur noch darum gehen soll „am Markt zu überleben“? Kann Soziale Arbeit überhaupt betriebswirtschaftlich gemessen, erfasst, gesteuert werden?

Diesen und weiteren Fragen wollen wir zusammen mit Tove Soiland nachgehen. Anhand der zugrundelegenden gesellschaftlichen Entwicklung wollen wir dabei die Interessen hinter der Ökonomisierung der Sozialen Arbeit verstehen und alternative Perspektiven entwickeln.

Filmabend Die Anstalt

Wir wollen uns die Reichen nicht mehr leisten!

Wir laden ein zu einem Filmabend mit der Sendung „Die Anstalt“:
Mittwoch, 18.05.16, 18:30- 20:00 Uhr,
Alexanderstraße 1, Kontrabar (R.0.15)

Die Anstalt ist eine politische Kabarettsendung. Durch die Sendung führen die Kabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner. Zu ihnen gesellen sich bekannte Gäste aus dem Bereich der Kleinkunst. Regisseur der Sendung ist Frank Hof.

Die Folge, welche wir gucken wollen, handelt von der Schere zwischen Reich und Arm. Dabei wird deutlich: Hinter der wachsenen Sozialen Ungleichheit stehen politische Entscheidungen.

AufRecht bestehen! Ratschlag zur Verteidigung sozialer Grundrechte

Der Arbeitskreis Kritische Sozialearbeit Hamburg, das Hamburger Netzwerk SGB II und der Flüchtlingsrat Hamburg lädt zu einem Ratschlag ein, auf den wir euch aufmerksam machen wollen:

„Politische und soziale Grundrechte, wie sie seit 50 Jahren in der UN Grundrechte-Charta verankert sind, gelten im Selbstverständnis unserer modernen Gesellschaft als garantiert. Dennoch wird die Inanspruchnahme sozialer Rechte politisch zunehmend an Bedingungen und Pflichten geknüpft. Die Forderung, dass Menschen, die sozialstaatliche Hilfe und Leistungen in Anspruch nehmen, sich im Rahmen disziplinarischer und  autoritärer Normen bewähren sollen, mutiert zum gesellschaftlichen Konsens. Hierzu einige Beispiele:

  • Wer auf Hartz IV angewiesen ist, muss sich zu jeder vom Amt verordneten Arbeit bereitfinden, ist von der Streichung des Existenzminimum bedroht oder darf ohne die Einwilligung vom Amt nicht von zu Hause ausziehen.
  • Wer als Jugendliche_r in die Heimerziehung kommt, hat sich oft einem Reglement zu unterwerfen, das soziale Kontakte und Ausgangszeiten einschränkt. Mangelnde Anpassung gilt als nicht zu tolerierender  Widerstand, der gebrochen werden muss.
  • Wer Drogen gebraucht und auf alltägliche Überlebenshilfe angewiesen ist, bekommt diese häufig nur, wenn er oder sie Entzugswilligkeit zeigt oder vortäuscht.
  • Wer in der Psychatrie auf qualifizierte therapeutische Hilfe hofft, muss sich damit abfinden, eher mit Medikamenten ruhig gestellt zu werden, weil das Personal fehlt.
  • Wer als Geflüchtete_r aus dem falschen Land kommt, muss damit rechnen als Wirtschaftsflüchtling stigmatisiert, von Sozialleistungen ausgeschlossen und zur „freiwilligen“ Ausreise gedrängt zu werden.

Gegen die Aushöhlung bürgerlicher und sozialer Grundrechte und die Akzeptanz repressiver pädagogischer Konzepte in der Verwaltungspraxis wie in der Sozialen Arbeit müssen wir für ein emanzipatorisches
Menschenbild, humane Werte und soziales Fachwissen eintreten.

Der Ratschlag lädt alle sozialpolitisch Interessierten und Aktiven ein, sich über die Situation in den verschiedenen sozialen Bereichen auszutauschen und politische Handlungsmöglichkeiten auszuloten.
Nach kurzen Inputs aus den Bereichen SGB II, Jugendhilfe, Flucht und Migration, Drogenhilfe und Psychiatrie werden wir in themenübergreifende Gruppen die Analysen und Forderungen diskutieren. Diese können wir dann am Tag darauf gemeinsam laut und bunt auf die Straße tragen.

Ratschlag:
Zeit: Am Mittwoch, den 13.04.2016, von 17.00 bis 21.00 Uhr
Ort: Cafeteria der Stadtteilschule St. Pauli, Bernhard-Nocht-Str. 12 Veranstalter_innen: Arbeitskreis Kritische Sozialarbeit Hamburg; Hamburger Netzwerk SGB II; Flüchtlingsrat Hamburg

            Für einen Abendimbiss wird gesorgt.
            Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Kundgebung und Straßen Aktion:
Do, 14.4.16 um 17 Uhr, Ida-Ehre-Platz / Mönckebergstrasse
Wir rufen zur zahlreichen Teilnahme auf!“

Semesterabschlussfeier

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg sieht sich in der Verpflichtung, in ihrem
wissenschaftlichen und didaktischen Wirken und Verwaltungshandeln gesellschaftliche Verantwortung
zu übernehmen und sich in Lehre, Forschung und Weiterbildung nachhaltig für die friedliche
soziale, politische, technische, ökologische und ökonomische Entwicklung der Gesellschaft einzusetzen.
Forschung, Lehre und Studium an der HAW Hamburg sind friedlichen Zielen verpflichtet.
„Zivilklausel“-Beschluss des Hochschulsenat der HAW Hamburg vom 12.11.2015

Das Wintersemester 2015/16 geht zu Ende. Wir finden, dass dieses Semester viel bewegt wurde: Von der Abwahl einer undemokratisch agierenden Hochschulpräsidentin und einem zu oft gegen die Hochschulmitglieder arbeitenden Kanzler, dem Beschluss einer Zivil – und Antidiskriminierungs Klausel in der Grundordnung der Hochschule, bis hin zu der bei allen Schwierigkeiten erfolgreichen Wahl zum Studierendenparlament.
Oft geht es im (Studien-)Alltag und dem Vielen was anliegt unter, sich die gemeinsamen Erfolge und Errungenschaften, die neu geschaffenen Möglichkeiten, auf denen wir im neuen Semester anknüpfen können, bewusst zu machen und diese zusammen zu feiern!

Desswegen laden wir alle zur Semesterabschlussfeier ein:
Donnerstag, 28.01.16, ab 18:00 Uhr
Alexanderstraße 1, Kontrabar (R. 0.15)
Zu Beginn wollen wir den Film „Pappa Ante Portas“ von Loriot gucken
Danach: Musik & Tanz

Wir wollen feiern:

Hochschulen für den Frieden: Zivilklausel!
Im November hat der Hochschulsenat (höchstes demokratisches Gremium der akademischen Selbstverwaltung der Hochschule) eine Zivil- und Solidaritätsklausel für die Präambel der Grundordnung der HAW beschlossen. Darin wird die gesellschaftliche Verantwortung der HAW für eine positive gesellschaftliche Entwicklung betont, sowie sich gegen Rassismus und Diskriminierung positioniert.
Diese Kriterien als Leitsatz der Aktivitäten der Hochschulmitglieder weisen darauf hin, wie wichtig es ist, dass (und wie) Hochschulen sich innerhalb gesellschaftlicher Auseinandersetzungen positionieren – gerade in der aktuellen Weltlage.

Parteiliche Wissenschaft: Solidarität mit Geflüchteten! & Etwas Besseres als Olympia!
In diesem Sinne wurde sich von etlichen Stellen der Hochschule in die Flüchtlingspolitik eingemischt und aus den Wissenschaften Partei ergriffen für die vor Krieg und Armut geflüchteten Menschen.
Auch in der Auseinandersetzung um die Austragung der Olympischen Spiele in Hamburg trugen die aufklärenden Aktivitäten aus den Hochschulen einiges dazu bei, dass – trotz der intensiv unternommenen medial unterstützten Eingemeindungs-Kampagnen – die richtige Entscheidung getroffen wurde: Dass etwas ganz anderes anliegt als so ein auf Geschäfte abzielenes Großprojekt!
Hochschulen, das heißt alle in ihr Tätigen (ob in der Forschung, oder in den Seminaren), haben hohe Bedeutung aufklärend zu wirken: Gegen alle Lügen und Verklärungen, wie Fremdenfeindlichkeit, Meinungsmobilisierung zu Kriegen etc. die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Kritische Bildung statt Bulimielernen!
Ein Beispiel für eine solche Parxis an den Hochschulen ist die Projektwoche an unserem Department. In dieser gingen wir z.B. Fragen nach wie:
Was sind die Grundzüge eines (humanitären) Ausländerrechts? Worin besteht die Entfremdung in unserer Gesellschaft? Kann eine Antidiskriminierungspädagogik innerhalb Konkurrenzhafter gesellschaftlichen Strukturen gelingen? Wie müssen die stationäre Erziehungshilfen in Hamburg weiter entwickelt werden?
Diesen (und weiteren) gesellschaftlichen Herausforderungen stellten wir uns in den zahlreichen Veranstaltungen – hier wird deutlich, welches Potential im Studium stecken kann, wenn es von Restriktionen befreit wird. Diesen Fragestellungen mit genügend Zeit näher nachgehen, statt uns von Creditpoints, Klausuren und Noten treiben zu lassen. Raus aus dem Trott des BA/MA- Hamsterrades!

Demokratie statt Hierarchie
Damit diese Entwicklungstendenz an der HAW von uns weiter ausgebaut werden kann, sind noch einige Hürden zu überwinden.
Dies gelingt nur in einer demokratisch organisierten Hochschule, der alle Mitglieder zusammen ermöglicht, sich an den Entwicklungen zu beteiligen. Das Widerspricht der Haltung, dass Hochschulen Unternehmen seien und entsprechend samt ihrer Mitglieder von Oben gemanagt werden müssten. Für eine solche gegen die Interessen der Mitglieder gerichtetes Agieren mussten die ehem. Präsidentin und Kanzler die Hochschule verlassen. Diese Entscheidung des Hochschulsenat ist ein in neuer Qualität gesetztes Statement für gelebte Demokratie.
Auch die Wahl des neuen Studierendenparlaments in der Verfassten Studierendenschaft unterstreicht dies und schafft für die Studierenden neue Möglichkeit, wieder bedeutender Akteur in den Auseinandersetzungen an den Hochschulen, der Stadt und darüber hinaus zu werden. Dies gilt es jetzt weiter zu verfolgen, u.a. bei der AStA Wahl.

Im Lichte dieser Entwicklungen stehen auch die aktuelle Fragestellungen, an denen Mitglieder des Departments zusammen arbeiten:

  • Wie stellen wir uns die Begrüßung neuer Studierenden vor und was wollen wir in diesem Sinne an der OE ändern?
  • Wie soll das neue demokratische Entscheidungsgremium auf der Departmentebene („Departmentrat“) ausgestaltet sein?
  • Welche Bedeutung hat die beschlossene Zivilklausel der HAW für unser Department?
  • Wie gelingt es, die vielen Aktivitäten zur Lage der Flüchtlinge mehr zusammen zu bringen und welche Konsequenzen hat die Situation auf unser Studium?
  • Wie können wir die prekäre Situation des Studiuminternen Praktikums ändern?

Alle sind eingeladen sich daran zu beteiligen, der FSR kann für dieses Engagement ein Organisationspunkt sein.

Projektwoche WiSe 15/16

Wie jedesmal haben Studierende zusammen mit Lehrenden eine Woche frei Veranstaltungen nach selbstgesetzten Themen organisiert. Diesesmal steht das Thema Flucht im Fokus.

Mittwoch, 25.11.15, 15:00 – 17:30 Uhr, Kontrabar (R.0.15)
„Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört“
Zur Überwindung der Fluchtursachen aus der Wissenschaft
Diskussionsveranstaltung mit dem Sozialwissenschaftler Prof. Dr. phil. Richard Sorg

„Jeder hat als Mitglied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicherheit und Anspruch darauf, durch innerstaatliche Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit sowie unter Berücksichtigung der Organisation und der Mittel jedes Staates in den Genuß der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte zu gelangen, die für seine Würde und die freie Entwicklung seiner Persönlichkeit unentbehrlich sind.“
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UN (1948), Artikel 22

Ob im Fahrgastfernsehen, in den Schlagzeilen der üblichen Zeitungen oder im Internet, fast überall wird die „Flüchtlingskrise“ propagiert. Medial soll das Bild vermittelt werden, eine „Flüchtlingsbewegung“ würde unerwartet wie eine Welle über uns schwappen, die unsere Sozialstrukturen zu überlasten drohe. Politiker streiten, ob „wir das schaffen“ oder eben nicht – was genau, bleibt unklar. Das wirft viele Widersprüche auf: Offensichtlich versuchen Menschen nicht auf lebensgefährlichen Wegen andere Länder zu erreichen, um sich hier in „unserem Sozialstaat“ bequem zu machen, sondern werden von Krieg und Armut vertrieben. Das erkennend versuchen tausende Menschen ihnen Schutz zu ermöglichen – während sich auf Staatsebene auf der ehrenamtlichen Hilfe ausgeruht wird. Bekannt ist auch, dass eben die Politiker, die dieser menschlichen Verantwortung nicht nachkommen, die Geschäfte mit Rüstung und Waffen (auch jetzt noch steigend) unterstützen. Geschäfte werden in der BRD viele gemacht – der eigentliche Reichtum ist entsprechend hoch. So ist es in Hamburg z.B. plötzlich kein Problem Millionen Euro allein auf die Bewerbung für die Olympischen Spiele zu setzen. Das irritiert: Scheint doch die langjährige Ansage an Sozial-, Kultur-, und Bildungseinrichtungen, vor Geldknappheit keine andere Wahl zu haben als alles zusammen zu kürzen, hier nicht zu gelten. Das Geld ist also da, ob in Hamburg, oder der BRD – Weltweit gilt: Kein Mensch müsste in Armut und Not leben, die Möglichkeiten zur Erfüllung des oben zitierten Anspruches der Menschenrechte sind lange da. Stattdessen wird aber die Not verstärkt, schlafen hier die Geflüchteten eingepfercht in Zelten, bekommen die überlasten HelferInnen keine Ressourcen. Das lässt erahnen, dass die eigentliche Krise ganz wo anders liegt, als in den Menschen, die hier Schutz suchen. Um an dieser Krise und die daraus resultierenden Notlagen etwas zu ändern, wollen wir den Ursachen näher auf den Grund gehen.

In der Veranstaltung wollen wir daher mit Unterstützung des Sozialwissenschaftlers Prof. Dr. phil. Richard Sorg verstehen, welche Zusammenhänge zwischen den Widersprüchen bestehen und mit einem internationalen Blick den Ursachen der oberflächlichen Erscheinungen auf den Grund gehen: Was sind die Fluchtursachen? Welche Interessen stehen hinter den Kriegen? Welche Rolle spielt Deutschland im internationalen Kontext? Und: Wie können wir aus den Wissenschaften, aus unserem Studium zu einer Überwindung des Elends beitragen?

Öffentlich statt Privat: Kein Profit mit Hamburgs Krankenhäusern!

1. Fachtagung zur Rekommunalisierung des Hamburger Landesbetriebs Krankenhäuser

Freitag, 13. November 2015
Hamburger Rathaus (Bürgersaal)
10:30 – 16:00 Uhr

u.a. mit VertreterInnen von attac, Die LINKE, Personalvertretungen (ver.di), Interessenverband Kommunaler Krankenhäuser

Gesundheit ist ein hohes Gut des Menschen, das laut der UN-Gesundheitsorganisation (WHO) als „Zustand völligen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur als das Freisein von Krankheit und Gebrechen“ definiert wird. Sie ist wichtig für gesellschaftliche Teilhabe, sie ist ein Menschenrecht.

Aus dem Gesundheitswesen ist aber schon lange ein Markt gemacht worden, auf dem private Krankenhauskonzerne (ebenso die Pharma- und Geräteindustrie) ein Geschäft mit der Krankheit von Menschen machen und dabei auch über Leichen gehen.

In Hamburg wurde im Jahre 2004 von der CDU-FDP-Schill-Regierung der damalige Landesbetrieb Krankenhäuser (und damit der Großteil der klinischen Versorgungsstruktur) an Asklepios verhökert – gegen den Willen und Widerstand der Bevölkerung: 77% stimmten in einem Volksentscheid gegen den Ausverkauf.

Die Folgen sind für alle katastrophal: Die Krankenhausbeschäftigten werden krank und die Patientinnen und Patienten nicht gesünder. Explodierende Fallzahlen; immer weniger und schlechter bezahltes, auf 5-Minuten-Medizin und Quotenerfüllung getrimmtes Personal; „blutige“ Entlassungen; massive Zunahme gewinnbringender, aber unnötiger Eingriffe; wachsendes Infektionsrisiko, usw. gehören zum Geschäft.

Wie schädlich und katastrophal desorganisiert ein marktförmiges Gesundheitswesen ist, wird nun besonders drastisch durch die Lage der Geflüchteten deutlich, deren (selbst mitunter notfallmäßige) Versorgung schlichtweg nicht stattfände, würden nicht vielerlei engagierte Akteure das Fehlen verlässlicher öffentlicher Strukturen stetig kompensieren.

Die Erkenntnis reift: Damit der Mensch gesund wird, muss die Versorgung nach dem tatsächlichen menschlichen Bedarf ausgerichtet werden, nicht nach dem Profit! Daher muss die Gesundheitsversorgung den Geschäftemachern entzogen und in öffentliches Eigentum und demokratische Kontrolle überführt werden.
Nur so können die medizinischen Herausforderungen der Gegenwart angenommen, Krankheiten am Entstehen gehindert und eine menschenwürdige Gesundheitsversorgung verwirklicht werden. Gesundheit ist für alle möglich, ebenso die strukturelle, präventive Reduzierung von – auch bisher für unheilbar erklärten – Krankheiten. Dafür muss Gesundheit allen zugänglich sein, muss der Mensch als soziales Wesen mit Interessen und Bedürfnissen ernstgenommen und auf gleicher Augenhöhe angesprochen werden. Das ist konkreter Sinn und inhaltliche Richtung der Rekommunalisierung der Krankenhäuser.

Bei der Tagung sollen deshalb mit engagierten Fachleuten und allen Interessierten Schritte in Richtung Rekommunalisierung in Hamburg diskutiert, und so auch zur Bildung eines Bündnisses beigetragen werden.

Dazu sind alle herzlich eingeladen.

Programm:

10:30 Uhr Anmelden, Kaffee
11:00 Uhr Begrüßung
Kristian Glaser (Landesvorstand LINKE Hamburg)
Dora Heyenn (LINKE, Mitglied d. Hamb. Bürgerschaft, fraktionslos)

Teil 1 – Analyse und Grundsätzliches zur Entwicklung des
Gesundheitssystems bzw. der Krankenhäuser (Daseinsvorsorge, Sozialstaat, Kommerzialisierung/Ökonomisierung, Gesundheit/ Krankheit)
11:20 Uhr Krankenhäuser als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge
Referent: Manfred Fiedler (attac)
11:50 Uhr Die Besonderheit von Gesundheit und Krankheit im gesellschaftlichen Kontext
Referentin: Dr. Marianne Linke (Sozialministerin a.D. Meck.-Vorpommern, MdB, LINKE)
12:10 Uhr Rekommunalisierung und Tarifbewegung für mehr Personal: (Wie) geht das zusammen?
Referent: N.N. (Gewerkschaft/ver.di)
12:30 Uhr Diskussion zum Teil 1
13:00 Uhr Mittagspause

Teil 2 – Strategien, Perspektiven und konkrete Schritte (Vorstellung der
Kampagnenideen, Verbindung parlamentarisch – außerparlamentarisch/ betrieblich)
14:00 Uhr Kampf um das Öffentliche: Was können wir parlamentarisch und
außerparlamentarisch gegen Wettbewerb, Kostendruck und Kommerzialisierung im Krankenhaus tun?
Referent: Harald Weinberg (Mitglied des Bundestages, LINKE)
14:30 Uhr Ansätze und Perspektiven für eine Rekommunalisierung des Hamburger Landeskrankenhausbetriebs
Referent: Rachid Messaoudi (AG Gesundheit, LINKE Hamburg)
15:20 Uhr Offene Podiumsdiskussion mit den ReferentInnen
Moderation: Dr. Anne Urschll (AG Gesundheit, LINKE Hamburg)
ca.16:00 Uhr Ende der Veranstaltung