hiermit laden wir euch herzlich zur KundgebungEntschlossen gegen Kürzungen – Kinder- und Jugendrechte verteidigen!der Interessenvertretung Offene Arbeit (IVOA) ein, am Freitag den 23.01.2026 um 13:00 Uhr vor dem Adolphsplatz 6.
Im Anschluss findet dort von 14 Uhr bis 17 Uhr eine Sitzung des Familien-, Kinder- und Jugendausschuss statt. Dort wird der Hamburger Senat zu den Stellungnahmen und den Ergebnissen der Expert:innenanhörung befragt.
Wir fordern mindestens 10 Mio. Euro mehr in den Rahmenzuweisung und wir fordern, dass Dagobert Dressel dieser Forderung nachkommt! Wir werden gemeinsam vor Ort sein, um uns weiterhin entschlossen und deutlich gegen die skandalöse Kürzungspolitik zu positionieren und um unserer Sache Öffentlichkeit und Nachdruck zu verleihen.
hiermit laden wir euch herzlich zur KundgebungEntschlossen gegen Kürzungen – Kinder- und Jugendrechte verteidigen!der Interessenvertretung Offene Arbeit (IVOA) ein, am Freitag den 12.12.2025 um 13 Uhr vor dem Adolphsplatz 6.
Der Protest richtet sich gegen die derzeit geplanten Kürzungen im Bereich der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit und Familienförderung zu protestieren (vgl. Pressemitteilung der IVOA vom 5.12.25 und Berichterstattung von NDR und taz).
Im Anschluss findet dort von 14 Uhr bis 17 Uhr eine Sitzung des Familien-, Kinder- und Jugendausschuss statt – mit einer öffentlichen Anhörung von Expert:innen, unter anderem aus dem Arbeitsfeld der OKJA. Es ist wichtig, dass wir Präsenz zeigen und unseren Expert:innen den Rücken stärken, um den systemaitschen Abbaue der Hamburger Jugendhilfe, durch unmenschliche Kürzungspolitik, zu verhindern!
hiermit laden wir euch herzlich zur Demonstration des DGB am Tag der Arbeit am Donnerstag, den 01.05.2025 ein! Weitere Informationen zum Ablauf findet ihr unten.
Zusammen mit dem Bündnis „Tu was, Hamburg!“ rufen wir alle (angehenden) Kolleg:innen aus der Sozialen Arbeit dazu auf, gemeinsam für würdige Löhne und gute Arbeitsbedingungen zu demonstrieren.
Während die aktuelle Politik mit Kürzungen und Sozialabbau Subventionen für Unternehmen, Aufrüstung und schließlich Krieg mitfinanziert, dürfen sich die Reichen über ihre Profite freuen. Der Slogan „Bei der Rüstung sind sie fix – für Bildung und Soziales tun sie nix!“ ist aktueller denn je.
Die Budgets für Jugendhilfe, Bildung und Soziales stehen unter Druck. Die Bedingungen in unseren Arbeitsfeldern sind vielfach geprägt durch Überlastung, Fachkräfte‐ und Stellenmangel, starke Personalfluktuation und hohen Krankenstand, strukturelle Unterfinanzierung, mangelnde betriebliche Mitbestimmung, fremdbestimmte Arbeitsverdichtung, übermäßigen Kontrolldruck und eine inhaltliche Ausrichtung auf Effizienz und Anpassung. Rund Dreiviertel aller Sozialarbeiter:innen denken, nicht bis zur Rente durchhalten zu können.
So ist es kaum möglich, wirksam zur Verhinderung, Lösung oder zumindest Minderung der sozialen Probleme beizutragen. Doch eine gut ausgebaute und verlässlich finanzierte soziale Infrastruktur ist grundlegend für eine demokratische Gesellschaft!
Deswegen: Kommt mit uns zur 1. Mai Demonstration. Wir laufen gemeinsam und sagen: Schluss mit Überlastung, Kürzungen und Sozialabbau – Für mehr Kolleg:innen, höhere Löhne, Abrüstung und soziale Verbesserungen!
Wir laden euch herzlich ein zu einem gemeinsamen Startpunkt von Studierenden und Kolleg:innen der Sozialen Arbeit:
beim Auftakt um 10:15 Uhr vor dem Lautsprecherwagen von ver.di.
Der Lautsprecherwagen befindet sich weiter hinten im Demozug und wird mit Bannern erkenntlich sein. Hier gibt es zum Auftakt und auch während der Demo einige Redebeiträge. Auch das Bündnis „Tu was, Hamburg!“ wird einen Redenbeitrag halten.
Ablauf der Demo:
Auftakt 10:30 Uhr: U-Bahn Habichtstraße
Start Demo: 11:00 Uhr
AbschlussKundgebung: 12:00 Uhr, in Barmbek (Museum der Arbeit)
Danach: Maifest auf dem Bert-Kaempfert-Platz mit Infozelten etc.
hiermit laden wir euch herzlich zum zweiten, Kinder- und Jugendhilfegipfel Tu was, Hamburg! ein, am Freitag, den 04.04.2025, von 9-16 Uhr in der Patriotischen Gesellschaft von 1765 (Trostbrücke 6)!
„Die gesellschaftliche Lage ist geprägt von einer dramatischen Zunahme sozialer Ungleichheit, welche sich auch auf die Kinder‐ und Jugendhilfe auswirkt; die Budgets für Jugendhilfe, Bildung und Soziales stehen unter dem Druck von Schuldenbremse und steigenden Ausgaben für das Militär. Die sozialpolitischen Aufgaben wachsen, doch die Ressourcen fehlen. Nicht zuletzt eine gut ausgebaute und verlässlich finanzierte soziale Infrastruktur für Kinder, Jugendliche und Familien ist jedoch essentiell für die Umsetzung der Kinderrechte und die Weiterentwicklung einer demokratischen Gesellschaft.“
So hatten wir als Netzwerk am 3.5.2024 zum Kinder‐ und Jugendhilfegipfel unter dem Motto „Tu was, Hamburg!“ eingeladen und mit über 250 Personen über die aktuelle Lage und Handlungsmöglichkeiten für grundlegende Verbesserungen in den verschiedenen Feldern der Jugendhilfe diskutiert. Mit der verabschiedeten Resolution (https://tu-was-hamburg.de/wp-content/uploads/2024/05/Resolution_Tuwas-Hamburg_A4.pdf) sind Forderungen an Bundesregierung, Hamburger Senat und weitere politisch Verantwortliche sowie die Kolleg:innen in der Jugendhilfe und alle Hamburger:innen gestellt worden, die hochaktuell geblieben sind.
Mit dem Kinder‐ und Jugendhilfegipfel am 4. April 2025 wollen wir an die aktuellen Debatten anknüpfen und dazu beitragen, sich zu vernetzen, auszutauschen und gemeinsame Handlungsperspektiven zu entwickeln. Es braucht sowohl die entsprechenden finanziellen Ressourcen für eine auskömmlich ausgestattete Kinder‐ und Jugendhilfe als auch einen gemeinsamen lösungsorientierten Diskurs für eine demokratische und emanzipatorische Ausgestaltung. Daran wollen wir gemeinsam weiter arbeiten!
Mit sechs verschiedenen Workshops (u.a. mit Basement e.V., Prof. Dr. Nikolaus Meyer (Uni Fulda), Kerstin Kubisch-Piesk (BAG ASD), Prof. Dr. Michael Klundt (HS Magdeburg-Stendal), Helen Vogel (SJD-Falken Hamburg), Dr. Wolfgang Hammer sowie Kollegen aus dem Fanladen St. Pauli und dem HSV-Fanprojekt) zu unterschiedlichen Herausforderungen der gegenwärtigen Jugendhilfe bzw. Sozialen Arbeit, einer Vollversammlung, moderiert von Burkhard Plemper, und einer Podiumsdiskussion zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe mit Dr. Dirk Bange (Sozialbehörde), Anja Post-Martens (VKJH), Ronald Prieß (AK Kinder, Jugend und Bildung der Patriotischen Gesellschaft), Klaus Wicher (SOVD), einem ver.di-Vertreter u.a. wollen wir an die Diskussionen, die wir bei den letzten Gelegenheiten geführt haben, anknüpfen.
Der Flyer mit dem ausführlichen Einladungstext sowie dem kompletten Programm ist hier abrufbar: https://tu-was-hamburg.de/?page_id=503 Wer gedruckte Flyer erhalten möchte oder Rückfragen hat, kann sich gerne per Mail an tu-was-hamburg@gmx.de wenden.
hiermit laden wir euch herzlich zur Fachveranstaltung Obdachlose Kids von der Straße holen! des Bündnis Tu was Hamburg! ein, am Freitag, den 21.02.2025 von 9:30 bis 14:30 Uhr im Wichern-Saal, Rauhes Haus, Horner Weg 190.
Immer mehr Minderjährige und junge Erwachsene sind ohne Obdach. Mindestens 150 Minderjährige leben in solchen Verhältnissen auf Hamburgs Straßen! Dieser Zustand ist nicht vom Gesetz gedeckt. Nach dem Kinder‐ und Jugendhilfegesetz müssen diese Kinder und Jugendlichen in Obhut genommen werden. Zusätzlich soll einen Wohnungspool geben, aus dem mit Belegbindungen zeitnah geholfen werden kann.
Vorbild ist die Praxis der Werkstatt Solidarität Essen in Nordrhein‐ Westfalen: Ein integriertes Angebot von Straßensozialarbeit, pädagogisch intensiv begleitetem Einzelwohnen und Nachsorge. Wer erfolgreich bis zum 18. Lebensjahr in so einer Wohnung gewohnt hat, übernimmt die Wohnung mit einem eigenen Mietvertrag.
Auf der Veranstaltung berichtet die Werkstatt Solidarität Essen von ihren Erfahrungen und es werden die bisherigen Überlegungen sowie Möglichkeiten für eine Umsetzung in Hamburg vorgestellt und gemeinsam erörtert.
Aufruf und Programm findet ihr hier. Anmelden könnt ihr euch per Mail an tu-was-hamburg@gmx.de.
Viele Grüße euer Fachschaftsrat Soziale Arbeit und Bildung und Erziehung in der Kindheit
hiermit laden wir euch herzlich zur Erinnerungs- und AktionstagungNeue Zwänge – Alte Potenziale? 50 Jahre Absage des 5. Deutschen Jugendhilfetages ein, am Freitag und Samstag, den 20.09.2024 und 21.09.2024, in der Fakultät für Erziehungswissenschaft an der Universität Hamburg (Von-Melle-Park 8).
Die Veranstaltung wird in Kooperation vom Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit (AKS) Hamburg, dem Verband Kinder- und Jugendarbeit (VKJH) und den Arbeitsbereichen Sozialpädagogik sowie Pädagogik bei Behinderung und Benachteiligung der Uni Hamburg organisiert.
Der Anlass für die Tagung ist der 50. Jahrestag der Absage des 5. Deutschen Jugendhilfetags, der 1974 unter dem Motto „Jugend und Recht“ vom 8.-11. September 1974 in Hamburg hätte stattfinden sollen. Die Arbeitsgemeinschaft Jugendhilfe (AGJ) sagte diesen jedoch ab – als Antwort auf die Aktivitäten der Sozialarbeiteropposition („Sozialistische Aktion“), die titulierte „[…] daß der Jugendhilfetag lediglich der scheindemokratischen Legitimation der Jugendpolitik der regierungs- und verbandsbürokratischen Kräfte dienen und die Loyalität der Fachbasis gegenüber dem bürgerlichen Staat sicherstellen sollte.“ (Presseerklärung Sozialistische Aktion Jugendhilfetag Hamburg, 25.5.1974).
50 Jahre später soll zusammen mit Protagonist:innen der Sozialistischen Aktion, der AGJ und heutigen Aktiven die Absage des 5. DJHT zum Ausgangspunkt genommen werden, um über Kontinuitäten, Brüche, Unabgegoltenes, Hoffnungsvolles und Konsequenzen ins Gespräch zu kommen. Die damit in den verschiedenen Arbeitsfeldern der Jugendhilfe verbundenen Themen sollen in Vorträgen, einer Podiumsdiskussion und Workshops vertieft und auf ihre Aktualität überprüft werden.
Zum Beispiel: – Sozialarbeit im Aufbruch: Von der Fürsorge zur Sozialarbeit im Kapitalismus – Aktuelle Kontroversen in der Jugendhilfe – Zwischen Nothilfe und Emanzipation – Widerspenstig, eigensinnig, unbequem: Die Behinderten(rechts)bewegung – Von der Kinderladenbewegung zur institutionellen Erziehung und Bildung für alle?! – (Offene) Kinder- und Jugendarbeit: Ein Ort autonomer Weltaneignung und politischer Bildung oder von Prävention und wohlkalkulierter Freizeitgestaltung? – Selbstorganisation als Sozialarbeitsopposition – Von der individualisierten Fallarbeit zur stadtteilorientierten Sozialarbeit und zurück?
Als Referent:innen werden sich neben uns beiden u.a. beteiligen:Stefan Köngeter, Timm Kunstreich, Susanne Maurer, Günter Pabst, Friedhelm Peters, Elisabeth Richter, Helmut Richter, Kira Gedik, Mark Schrödter, Udo Sierck, Norbert Struck, Heinz Sünker und Reinhart Wolff.
Die aktuellen Rahmenbedingungen, unter denen Jugendhilfe und Soziale Arbeit insgesamt stattfinden führen vielfach zu restriktiven und auf Ausgrenzung und Anpassung gerichteten Tendenzen, anstatt die Entwicklung von Solidarität für eine demokratische Gesellschaft zu fördern. Grund genug, sich kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen und sich für die Verwirklichung von Alternativen zu bilden und zu organisieren!
Aufruf und Programm findet ihr hier. Anmelden könnt ihr euch hier. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei.
hiermit laden wir euch herzlich zum Kinder- und Jugendhilfegipfel des Bündnis Tu was, Hamburg! ein, am Freitag, den 03.05.2024, von 9:00 – 18:00 Uhr in der Alexanderstraße 1.
Zurzeit erleben wir wachsende soziale Ungleichheit und politischen Rechtsruck. Während die sozialpolitischen Aufgaben wachsen, werden die zu ihrer Bewältigung bereit gestellten Ressourcen, unter dem Druck von Schuldenbremse und steigenden Militäretat, immer knapper. Die mangelnde Finanzierung von Sozialem und Bildung, die z.B. anhand der Unterfinanzierung der Hochschule deutlich wird, wirkt sich auch massiv auf die Soziale Arbeit aus. Dies wird besonders deutlich im Arbeitsfeld der Kinder- und Jugendhilfe.
„Nicht zuletzt eine gut ausgebaute und verlässlich finanzierte soziale Infrastruktur für Kinder, Jugendliche und Familien ist jedoch essenziell für die Umsetzung der Kinderrechte und die Weiterentwicklung einer demokratischen Gesellschaft.“ (aus dem Flyer)
Vor diesem Hintergrund haben sich im Netzwerk „Tu was, Hamburg!“ deswegen im September 2023 viele Akteur*innen der Jugendhilfe in Hamburg zusammengeschlossen. Wir wollen gemeinsam einen gesellschafts‐ und sozialpolitischen Prozess anstoßen, der für grundlegende Verbesserungen in der Kinder‐ und Jugendhilfe sorgt.
Der Kinder‐ und Jugendhilfegipfel soll dazu beitragen, sich zu vernetzen, auszutauschen und gemeinsame Handlungsperspektiven zu entwickeln – auch über die Kinder- und Jugendhilfe hinaus.
Mit verschiedenen Redebeiträgen und Workshops wollen wir uns mit der aktuellen Lage der (offenen) Kinder- und Jugendarbeit beschäftigen und beratschlagen, wie wir aus Hochschule und Praxis für eine Verbesserung der sozialen Lage wirken können.
Aufruf und Programm findet ihr hier. Anmelden könnt ihr euch per Mail an tu-was-hamburg@gmx.de.
hiermiet laden wir euch herzlich zur Kundgebung Entschlossen geschlossenein, am Donnerstag, den 16.11.2023 an der U-Bahn Hamburger Straße von 12:30 –16:30 Uhr. Der Verband Kinder- und Jugendarbeit (VKJH) mobilisiert zum Protest für die Ausfinanzierung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit ein.
Aus ihrer Stellungnahme: „Es braucht eine Anerkennung und Verantwortungsübernahme für junge Menschen, deren Aufwachsen von Kriegserfahrungen, Katastrophenberichten über Klima und Kriege, massive psychische Belastungen u.a. durch die Auswirkungen und Nachwirkungen der CoronaPandemie, Inflation und vermehrt prekäre Lebens- und Armutslagen geprägt ist. In einer Gesellschaft, die so viele Anforderungen an junge Menschen stellt und diverse Unsicherheiten mit sich bringt, braucht es dringend Orte fernab von Normvorstellungen und Verzweckungslogiken. OKJA bietet einen offenen Raum, an dem Kinder- und Jugendliche sein und mitgestalten können und verbindliche, tragfähige Beziehungen erfahren.
Dem gegenüber steht eine seit Jahren bestehende strukturelle Unterfinanzierung unseres Arbeitsfeldes. […] Wenn wir die Prinzipien der OKJA und die Bedarfe und Interessen der Zielgruppe ernstnehmen wollen, braucht es zusätzliche Ressourcen und bessere Arbeitsbedingungen!„
Wir laden alle herzlich zu dieser spannenden Tagung, an der wir als FSR involviert sind, ein! Anlässlich der weiteren Verletzung von Kinderrechten hat der Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Hamburg und das Aktionsbündnis gegen geschlossene Unterbringung Hamburg eine Veranstaltung initiiert: in Form eines Tribunals soll diese Kontroverse um pädagogisch legitimiertem Zwang und therapeutisch begründeter Einschließung zugespitzt werden. Im Mittelpunkt des Tribunals steht eine Jury, die mit in der Sache kompetenten Personen besetzt ist. Sie befragt Zeuginnen und Zeugen und hört Sachverständige an.
Mitwirkende der Veranstaltung u.A.:
Trietze (Momo, Vertretung der Straßenkinder), Sieglinde Frieß (ver.di), Prof. Dr. Fritz Sack (Universität Hamburg), „Rolf“, „Jana“ und „Fabian“ (Jugendliche mit Heimerfahrung), Christiane Knack-Wichmann (Anwältin von „David“), Prof. Dr. Christian Schrapper (Universität Koblenz), Wolfgang Rosenkötter (Betroffener der Heimerziehung der 60er Jahre) und einige mehr!
Dressur zur Mündigkeit? Über die Verletzung von Kinderrechten in der Heimerziehung in der Bundesrepublik
„Menschenrechte von Kindern und Jugendlichen werden in dieser Dressur verletzt; das sollte im Tribunal der zentrale Bezugspunkt sein.“ Prof. Dr. Lothar Krappmann, 2003 bis 2011 Mitglied im 13-köpfigen UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes
Liebe Kommiliton:innen,
hiermiet laden wir euch herzlich zum Tribunal Dressur zur Mündigkeit? Über die Verletzung von Kinderrechten in der Heimerziehung in der Bundesrepublik ein, am Dienstag, den 30.10.2018, von 14:00 – 21:00 Uhr im Wichernsaal des Rauhen Hauses (Horner Weg 180), veranstaltet vom Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit Hamburg und Aktionsbündnis gegen geschlossene Unterbringung:
Es ist keineswegs so, dass mit dem Abschluss der beiden Runden Tische zur Heimerziehung in West und Ost alles zum Besten stünde – im Gegenteil: Trotz unbestreitbarer Verbesserungen gibt es eine zunehmende Tendenz der Verletzung von Kinderrechten. Besonders deutlich wird diese Verletzung durch eine bislang im wissenschaftlichen und fachpolitischen Diskurs kaum beachtete, in der Praxis aber mittlerweile vorherrschende Technologie: die des „Stufen-Vollzugs“ oder des „Phasen-Modells“. Dieses Konzept – inspiriert von den Bootcamps in den USA und behavioristischen Dressurexperimenten – fußt auf entwürdigenden und stigmatisierenden Degradierungszeremonien, auch wenn findige Professionelle für deren Bezeichnung ständig neue Vokabeln finden.
Derartige Programme widersprechen grundlegenden Menschenrechten und sind nicht mit der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen zu vereinbaren (BMFSJ 2007). Sie verstoßen gegen den gesamten Tenor der Konvention, vor allem aber gegen Artikel 2: Achtung der Kinderrechte, Diskriminierungsverbot, gegen Artikel 9: Trennung von den Eltern, persönlicher Umgang, sowie gegen Arikel 12, in dem ausdrücklich festgehalten wird, dass die Willensäußerungen des Kindes „angemessen und entsprechend seinem Alter und seiner Reife“ zu berücksichtigen sind. Da diese Konvention in Deutschland unmittelbare Gültigkeit hat, müssen Einrichtungen, die mit derartigen Disziplinierungstechniken arbeiten, abgeschafft oder zumindest gezwungen werden, ihre Arbeitsweisen fundamental zu verändern. Diese Forderung ist allerdings durchaus umstritten. Die Befürworter von pädagogisch legitimiertem Zwang und therapeutisch begründeter Einschließung sehen darin vielmehr notwendige Interventionen, um gefährdete Kinder und Jugendliche vor ihrem eigenen, risikoreichen Verhalten zu schützen.
Diese Kontroverse soll in Form eines Tribunals zugespitzt werden. Die Jury des Tribunals hört Zeugen und Sachverständige an; Anklage und Verteidigung halten Plädoyers; abschließend verkündet die Jury ihren Beschluss.
Programm 14:00 Uhr Begrüßung, Überblick und Einleitung 14:15 Uhr Vorstellung der Jury 14:30 Uhr Verlesung der Anklage 14:45 Uhr Verlesung der Verteidigung 15:00 Uhr Befragung der Zeugen und Sachverständigen 16:15 Uhr Pause 16:30 Uhr Fortsetzung der Befragung der Zeugen und Sachverständigen 18:00 Uhr Pause 18:30 Uhr Plädoyer der Anklage 19:00 Uhr Plädoyer der Verteidigung 19:30 Uhr Pause mit Snacks/ die Jury berät 20:15 Uhr Verkündung des Beschlusses der Jury 20:45 Uhr Die Zeuginnen und Zeugen haben das letzte Wort 21:00 Uhr Ende des Tribunals ____________________________________________________________
Das Tribunal kann unterstützt werden: „Ich trete dafür ein, dass die Ergebnisse dem Ausschuss für die Rechte des Kindes nach Art. 43 der UN-Kinderrechtskonvention vorgelegt werden“
Unterschriften können an Timm Kunstreich und Wolfgang Rosenkötter geschickt werden: timmkunstreich@aol.com oder wolfgang.rosenkoetter@gmx.de