Etwas Besseres als Olympia

Die Sticker und Bilder auf den Bussen und Bahnen, Geldautomaten, Einkaufzentren usw. machen deutlich: Es wird sich viel Mühe gemacht, der Hamburger Bevölkerung die Olympianischen Spiele schmackhaft zu machen.
Zusammen mit einem Referenten aus dem Nolympia Bündnis wollen wir einen Blick hinter die Fassade der Marketing-Kampagnen und des Tamtams werfen.
Welche Rolle können wir als Mitglieder der Hochschule einnehmen, um etwas Besseres als Olympia zu realisieren?


Die Olympischen Idee war, in der Begegnung von Sportlern aus aller Welt, zu Frieden und internationaler Verständigung beizutragen und damit die Überwindung nationaler Egoismen zu fördern. Fairness und nicht Höchstleistung sollte im Vordergrund stehen. Was ist von diesem Leitgedanken heute übrig?

Die Olympischen Spiele der letzten Jahrzehnte zeigen das Gegenteil: Nationenkonkurrenz und Medaillenspiegel rücken in den Vordergrund,_Militär und Sicherheitsapparat werden aufgefahren, um eine_Eliteveranstaltung von gesundheitsschädlich übertrainierten, oft gedopten Berufssportlern mit viel Show und Brimborium „abzusichern“.
Während die Konsequenzen der geführten Kriege und die wachsende soziale Ungleichheit in der Welt aktuell besonders deutlich werden, soll statt ihnen sinnvoll zu begegnen alles in einen glitzernden Schleier des Verdrängens gehüllt werden.

„Baustellen“ gibt es dabei genügend: Mit der „Schuldenbremse“ als Begründung hat der Senat im Bündnis mit Handelskammer und Konzernen seit Jahren Hamburgs Infrastruktur sowie den Sozialen Sektor verfallen lassen. Jetzt wird von den entsprechenden Akteuren gelockt, in dem versprochen wird z.B. die dringend benötigten Wohnungen, Sportstätten und neue Straßen im Zuge der Olympischen Spielen zu bauen. Warum dies nur mit Olympia möglich sein soll, bleibt fragwürdig. Zudem ist aus den Erfahrungen der vergangenen Olympiaden  bekannt, dass sich die Ausrichtung der Spiele schädlich auf die soziale Entwicklung der Stadt auswirkt: Lebenserhaltungskosten und Mieten steigen erheblich und Menschen mit wenig Geld werden verdrängt.

Gegen diese Pläne hat sich erheblicher Widerstand aus der Bevölkerung organisiert,  um die Gründe aufzuzeigen, warum die Stadt etwas Besseres als Olympia braucht – das Geld ist offensichtlich da.
Aber warum will der Senat gegen die Interessen der Hamburger Bevölkerung Milliarden an Steuergeldern für Olympia ausgeben, die bisher für eine soziale_Stadtentwicklung zurückgehalten wurden – etwa für die Sanierung von Turnhallen und Schwimmbädern, die bedarfs­gerechte Ausstattung von Hoch­schu­len und Schulen, den sozialen Wohnungs­bau, den Aus­bau des öffent­lichen Personen­nahverkehr (HVV) und die menschen­würdige Unterstützung von Menschen auf der Flucht oder die sonst gesellschaftlich ausgegrenzt werden?
Warum haben München, Boston, Oslo und andere Städte es vorgezogen, dass Olympia bei ihnen nicht stattfindet?
Wer profitiert von Olympischen Spielen (in Hamburg)?
Und welche Rolle können wir als Mitglieder der Hochschule einnehmen, um etwas Besseres als Olympia zu realisieren?

Diesen und anderen Fragen wollen wir zusammen mit einem Referenten des Nolympia Bündnisses
nachgehen und dabei die sozialen Aspekte rund um die Olympischen Spiele beleuchten.

Etwas Besseres als Olympia!
Informations- und Diskussionsveranstaltung
Mittwoch,  23.09.15, 18.00 Uhr in der Kontrabar (R.0.15)