Konzept der Liste
Kritische Soziale Arbeit
zur Wahl Sommersemester 2018
Schluss mit Austerität
Wir befinden uns in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs. Immer mehr Menschen wollen die steigende soziale Ungerechtigkeit, Kriege und Flüchtlingskatastrophen nicht mehr akzeptieren und drücken ihren Unmut in Protesten aus. Gegen die Ideologie der Alternativlosigkeit und die zerstörerische Austeritätspolitik – für ein menschenwürdiges Leben für Alle.
Denn der Widerspruch des enormen gesellschaftlichen Reichtums in den Händen einiger Weniger – und das weltweit wachsende Elend der Mehrheit der Menschen drängt auf eine Aufhebung. Eine relevante Rolle in dieser Polarisierung spielen die Hochschulen. Aus ihr heraus können die gesellschaftlichen Schlüsselprobleme wissenschaftlich durchdrungen und Lösungen hin zu einer sozialen, friedlichen und demokratischen Entwicklung erarbeitet werden. Vermeintlich individuelle Probleme Einzelner werden in den sozialen Wissenschaften als gesellschaftliche begriffen.
Um diesen entgegen zu wirken, sollten die Ursachen für soziale Ungleichheit in den Fokus genommen werden, anstatt sich lediglich mit der Behandlung von Symptomen zu befassen. Eine der grundlegenden Ursachen für die soziale Ungleichheit, die Unterfinanzierung im Sozial-, Gesundheits- und Bildungswesen, sowie Einsparungen in Kultur, ist die Schuldenbremse und die damit verbundene Austeritätspolitik.
Die Schuldenbremse ist ein Verbot staatlicher Kreditaufnahme und somit eine harte Absage an die öffentliche Gestaltungsmöglichkeit. Deswegen setzen wir uns gegen die Schuldenbremse ein – für sozialen Fortschritt in globaler Solidarität!
Vor diesem Hintergrund setzten wir uns für die nächste Amtszeit als FSR folgende Schwerpunkte:
Anti-Austerity an der HAW
Die Einsparungen im Sozial- und Bildungswesen machen sich nicht nur an den Schulen und Kitas bemerkbar. Auch bei uns an der Hochschule fehlt es an Investitionen. Department übergreifend ist ein Mangel an Lehrpersonal und das Fehlen von geeigneten Räumlichkeiten zum Lehren, Lernen und Austauschen zu beobachten. Durch fehlende staatliche Studienförderung müssen viele Studierende neben dem Studium arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Unbezahlte Pflichtpraktika verschärften die Situation zusätzlich. Diese staatlich bedingten Gegebenheiten zu Lasten von Studierenden, Lehrenden und Wissenschaftlichen Mitarbeitern gilt es nicht länger zu akzeptieren.
In Zusammenarbeit mit Aktiven des AStA, der FSRK und der Universität Hamburg setzen wir uns für eine umfangreiche Finanzierung der Hochschule, Elternunabhängiges BAföG für ALLE und eine angemessene Praktikumsvergütung ein.
Um den Dialog um die Abschaffung der Schuldenbremse an der HAW voranzubringen schlagen wir vor, die kommende Projektwoche dem Thema Anti-Austerität zu widmen. Langfristig planen wir die Entwicklung eines Zusatzangebots oder autonomen Seminars zum Thema im kommenden Sommersemester.
Als Unterstützer*Innen der Kampagne „International Solidarisch – Schluss mit Austerität“ werden wir uns weiterhin an den Bündnistreffen beteiligen. Wir setzten uns gemeinsam für die Abschaffung der Schuldenbremse und statt ihrer für Investitionen in Bildung, Kultur, öffentliche soziale Infrastruktur und Sozialprogramme wie bspw. eine sanktionsfreie, einträgliche Grundsicherung (statt Hartz IV) ein.
Für ein Generalistisches Studium der sozialen Arbeit in gesellschaftlicher Verantwortung statt eines Dualen Studiums
Für den Studiengang Soziale Arbeit wird bundesweit und auch an der HAW die Einführung Dualer Studiengänge geplant.
Dieses Vorhaben würde die Autonomie der Hochschule, die Freiheit von Wissenschaft und Forschung und die Möglichkeit eine eigene fachliche Haltung zu entwickeln massiv einschränken.
Wir setzen uns gegen eine ökonomische und inhaltliche Steuerung der Praxis der Sozialen Arbeit ein – für ausreichende Investitionen, um einen Rahmen für die Praxis und Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen, der den Ansprüchen einer ganzheitlich orientierten Sozialen Arbeit in ihrer komplexen Auftragsgestaltung gerecht werden kann.
Für Studienbedingungen, welche den Studierenden die Reflexion der eigenen Wissenschaftsdisziplin und Rolle in einer späteren Praxis, so wie eine kritikfähige Persönlichkeitsentwicklung ermöglichen: Wissenschaftliche Qualität bedeutet nicht nur die Unabhängigkeit der Lehre und Forschung, sondern auch die Möglichkeit der Studierenden, eine unabhängige Meinung/Haltung auf wissenschaftlicher Basis entwickeln zu können. Deswegen werden wir uns mit dem geplanten Dualen Studiengang weiterhin kritisch auseinander setzten.
Dafür haben wir uns auf dem vergangenen Fachtag an der HAW mit Fachschaftsvertreter*innen aus dem Bundesgebiet vernetzt und werden u.a. das Thema auf der nächsten – bei der Gelegenheit neu ins Leben gerufenen Bundesfachschaftentagung – diskutieren.
Campuskultur
Die auferlegten Studienstrukturen, der Prüfungsdruck und die Notwendigkeit der Studienfinanzierung lassen uns oft vergessen, dass die Hochschule auch ein Ort des Miteinanders und des Austausches ist. Wir wollen dazu beitragen den Campus mehr zu beleben und Räume der Begegnung zu schaffen. Dazu planen wir in Zusammenarbeit mit Aktiven der Kontrabar, sowie anderen Gruppen verschiedene Veranstaltungen. Gemeinsam wollen wir feiern, Filme sehen, kritisch diskutieren und Spaß haben!
Studienreform
Wie bereits an mehreren Punkten im Konzept angedeutet, ist das Bachelor Mastersystem krachend gescheitert. Statt ein reales Lernen zu verfolgen, welches auf Persönlichkeitsentwicklung gerichtet ist, geht es momentan hauptsächlich darum, zurechtzukommen im Hochschulalltag.
Das wollen wir ändern, weswegen wir uns auch in Zukunft in die Studienreform einmischen. Statt Bullimielernen muss es um Persönlichkeitsentwicklung gehen – Bildung zum kritischen Denken und aktiver gesellschaftlicher Subjektwerdung. Deswegen wollen wir uns auch weiter an der OE beteiligen, in dem wir z.B. das Planspiel entwickeln, das die Beteiligungsmöglichkeiten an der Hochschule aufzeigt oder in der AG Jura, die aktiv an der Reduzierung von Noten und Prüfungen arbeitet. Ebenso im Studienreformausschuss, wo u.a. das Thema Praktikum weiterhin Thema ist.
Frieden/ gegen Rechts
Wir werden weiter entschieden gegen alle rechten und menschenfeindlichen Ideologien vorgehen, gegen alle Behauptungen von Hierarchien und Ungleichheiten zwischen Menschen, die der Spaltung der Solidarität dienen sollen.
Wir werden an antifaschistischen und Friedens-Aktivitäten und Demonstrationen mitwirken und dazu aufrufen. Dazu gehört die Aufklärung über die Ursachen und Hintergründe von Kriegen, Flucht und Vertreibung.
Der Fachschaftsrat
Der Fachschaftsrat (FSR) ist als erkämpfte Basisorganisation der Verfassten Studierendenschaft (VS) ein wichtiger Anlaufpunkt in den Fachbereichen Soziale Arbeit und Bildung und Erziehung in der Kindheit. Hier können Studierende zusammenkommen um sich über Fragen und Probleme im Studium auszutauschen, sowie sich über die Verhältnisse an der Hochschule und in der Welt kritisch zu verständigen und gemeinsam Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Der FSR ist zudem wichtiger Bezugsort mit Aktivitäten zum Studienbeginn, in der Projektwoche und bei der Mitarbeit in den akademischen Gremien der Hochschule.
Alle Hochschulmitglieder können im FSR Kontakt zu hochschulpolitisch aktiven Studierenden herstellen, gemeinsam Initiativen unternehmen oder Feiern organisieren.
Gemeinsam schaffen wir gegen die vielerorts praktizierte Kultur des Misstrauens eine Kultur der Solidarität und Anteilnahme. ALLE sind eingeladen, sich daran zu beteiligen!