Liebe Kommiliton:innen,
hiermit laden wir euch herzlich zu unseren drei Veranstaltungen in der Projektwoche ein. Nach jedem Input zu den aufgemachten Fragen wollen wir diskutieren:
Was heißt das für unser Studium, für unsere Praxis und unser gesellschaftliches Engagement?
Wie beeinflusst der Rechtsruck in Politik und Gesellschaft die Soziale Arbeit?
am Montag, den 19.05.2025, von 13:00 bis 14:30 Uhr, in Raum 1.19
Die Grenze des Sagbaren hat sich in den letzten Jahren deutlich nach rechts verschoben. Die Soziale Arbeit ist davon unmittelbar und auf mehreren Ebenen betroffen. So bedeutet die rechte Hetze gegen Geflüchtete oder Arbeitslose nicht nur neue Herausforderungen in den Handlungsfeldern, sondern wirkt sich auch negativ auf die Gesetzgebung und die Finanzierung der entsprechenden sozialen Infrastruktur aus. Woher kommt der Rechtsruck und was kann die Soziale Arbeit also dagegen tun?
Sarah Meyer und Christof Beckmann lehren und forschen an der Evangelischen Hochschule des Rauhen Hauses u.a. zu Diversität und sozialer Differenz bzw. Ideologien von Ungleichwertigkeit und Auswirkungen des Rechtsrucks auf die Soziale Arbeit.
Demokratie verteidigen = demokratische Soziale Arbeit ausbauen!
am Dienstag, den 20.05.2025, von 11:00 bis 13:00 Uhr, in Raum 4.08
»Angriffe von Rechts« auf die Soziale Arbeit werden in den vergangenen Jahren immer häufiger. Mehr und mehr stehen hinter diesen Angriffen nicht nur ‚rechte‘ Akteure. Das lässt sich exemplarisch auch am Handlungsfeld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) beobachten. Politische Interventionen sollen einschüchtern, Diskurse verschieben und werden häufig mit Kürzungsforderungen verknüpft. Dabei kommt der OKJA für die Verwirklichung einer gesellschaftlichen Alternative zu ‚Rechts‘ im Sinne von Demokratie, Bildung und Menschenrechten eine besondere Rolle zu.
Welche Aufgabe zur Demokratiebildung hat die Kinder- und Jugendarbeit? Welches Verständnis von Demokratie liegt dem zugrunde? Warum und auf welche Weise wird sie dafür angegriffen? Und welche Rolle spielen Profession und Wissenschaft Sozialer Arbeit, sowie Behörden und demokratischen Parteien für Gegenstrategien?
Moritz Schwerthelm lehrt und forscht an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg zu Demokratiebildung und Partizipation junger Menschen. Seit 2020 beschäftigt er sich mit Interventionen rechter Akteure auf die Bildungs- und Jugendpolitik insbesondere in der Kinder- und Jugendhilfe.
Soziale Arbeit zwischen systemstabilisierender und emanzipativer Praxis: Soziale Arbeit ist politisch!
am Mittwoch, den 21.05.2025, von 13:00 bis 15:00 Uhr, in Raum 4.08
Soziale Arbeit bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen staatlichen Auftrag, Interessen der Nutzer*innen, sowie einem eigenen Professionsverständnis. Innerhalb dieses Spannungsfeldes gilt es sich zu positionieren, zu vermitteln sowie die eigene Praxis kritisch zu hinterfragen und zu erweitern.
Denn wenn Soziale Arbeit nicht die Bedingungen reflektiert und kritisiert, in denen sie stattfindet und die Probleme der Adressat*innen entstehen, verkommt sie zu einer Ungerechtigkeit stabilisierenden und Probleme individualisierenden Praxis innerhalb einer neoliberalen Logik, die auch wir Sozialarbeiter*innen und unsere Adressat*innen zu großen Teilen bereits verinnerlicht haben und reproduzieren.
Was können wir tun, um die eigene Verwobenheit innerhalb einer solchen Logik zu erkennen und zu hinterfragen? Was haben wir mit unseren Adressat*innen als Lohnabhängige im Kapitalismus gemeinsam und ist es möglich im Miteinander für ein bessere Leben zu streiten? Wie kann Soziale Arbeit zu einer emanzipativen Praxis werden? Wie können wir als Profession gesellschaftliche und politische Bedingungen kritisieren und verändern?
Kommt dazu und diskutiert mit!
Viele Grüße
euer Fachschaftsrat