Projektwoche WiSe 25/26

Liebe Kommiliton:innen,

hiermit laden wir euch herzlich zu unseren Veranstlatungen in der Projektwoche ein:

Reformen der Grundsicherung: Ist das Recht auf ein Existenzminimum verhandelbar?
am Montag, den 24.11.2025 von 13:30 bis 15:00 Uhr in Raum 4.08

Die Menschenwürde im Grundgesetz schützt den Anspruch auf eine menschenwürdige Existenz, was soziale, politische und kulturelle Teilhabe beinhaltet. Dafür reicht das sogenannte Existenzminimum des Bürgergeldes schon jetzt in vielen Fällen nicht. Und nun soll das Bürgergeld im durch Merz & Co. ausgerufenen „Herbst der Reformen“ noch weiter verschärft werden, bspw. durch Streichung der einjährigen Karenzzeit für als unangemessen betrachtete Kosten der Unterkunft.
Es stellt sich die Frage: Ist das mit unserer Verfassung vereinbar? Schon seit der Einführung der Hartz- IV-Gesetze 2005 werden die Sanktionsmöglichkeiten in Form von Kürzungen unter das Existenzminimum von Sozialverbänden scharf kritisiert. Ebenso wird kritisiert, dass in der öffentlichen Debatte, der Bezug von Bürgergeld als eigene Schuld und nicht mehr das Versagen des Staates, Vollbeschäftigung zu erreichen, dargestellt wird.
In der Veranstaltung wollen wir nach einem Input zu den geplanten Gesetzesänderungen und deren historischer Einordnung gemeinsam diskutieren:
Welche politischen Hintergründe gibt es für die geplanten „Reformen“? Wen treffen die Kürzungen und Sanktionen und welche Ideologien stecken dahinter? Und nicht zuletzt: Welche Initiativen und Aktivitäten gibt es, die sich gegen die geplante Rechtsentwicklungen des SGB II stellen? Welche Rolle spielt die Soziale Arbeit? Und was sollte in der Sozialrechtslehre vermittelt werden, damit wir gemeinsam für einen gerechten Sozialstaat streiten können?

Juli 76 – Das Private ist politisch Wie in Hamburg das erste autonome Frauenhaus entstand Ein Film von Ulrike Schaz
am Montag, den 24.11.2025 von 16:00 bis 18:00 Uhr in Raum 3.09

1976. Frauenbewegung. Überall gibt es Gruppen, in denen Frauen nach anderen Lebensweisen und Perspektiven suchen. In Hamburg – wie in Berlin oder Köln – haben sich Frauen entschieden, gemeinsam ein autonomes Frauenhaus für misshandelte Frauen zu erkämpfen. Als Schutzraum für Frauen und ihre Kinder und als Zeichen gegen Männergewalt. Wie sie losziehen und ihre Idee umsetzen, davon erzählt die filmische Montage aus Rückblicken, Dokumenten und Bildern aus den ersten sechs Jahren des Projekts. „Das Frauenhaus sollte eine Art Gegenwelt sein, ein Ort, an dem sich Frauen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten kennenlernen und gemeinsam eigene politische Aktionsformen entwickeln könnten. Wir schauten weit, bis zum Ende des Patriarchats. Und hatten dabei eine konkrete Utopie.“ Filmschau mit anschließender Diskussion mit den Zeitzeuginnen Nelly, Sibylle und Christine: Wie haben sie persönlich diese Zeit erlebt? Was hat sie geprägt? Und brauchen wir heute wieder mehr Frechheit und konkrete Utopien in der Sozialen Arbeit, für die es sich zu kämpfen lohnt?

Kommt dazu und diskutiert mit!

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Projektwoche SoSe 25

Liebe Kommiliton:innen,

hiermit laden wir euch herzlich zu unseren drei Veranstaltungen in der Projektwoche ein. Nach jedem Input zu den aufgemachten Fragen wollen wir diskutieren:
Was heißt das für unser Studium, für unsere Praxis und unser gesellschaftliches Engagement?

Wie beeinflusst der Rechtsruck in Politik und Gesellschaft die Soziale Arbeit?
am Montag, den 19.05.2025, von 13:00 bis 14:30 Uhr, in Raum 1.19

Die Grenze des Sagbaren hat sich in den letzten Jahren deutlich nach rechts verschoben. Die Soziale Arbeit ist davon unmittelbar und auf mehreren Ebenen betroffen. So bedeutet die rechte Hetze gegen Geflüchtete oder Arbeitslose nicht nur neue Herausforderungen in den Handlungsfeldern, sondern wirkt sich auch negativ auf die Gesetzgebung und die Finanzierung der entsprechenden sozialen Infrastruktur aus. Woher kommt der Rechtsruck und was kann die Soziale Arbeit also dagegen tun?

Sarah Meyer und Christof Beckmann lehren und forschen an der Evangelischen Hochschule des Rauhen Hauses u.a. zu Diversität und sozialer Differenz bzw. Ideologien von Ungleichwertigkeit und Auswirkungen des Rechtsrucks auf die Soziale Arbeit.

Demokratie verteidigen = demokratische Soziale Arbeit ausbauen!
am Dienstag, den 20.05.2025, von 11:00 bis 13:00 Uhr, in Raum 4.08

»Angriffe von Rechts« auf die Soziale Arbeit werden in den vergangenen Jahren immer häufiger. Mehr und mehr stehen hinter diesen Angriffen nicht nur ‚rechte‘ Akteure. Das lässt sich exemplarisch auch am Handlungsfeld der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) beobachten. Politische Interventionen sollen einschüchtern, Diskurse verschieben und werden häufig mit Kürzungsforderungen verknüpft. Dabei kommt der OKJA für die Verwirklichung einer gesellschaftlichen Alternative zu ‚Rechts‘ im Sinne von Demokratie, Bildung und Menschenrechten eine besondere Rolle zu.

Welche Aufgabe zur Demokratiebildung hat die Kinder- und Jugendarbeit? Welches Verständnis von Demokratie liegt dem zugrunde? Warum und auf welche Weise wird sie dafür angegriffen? Und welche Rolle spielen Profession und Wissenschaft Sozialer Arbeit, sowie Behörden und demokratischen Parteien für Gegenstrategien?

Moritz Schwerthelm lehrt und forscht an der Fakultät für Erziehungswissenschaft der Universität Hamburg zu Demokratiebildung und Partizipation junger Menschen. Seit 2020 beschäftigt er sich mit Interventionen rechter Akteure auf die Bildungs- und Jugendpolitik insbesondere in der Kinder- und Jugendhilfe.

Soziale Arbeit zwischen systemstabilisierender und emanzipativer Praxis: Soziale Arbeit ist politisch!
am Mittwoch, den 21.05.2025, von 13:00 bis 15:00 Uhr, in Raum 4.08

Soziale Arbeit bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen staatlichen Auftrag, Interessen der Nutzer*innen, sowie einem eigenen Professionsverständnis. Innerhalb dieses Spannungsfeldes gilt es sich zu positionieren, zu vermitteln sowie die eigene Praxis kritisch zu hinterfragen und zu erweitern.

Denn wenn Soziale Arbeit nicht die Bedingungen reflektiert und kritisiert, in denen sie stattfindet und die Probleme der Adressat*innen entstehen, verkommt sie zu einer Ungerechtigkeit stabilisierenden und Probleme individualisierenden Praxis innerhalb einer neoliberalen Logik, die auch wir Sozialarbeiter*innen und unsere Adressat*innen zu großen Teilen bereits verinnerlicht haben und reproduzieren.
Was können wir tun, um die eigene Verwobenheit innerhalb einer solchen Logik zu erkennen und zu hinterfragen? Was haben wir mit unseren Adressat*innen als Lohnabhängige im Kapitalismus gemeinsam und ist es möglich im Miteinander für ein bessere Leben zu streiten? Wie kann Soziale Arbeit zu einer emanzipativen Praxis werden? Wie können wir als Profession gesellschaftliche und politische Bedingungen kritisieren und verändern?

Kommt dazu und diskutiert mit!

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Projektwoche WiSe 24/25

Liebe Kommiliton:innen,

hiermit laden wir euch herzlich zu unseren Veranstaltungen in der Projektwoche ein:

Armut sichtbar machen – Ziviler Widerstand gegen das Bettelverbot im HVV!
am Dienstag, den 26.11.2024 von 15:00 bis 16:30 Uhr in Raum 4.03

Armut darf nicht unsichtbar gemacht werden – sie muss aktiv bekämpft werden! Die Veranstaltung thematisiert, wie ziviler Widerstand und Soziale Arbeit zusammenwirken können, um die Kriminalisierung von Armut zu verhindern.
Am Beispiel des Bettelverbots im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) wird aufgezeigt, wie solche Regelungen Verdrängung fördern. Gemeinsam mit der ‚Lobby gegen Verdrängung und Diskriminierung‚ diskutieren Strategien zivilen Widerstands und Ansätze der Sozialen Arbeit, um Armut wirksam zu bekämpfen.

Armut – (k)ein individuelles Problem?!
am Donnerstag, den 28.11.2024 von 11:00 bis 13:00 Uhr

„Von sozialer Gerechtigkeit sind wir gesellschaftlich weit entfernt. Mehr soziale Gerechtigkeit kann nur durch eine substanzielle Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums mittels Steuer- und Abgabenpolitik erreicht werden. Alles andere ist Flickschusterei.“ – Harald Ansen (SOVD 12.07.2024)
Obwohl in Deutschland 237 Milliardäre leben und aktuell gut ein Fünftel der Bevölkerung von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht ist, verfängt weiterhin der Mythos „Wer arm ist, sei irgendwie auch selbst schuld.“
Der norwegische Kurzfilm „Grill“ erzählt die Geschichte einer Frau in existenzieller finanzieller Not. Weil ihr der Strom abgestellt wird, begibt sie sich auf eine Odyssee durch die Stadt, um einen kostenlosen Grill zu beschaffen, wie von der Sozialbehörde empfohlen. Die bitterböse Satire karikiert nicht nur das Versagen des Hilfesystems, sondern auch die Annahme, im Notfall sei ja die Familie zur Stelle.
Gemeinsam wollen wir diskutieren, welche Auswirkungen die Individualisierung von Armut auf den Einzelnen wie die Gesellschaft hat. Ist oder macht Armut kriminell? Welche Rolle spielt die Soziale Arbeit bei der (Anti-)Diskriminierung von armen Menschen? Wie wirken wir für eine Soziale Arbeit, die Armut tatsächlich bekämpft statt sie (lediglich) zu verwalten?

SOLD CITY – Wenn Wohnen zur Ware wird
am Donnerstag, den 28.11. und 12.12.2024, um 18 Uhr in der Kontrabar (Raum 0.15)

77% der Studierenden sind von Armut gefährdet, auf dem Hamburger Wohnungsmarkt gibt es so gut wie keine bezahlbaren WG-Zimmer und die Wohnheimplätze des Studierendenwerks reichen nicht aus. Das verunmöglicht vielen das Studium! Noch bis 1989 war der Wohnungsbau an Gemeinnützigkeit gebunden, die Gewinne stark reguliert. Seit 1990 soll nur noch der Markt entscheiden.
Der Film SOLD CITY (2024 | 102 Min) macht nicht nur die Gefahren für die Stadtkultur und die Demokratie sichtbar, die von dieser Marktorientierung ausgeht, sondern geht auch den Ursachen und Möglichkeiten des Widerstands nach!
Wir wollen den Film gemeinsam schauen und diskutieren. Für eine starke öffentliche Finanzierung des Studierendenwerks!

Kommt dazu und diskutiert mit!

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Projektwoche SoSe 23

Partizipation für wen? Ein kritischer Blick auf das Studium und die Praxis der Sozialen Arbeit
Mittwoch, 25.05.23, 15:30 bis 17 Uhr, 3.03

Es gibt viele Herausforderungen und Konflikte in „der Sozialen Arbeit“, einigen wollen wir bei diesem Austausch genauer nachgehen.
Die Stärke Sozialer Arbeit, Partizipation und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen wird in einigen Theorien und Ansätzen vertreten, doch welchen Stellenwert haben diese im Studium und in der real gelebten Praxis tatsächlich?
Wir lernen im Rahmen unseres Studiums das kritische Analysieren von Problemen sowie der Gesellschaft – aber was für Handlungsableitungen und reale Möglichkeiten folgen für uns daraus? Wie kommt es zu dem oft frustrierenden Widerspruch zwischen Theorie und Praxis? Welche Menschenbildfragen stecken vielleicht dahinter? Wie ist das Verhältnis von Kontrolle vs. Partizipation in der Praxis Sozialer Arbeit? Wie sieht unsere eigene Partizipation in Studium und Praxiseinrichtungen aus? Wie kommen wir zu wirklicher Partizipation auf allen Ebenen? Und welche (gelebten) Ansätze gibt es bereits?
Im Rahmen eines „Erzählcafés“ mit kleinen Impulsen u.a. anhand von Freire (Pädagogik der Unterdrückten), Falck (Die Membership-Perspektive), Holzkamp (Kritische Psychologie), wollen wir in den Austausch über unsere Gedanken, Erfahrungen, Ideen und Ansichten kommen und gemeinsame Handlungsperspektiven finden. Was wollen und können wir (hier) anders machen?

Projektwoche WiSe 22/23

Kooperatives Studieren im Trialog mit Praxis und Wissenschaft: Soziale Arbeit in der Freiform/Praxisstudium an der FHS Nordwestschweiz – aus der Sicht Studierender
Donnerstag, 17.11.22, 12:30 bis 14 Uhr, 2.07

Im Jahr 2019 startete an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) als Pilotprojekt neben dem regulären Studienprogramm des BA Soziale Arbeit die Freiform: „Zentral[ … ] ist, dass sich alle Beteiligten als lernende verstehen – auch die Praxisvertreter*innen und Dozierenden. Die Begegnung zwischen den drei Perspektiven (Studierende, Praxis und Hochschule, der sogenannte «Trialog») findet auf Augenhöhe
statt.
“ Das Studium samt erforderlicher Kompetenzen und Wissensinhalte wird nicht in Modulen vermittelt, sondern ohne Noten entlang des Kompetenzprofils der Hochschule von den Studierenden und Fachpersonen aus Praxis und Wissenschaft gemeinsam festgelegt.
Welche Chancen (auch für gesellschaftliche Veränderung), Herausforderungen und Grenzen hat die Freiform und was können wir für die HAW lernen?
Zu Gast und im Gespräch sind diesmal Studierende der FHNW und berichten uns von konkreten Projekten ihres Studiums.

mit David Kachel (ver.di Jugend)
Solidarisch aus der Krise: Gewerkschaftliche Antworten auf steigende Lebenshaltungskosten
Freitag, 18.11.22, 12 bis 15 Uhr, 3.01

Die Preise steigen. Wir merken es an der Supermarktkasse, bekommen Briefe von Vermieter:innen, in denen sich die Nebenkosten mehr als verdoppeln, und sehen, dass am Ende des Monats immer weniger übrig bleibt oder es gar nicht mehr reicht.
Weder Studierende noch Sozialarbeiter:innen sind für ihr üppiges Einkommen bekannt und können sich angesichts dieser Krise nur gemeinsam zur Wehr setzen. Gewerkschaften bieten hierfür den idealen Ort, denn sie erkämpfen seit jeher bessere Arbeitsbedin-
gungen und höhere Löhne.
Als ehemaliger Student der HAW und begeisterter Gewerkschafter möchte ich mit euch in den Austausch darüber kommen, wie wir die Soziale Arbeit gemeinsam aufwerten können.
Neben einem einleitenden Vortrag zu den Potenzialen gewerkschaftlichen andelns und den Besonderheiten von Streiks in der Care-Arbeit, freue ich mich insbesondere auf das Gespräch mit euch. Nutzt die Veranstaltung also gerne als ersten Berührungspunkt mit Gewerkschaften, bringt Fragen und Kritik mit, oder lasst euch ganz einfach vom Vortrag berieseln.

Projektwoche SoSe 22

mit Prof. Andreas Schauder (Lehrender der FHNW)
Kooperatives Studieren im Trialog mit Praxis und Wissenschaft: Soziale Arbeit in der „Freiform“ an der Fachhochschule Nordwestschweiz
Montag, 16.05.22, 15 bis 17 Uhr, 2.03

Im Jahr 2019 startete an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) als Pilotprojekt neben dem regulären Studienprogramm des BA Soziale Arbeit die “Freiform”: „Zentral […] ist, dass sich alle Beteiligten als Lernende verstehen – auch die Praxisvertreterinnen und Dozierenden. Die Begegnung zwischen den drei Perspektiven (Studierende, Praxis und Hochschule, der sogenannte «Trialog») findet auf Augenhöhe statt.“ Das Studium samt erforderlicher Kompetenzen und Wissensinhalte wird nicht in Modulen vermittelt, sondern ohne Noten entlang des Kompetenzprofils der Hochschule von den Studierenden und Fachpersonen aus Praxis und Wissenschaft gemeinsam festgelegt.

Soziale Arbeit ist unmittelbar von Herausforderungen wie Pflegenotstand, Bil- dungsungerechtigkeit, Wohnungsnot oder wachsender Ungleichheit betroffen. Sie braucht eine Haltung, die ihre Adressatinnen emanzipieren und mit ihnen diesen Problemen entgegenwirken will, um nachhaltig die Lebensbedingungen zu verbessern. Die Freiform hat das Potenzial, intrinsisch motiviert, praxis- und projektorientiert jene Haltung zu entwickeln und schon während des Studiums die Gesellschaft – bspw. in der Arbeit mit Geflüchteten, in der Jugendarbeit oder der Gemeinwesenarbeit – mitzugestalten!

Welche Chancen (auch für gesellschaftliche Veränderung), Herausforderungen und Grenzen hat die Freiform und was können wir für die HAW lernen?

Barabend in der KontraBar
Freitag, 20.05.22, 18 Uhr bis Open End, Kontrabar

Die Kontrabar ist ein von Studierenden erkämpfter und selbstverwalteter Raum, von denen es an der HAW leider viel zu wenige gibt. In diesem Frühling haben wir renoviert und wollen die Einweihung der neu gestalteten KontraBar mit euch feiern. Zum Ausklang der Projektwoche laden wir zum gemeinsamen Barabend ein.
Bei kalten Getränken und Musik wollen wir uns kennen lernen und Begegnung schaffen, die in letzter Zeit viel zu kurz gekommen ist. Kommt vorbei und bringt eure Kommiliton:innen mit!

2013 führte der Mangel an studentisch gestalteten Räumen dazu, dass in Form eines kleinen Raves der Musikraum im EG besetzt wurde. Der bis dahin für Stu- dierende bestehende war weder groß genug noch barrierefrei. In Verhandlungen mit Departmentleitung und Dekan konnte dann ein Alternativraum erkämpft werden. Die KontraBar in Raum 0.15 wurde eröffnet und wird seitdem munter belebt und ständig weiterentwickelt.

Durch die Etablierung der KontraBar erschufen wir einen Ort für politischen, gesellschaftlichen und fachlichen Austausch und Vernetzung: Derzeit finden z.B. FSR Sitzungen, AG Treffen, Lesekreise, Filmabende, Bannermalaktionen etc. statt.

Der Raum soll von allen Interessierten genutzt werden können und ist auch wäh- rend der Seminarzeiten offen. Alle sind herzlich eingeladen sich zu beteiligen!

Projektwoche WiSe 21/22

Zurück in die Hochschule
Dienstag, 16.11.21, 17 bis 19 Uhr, 2.03

Die Veranstaltung „Zurück in die Hochschule“ bietet einen Überblick über die Studierendenlage während der Pademie und stellt die bisher immer noch primär genutze Online-Lehre in den Mittelpunkt. Wir wollen einerseits gemeinsam mit euch diskutieren warum die Online-Lehre keine Präsenzlehre ersetzen kann und andererseits wie wir in den letzten Wochen des Übergangssemesters die HS wiederbeleben können, damit es im nächstren Sommersemester wieder richtig losgehen kann! Für Ideen, Bendenken und Wünsche brauchen wir euch und die gemeinsame Diskussion.

Ein Filmabend – gemeinsames diskutieren und träumen
Donnerstag, 18.11.21, 18:15 bis 22 Uhr, Versammlungsstätte

Wir werden nach einem gemeinsamen Einstieg den Film „AUFBRUCH – die 68er Revolte an der Uni Hamburg“ schauen und laden euch herzlichst dazu ein anschließend in der Kontrabar gemeinsam über den Film und über die Gestaltungsmöglichkeiten unserer Hochschule zu diskutieren. Wir freuen und auf euch!

Projektwoche WiSe 20/21

Eröffnungsvortrag gemeinsam in der Versammlungsstätte streamen
Montag, 30.11.20, 10 bis 12 Uhr, Versammlungsstätte

Wir wollen uns den Eröffnungsvortrag gemeinsam in der Versammlungsstätte anschauen und anschließend dazu ins Gespräch kommen.

Liam von Bildung ohne Bundeswehr (BoB)
“How I learned to stop worrying and started to love the Bundeswehr.”
Wie die Bundeswehr gesellschaftliche Missstände ausnutzt und warum Krieg keine Lösung is

Montag, 30.11.20, 13 bis 15 Uhr, Versammlungsstätte und digital

Jeder weiß, wie Kriegspropaganda aussieht: Bärtige Männer zeigen auffordernd auf Dich, heroische Akte von Soldaten werden inszeniert und der Ruhm für das Vaterland zu sterben wird heraufbeschworen. Wenn man allerdings auf seine Bahn wartet und freundlich lächelnde junge Menschen einen von einer Plakatwand angrinsen, gepaart mit dem Angebot man könne bei der Bundeswehr Geld verdienen und einen Sinn im Leben finden, passt das nicht so ganz in unser Bild. 2011 wurde die Wehrpflicht ausgesetzt. Seitdem musste die Bundeswehr eine PR-Maschinerie auf die Beine stellen, die in der Lage ist, jungen
Leuten den Job bei der Bundeswehr als etwas verkaufen, was er nicht ist. Denn freiwillig in den Krieg zieht heute kaum noch jemand. In dieser Veranstaltung wird es darum gehen, wie die Bundeswehr auf gesellschaftliche Probleme (Pandemie, Arbeitslosigkeit, Unsicherheit, Vereinzelung und Unterfinanzierung von ziviler Forschung) reagiert und sie ausnutzt. Besonders im Fokus stehen Bilder von Gesellschaft, Ökonomie und Individuum, die in der Bundeswehr-Propaganda transportiert werden.

Offene Sitzung des FSR Soziale Arbeit und Kindheitspädagogik
Dienstag, 1.12.20, 16 bis 18 Uhr, Kontrabar und digital

Austausch zu Themen u.a.:
Was brauchen wir Studierenden während der aktuellen Situation? Was fehlt uns, um gut studieren zu können. Es geht darum alles zu diesen Punkten zu sammeln, Konzeptvorschläge zu überlegen und an die Fakultätsleitung weiterzugeben damit organisiert werden kann, das gutes Studieren möglich wird.
Kontrabar – Begegnungsräume sind aktuell rar, auch schon vor Corona waren diese unzureichend und es gibt generell wenig studentische Freiräume an unserer Hochschule. Die Kontrabar braucht ein neues Konzept! Wie wollen wir diesen Raum generell nutzen? Ist es mit entsprechendem Konzept und Verantwortlichen auch unter Corona möglich und wie realisieren wir das?

Projektwoche WiSe 16/17

Gemeinsames Belegen: Für eine Alternative zum Zuteilungsverfahren
Dienstag, 22.11.16, 13:45 – 15:45 Uhr, Versammlungsstätte

Früher sind Studierende zu Beginn des Semesters einfach in die Seminare gegangen, die sie interessierten, ohne sich zu koordinieren. Das führte zu viel Chaos und erschwerte die Lehr- und Lernbedingungen zusätzlich.

Das Zuteilungsverfahren wie es jetzt ist, sollte ein Kompromiss sein zwischen individueller Beliebigkeit und einem starr vorgegebenen Stundenplan als Lösung. Doch zufriedenstellend ist es nicht (zufälliges Auslosen, überfüllte Seminare, genervte Studierende und Lehrende etc.). Aus der zunehmenden Kritik daran haben Studierende und Lehrende sich in den vergangenen Semestern mit möglichen Alternativen auseinandergesetzt.

Eine davon ist das „Gemeinsame Belegen“, ein Konzept, das bereits an der Alice-Salomon-Hochschule für Soziale Arbeit in Berlin erfolgreich praktiziert wird.
Im Kern geht es darum: Sich gemeinsam – bei Bedarf moderiert – über Wünsche, Interessen, Gründe, warum man ein Seminar besuchen möchte, etc. kooperativ zu verständigen und zu einigen. Damit wollen wir nicht nur die Seminare in einer kürzeren Zeit verteilen, sondern sie auch mit neuen Anregungen beginnen (statt passiv vor dem Computer zu sitzen und die Daumen zu drücken, dass man „gewinnt“).

Auf der Veranstaltung wollen wir einen Probedurchlauf durchführen, bei dem das Verfahren vorgestellt und dann an einer exemplarischen Wahl erprobt werden soll. Dabei können wir uns alle ein genaueres Bild machen, Fragen klären oder neue aufwerfen.

Das Straßenkinderprojekt KIDS: Es ist Zeit für eine Wende der Privatisierungspolitik!
Mittwoch, 23.11.16, 10:00 – 12:00 Uhr, im ZG 10 (Zwischengeschoss)

Aktuell droht das KIDS, Deutschlands größtes Straßenkinderprojekt am Hauptbahnhof, die räumliche Grundlage seiner Arbeit dauerhaft zu verlieren: Im Oktober wurden dem KIDS seine Räume im Bieberhaus, welche seit 1993 genutzt wurden, gekündigt. Als kurzfristige Zwischenlösung sollen Container in der Nähe des Hauptbahnhofs dienen, eine langfristige Perspektive fehlt jedoch, was bereits jetzt die jugendlichen Nutzerinnen und Nutzer gefährdet.

Im Jahre 2006 wurde das Bieberhaus zusammen mit 38 anderen Immobilien, die sich im Eigentum der Stadt Hamburg befanden, an die neu gegründete Investmentgesellschaft Alstria verkauft. Deren Geschäftsmodell basiert darauf, Gebäude ihren früheren Eigentümern teuer zurück zu vermieten.
Im Rahmen des Konzepts eines „sauberen Hauptbahnhofs“ vom Senat soll das KIDS nun einem protzigen Eingang für die „Belétage“ im 1. Stock weichen.

Was mit dem KIDS passiert, ist ein deutliches Beispiel der Konsequenzen von Privatisierungspolitik: Durch diese Politik wird das Allgemeinwohl hinter die Profitinteressen einzelner zurückgedrängt. Der Ausverkauf städtischen Eigentums bzw. Allgemeineigentums, erweist sich immer als schädlich für die Gesellschaft und die sozialen Belange der Menschen der Stadt. So wie der Verkauf des Landesbetriebs Krankenhäuser an den Asklepios-Konzern hat auch der Verkauf des Bieberhauses zu einem Verlust von demokratischen Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten geführt.

Auf der Veranstaltung wollen wir mit Burkhard Czarnitzki vom KIDS und Florian Muhl, Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Kindheit und Jugend (LAG KiJu), die Geschichte des Straßenkinderprojektes und den neuen Ansatz in den frühen 90er Jahren der niedrigschwelligen Sozialarbeit kennenlernen, sowie die aktuellen Konflikte diskutieren.
Warum muss das KIDS am Hauptbahnhof bleiben?
Wie können wir als Fachbereich im Sinne des Allgemeinwohls gegen die Privatisierungspolitik eingreifen und das KIDS im Kampf um seine Räume unterstützen?

Projektwoche SoSe 16

Es ist wieder soweit: Nächste Woche (23.05. – 27.05.16 ) findet wieder die Projektwoche statt.
Diese Projektwoche gibt es nicht schon immer, sondern sie wurde vor ca. 6 Semestern aus Engagement von Studierenden und Lehrenden entwickelt und daraufhin fest ins Modul Tableau aufgenommen.
Und auch weiter lebt sie davon, dass wir zusammen Veranstaltungen/ Diskussionen/ Exkursionen etc. gestalten und besuchen.
Im Rahmen der Projektwoche haben wir die beste Möglichkeit Themen und Fragestellungen vertieft nach zu gehen, welche im „normalen Seminar Alltag“ zu kurz kommen.

Dabei bietet sich auch Gelegenheit gemeinsam Rückschlüsse für z.B. unsere Studienorganisation zu ziehen: Welche Inhalte sollten auch über die Projektwoche hinaus mehr in Seminaren thematisiert werden? Welche Bedingungen in einem Seminar/ im Studium erschweren dabei freiere und langfristige Diskussionen über Fragestellungen? Denn genauso, wie die Projektwoche entstand und weiterentwickelt wird, gilt es auch für das ganze Studium: Wir können es mitgestalten!


Not- wendig: parteiliche Soziale Arbeit

Seit letztem Jahr wird in der Grundordnung der HAW der Anspruch der Hochschulmitglieder festgehalten „[…] sich in Lehre, Forschung und Weiterbildung nachhaltig für die friedliche, soziale, […] Entwicklung der Gesellschaft einzusetzen.“ (Beschluss der Grundordnung vom 12.11.2015). Das hat eine Relevanz für alle Bereiche der Hochschule – auch für die Soziale Arbeit: Welche Funktion nehmen wir als (angehende) Sozial ArbeiterInnen in der Gesellschaft ein? Welche Rolle sollen und wollen wir spielen?

„Die Soziale Arbeit“ ist ein widerspruchsvolles Feld: Einerseits hat kaum eine andere Profession einen derart umfassenden Einblick in die Lebenslagen Not-leidener Menschen. Darin liegt die Möglichkeit die gesellschaftlichen Ursachen dieser Lagen zu erkennen und zu benennen, um entsprechend für ihre Überwindung Partei zu ergreifen.

Andererseits wird die Wissenschaft der Sozialen Arbeit, als auch die in ihr Tätigen, dazu eingespannt, die eigentlichen gesellschaftlichen Bedingungen von z.B. Armut, Arbeitslosigkeit, Gewalt und Krankheit in das Individuum hinein zu verlegen und als ein individuelles Problem zu behandeln. Die Gründe für Armut überwinden, oder ihre sozialen Folgen abmindern?

Dieser Konflikt spitzt sich besonders im neoliberalen Paradigmen Wechsel der Sozialpolitik der letzten Jahrzehnte zu: im sogenannten Aktivierenden Sozialstaat wird die Inanspruchnahme politischer und sozialer Grundrechte an Bedingungen und Pflichten geknüpft.

Das hat entsprechende Konsequenzen für die Soziale Arbeit: Soll sie doch dafür nützlicher Helfer sein. Ihre Methoden und Konzepte sollen dabei darauf gerichtet sein, eigentlich strukturell erzeugte Problemlagen, umzudeuten in „Problemgruppen“, welche zum bevorzugten Gegenstand staatlicher Ordnungspolitik werden. Ihre „Verhaltens- und Kompetenzdefizite“ sollen in einem Mix aus Zwang und Förderung unter professioneller Anleitung bearbeitet werden.

Dagegen engagieren sich Sozial ArbeiterInnen als auch Studierende. Sie wollen sich nicht einspannen lassen, sondern machen deutlich: Kriege, Armut, die Verweigerung gesellschaftlicher Teilhabe, also auch Zugang zu Ressourcen – alle diese zentralen Problemlagen der Gesellschaft gründen auf politischen Entscheidungen und sind damit auch adressierbar.

Parteiliche Soziale Arbeit bedeutet, dass wir den Konflikt mit den VertreterInnen und dieser Politik aufnehmen. Das wollen wir in den Veranstaltungen tun:

Welche Interessen stecken hinter dahinter? Wie sollen wir als Sozial ArbeiterInnen mit Hilfe welcher Ideologien eingespannt werden? Wie finden wir das in den Inhalten unseres Studiums wieder? Welche Ansätze gibt es für eine kritische, emanzipatorische Soziale Arbeit?

Die Projektwoche bietet dafür gute Möglichkeiten – auch um aus dem Diskutieren, Erkannten und entwickelten Ideen Konsequenzen für unser weiteres Studium (und Praxis) zu bilden. Alle sind alle herzlich eingeladen.

Montag, 23.05.15, 15:00 – 17:00 Uhr, Raum 2.03
„Das Recht des Kindes, das zu sein, wie es ist.“ (Janusz Korczak)
Für eine Pädagogik der Achtung statt einer Bankierspädagogik
Vortrag und Diskussion mit Prof. em. Dr. Timm Kunstreich (Rauhes Haus, AKS Hamburg)

Der Pädagoge, Arzt und Schriftsteller Janusz Korczak (1878 – 1942) nimmt eine Vorreiterrolle in der Kinderrechtsdiskussion ein. Bevor die internationale Gemeinschaft mit der Genfer Erklärung 1924 eine erste Deklaration über die Rechte der Kinder verabschiedete, appellierte er in seinen Schriften an die Erwachsenen, Kinder als vollwertige Menschen zu achten: Sie haben das Recht, ihre Persönlichkeit frei entfalten zu können. Sie sind weder Objekte, noch Besitz von Erziehern, oder Erwachsenen/Eltern. Erwachsenen falle lediglich die Aufgabe zu, Kindern in ihrer Entwicklung Hilfestellung zu sein und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten zu erweitern. Er entwickelte ein Erziehungsprogramm, das auf dem „Recht des Kindes auf Achtung und Liebe“ aufbaute.

Zusammen mit Timm Kunstreich wollen wir in der Veranstaltung die „Pädagogik der Achtung“ von Janusz Korczak kennen lernen. Dabei wollen wir auch aktuelle problematische Entwicklung in der Kinder- und Jugendarbeit in den Fokus nehmen: Im modernen Gewand finden immer mehr pädagogische Konzepte in der Sozialen Arbeit Einzug, welche eigentlich als überwunden galten. Kinder und Jugendliche sind darin Objekte herrschaftlichen Handelns: mit restriktiven, autoritären Ansätzen wird vor allem auf Anpassung junger Menschen abgezielt, etwa zu Verwertungszwecken (Humankapital). So sollen PädagogInnen z.B. in Stationären Einrichtungen mit einem restriktiven Regelkatalog auf „Abwegen geratene“ Kinder- und Jugendliche wieder auf die richtige, vorgesehene Spur bringen

Anhand des historischen Beispiels einer emanzipatorischen Praxis mit Kinder und Jugendlichen wollen wir in der Veranstaltung für die heutigen (nötigen) Konflikte lernen.

Dienstag, 24.05.16, 19:00 – 21:00 Uhr, Raum 0.18
Die Konferenz der Tiere: Der Film von 1969 Immer noch aktuell!
Filmvorstellung und Diskussion

„1. Alle Grenzpfähle und Grenzwachen werden beseitigt. Es gibt keine Grenzen mehr. 2. Das Militär und alle Schuss- und Sprengwaffen werden abgeschafft. Es gibt keine Kriege mehr. 3. Wissenschaft und Technik sollen ausschließlich im Dienst des Friedens stehen. Es gibt keine Mordwissenschaften mehr. 4. Die Zahl der Büros, Beamten und Aktenschränke wird auf das unerlässliche Mindestmaß herabgeschraubt. Die Büros sind für die Menschen da, nicht umgekehrt.
5. Die bestbezahlten Beamten werden in Zukunft die Lehrer sein. Die Aufgabe, die Kinder zu wahren Menschen zu erziehen, ist die höchste und schwerste Aufgabe. Das Ziel der echten Erziehung soll heißen: Es gibt keine Trägheit des Herzens mehr!“
(Erich Kästner, Konferenz der Tiere, 1949)

Mit dem Friedensvertrag den Kästner in seinem Buch festhält, ist ein Anspruch formuliert, der kurz und prägnant sagt, was notwendig ist.
Inhaltlich geht es in dem Buch darum, dass die Menschen sich und die Erde durch Krieg, Habgier und Umweltzerstörung immer weiter zerstören.
Die 365. Konferenz der Menschen bieten aber für keines der Probleme eine Lösung, so dass Tiere beschließen einzuschreiten und berufen „die erste und letzte Konferenz der Tiere“ ein. Ein Kind pro

Kontinent, stellvertretend für alle Kinder der Welt, sollen mit einbezogen werden.
In einer kindgerechten Alltagswelt zeigt Kästner so den Widerspruch von Wollen, Können und
Sollen und zum Anderen: dass Krieg immer falsch ist und überwunden werden kann und muss.

1969 verfilmte Curt Linda unter Absprache mit Kästner das Buch als Zeichentrickfilm.
Linda arbeitete den Gehalt von Kästners Buch genau auf, schärft z.B. den Antimilitarismus, arbeitet weitere satirische Elemente für „Erwachsene“ ein und nimmt dabei Bezug auf aktuelle Themen (z.B. die Hippie- und Studentenbewegung).
Wir wollen diesen Film zeigen, um zu überlegen, was wir für heutige Konflikte daraus lernen können und dabei einbeziehen, welche Relevanz solche Kinderliteratur für Kindern hat.

Mittwoch, 24.04.16 15:00 – 18:00 Uhr, Raum 2.03
Heute im Angebot: Ein Pfund Odachlosenhilfe! Wie die Logik der Betriebswirtschaft Einzug in die Soziale Arbeit bekam
Workshop mit Tove Soiland (Historikerin aus Zürich)

„Der Effizienzkult in Gesellschaft und Sozialer Arbeit übersieht eines: die Entwicklung von tragfähigen und vertrauensvollen Beziehungen, die den Kern nicht nur gelungener sozialpädagogischer Unterstützung ausmachen, unterscheidet sich grundsätzlich von der Produktion von Dingen“ (Galuske 2008, S.22; Schwarzbuch der Sozialen Arbeit, S.182 )

Soziale Arbeit ist eng verknüpft mit existentiellen Notlagen von Menschen. Fragen zum Menschen- und Weltbild und einer Berufsethik sind daher in der Entwicklung ihrer Profession nicht weg zu denken. Die Frage nach der gesellschaftlicher Verantwortung für soziale Missstände und wie diese zu überwinden sind, spielt dabei eine zentrale Rolle.
Klar scheint, dass Soziale Arbeit zu den „Nonprofit-Bereichen“ der Gesellschaft gehört.
Doch die Entwicklung der letzten Jahrzehnten ist eine andere: Soziale Arbeit wird (genauso wie der Gesundheits- und der Bildungsbereich) immer mehr als Marktprodukt gesehen und verhandelt.

Von einer gesellschaftlich verantwortlichen Instanz soll Soziale Arbeit so in eine Art wirtschaftliches Produktionsunternehmen sozialer Dienstleistungen transformiert werden.
Management- und Marktlogik und damit eine betriebswirtschaftliche Denkweise erhält dabei immer mehr Einzug. Das hat eine nicht zu übersehende Auswirkung darauf, wie Soziale Arbeit  praktiziert und gelehrt wird: Instrumente und Begriffe wie z.B. Marketing, Prozesssteuerung, Output, Effizienz und Führung wachsen an Bedeutung nicht nur für den Alltag der praktizierenden Sozial ArbeiterInnen, sondern auch im Studium steigt ihre Relevanz
So scheint es uns, als sollen wir lernen, was wir machen, so zu verpacken, als würden wir ein Auto herstellen: Statt um fachliche Fragen, geht es um Kennzahlen und messbare Ergebnisse. Soziale Arbeit soll nach „ihrer Leistung“ bewertet und „vermessen“ werden. Finanziert wird nur das, was einen nachweisbaren Effekt habe, effizient sei, sich lohne, was einen Nutzen bringe (aber für wen?).

Akteure der Sozialen Arbeit werden so in eine Rolle gedrängt, die sie zunehmend von ihren eigentlichen Ansprüchen trennt, sie sogar in Widerspruch dazu bringt: Wie lassen sich Fragen zur Ethik der Sozialen Arbeit, zu ihre Fachlichkeit und ihrem Menschenbild einbeziehen, wenn es nur noch darum gehen soll „am Markt zu überleben“? Kann Soziale Arbeit überhaupt betriebswirtschaftlich gemessen, erfasst, gesteuert werden?

Diesen und weiteren Fragen wollen wir zusammen mit Tove Soiland nachgehen. Anhand der zugrundelegenden gesellschaftlichen Entwicklung wollen wir dabei die Interessen hinter der Ökonomisierung der Sozialen Arbeit verstehen und alternative Perspektiven entwickeln.