Für ein Recht auf Wohnen!

Wohnen ist ein fundamentales Menschenrecht und sollte als solches in der Verfassung verankert werden. Sicheres und angemessenes Wohnen ist die Basis für ein menschenwürdiges Leben, es fördert die persönliche Entfaltung und ermöglicht die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Der Zugang zu Wohnraum ist nicht nur eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, sondern auch Voraussetzung für Gesundheit, Bildung, Arbeit und wirtschaftliche Stabilität. Jeder Mensch, unabhängig von Herkunft, sozialem Status oder Lebensumständen, sollte das einklagbare Recht auf eine Wohnung, die Schutz, Sicherheit und Geborgenheit bietet, erhalten.

Recht auf Wohnen garantieren! Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe

Liebe Kommiliton:innen,

in diesem Sinne laden wir euch herzlich zu folgenden Demonstrationen und Aktivitäten ein:

Demonstration „Offensiv für Wohnraum“ – Start am 05.12. um 17 Uhr auf dem Gänsemarkt
Die Wohnungskrise ist offenkundig. Die Mieten sind schon jetzt für viele nicht mehr bezahlbar. Stattdessen braucht es grundsätzliche Veränderungen und eine grundlegend andere Wohnungspolitik.Wir fordern einen Mietendeckel, einen besseren Kündigungsschutz, einen sozialverträglichen ökologischen Umbau, mehr gemeinnützigen Wohnungsbau, dauerhaft bezahlbaren und bedarfsgerechten Wohnraum, ein Ende der Spekulation mit Boden und Wohnungen durch Vergesellschaftung!

Demonstration „Solidarität statt Ausgrenzung“ – Start am 14.12. um 14 Uhr am Dammtor Bahnhof
Maßnahmen wie das Bettelverbot im HVV, die Überwachung und Verdrängung auf öffentlichen Plätzen oder die Bezahlkarte folgen einer Logik der Marginalisierung und Kriminalisierung von Menschen in prekären Lebenslagen. Stattdessen fordern wir sozialverträgliche Lösungen und eine Stadt, die allen Menschen Raum und Unterstützung bietet.
Es braucht bezahlbaren Wohnraum für Alle, die Umsetzung von Housing First und soziale Sicherheit für Alle statt Individualisierung von Armut!
Kommt auch vorab zur Bannermalakation am 09.12. ab 16 Uhr in der Kontrabar.

Petition „Ausfinanzierung des Studierendenwerks statt Preiserhöhung – Gemeinsam gegen die 13. Monatsmiete!“
Drei Viertel aller Studierender in Deutschland sind arm. Die anstehenden Mieterhöhungen in den Wohnheimen des Studierendenwerks – die eigentlich erschwinglich sein sollen – verschlimmern die Situation nur noch weiter. Das nehmen wir nicht hin. Wir fordern eine bessere Finanzierung des Studierendenwerks durch die Stadt Hamburg, um neue Wohnheimplätze zu schaffen, Mieten sowie Semesterbeitrag und Mensapreise deutlich zu senken!
Unterschreibt die Petition, verbreitet sie und macht mit: www.openpetition.de/!studiwerk
Kommt auch zur Bannermalakation und anschließender Party am 06.12. ab 18 Uhr im Wohnheim Margaretha-Rothe-Haus.

Kommt dazu!

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Projektwoche WiSe 24/25

Liebe Kommiliton:innen,

hiermit laden wir euch herzlich zu unseren Veranstaltungen in der Projektwoche ein:

Armut sichtbar machen – Ziviler Widerstand gegen das Bettelverbot im HVV!
am Dienstag, den 26.11.2024 von 15:00 bis 16:30 Uhr in Raum 4.03

Armut darf nicht unsichtbar gemacht werden – sie muss aktiv bekämpft werden! Die Veranstaltung thematisiert, wie ziviler Widerstand und Soziale Arbeit zusammenwirken können, um die Kriminalisierung von Armut zu verhindern.
Am Beispiel des Bettelverbots im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) wird aufgezeigt, wie solche Regelungen Verdrängung fördern. Gemeinsam mit der ‚Lobby gegen Verdrängung und Diskriminierung‚ diskutieren Strategien zivilen Widerstands und Ansätze der Sozialen Arbeit, um Armut wirksam zu bekämpfen.

Armut – (k)ein individuelles Problem?!
am Donnerstag, den 28.11.2024 von 11:00 bis 13:00 Uhr

„Von sozialer Gerechtigkeit sind wir gesellschaftlich weit entfernt. Mehr soziale Gerechtigkeit kann nur durch eine substanzielle Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums mittels Steuer- und Abgabenpolitik erreicht werden. Alles andere ist Flickschusterei.“ – Harald Ansen (SOVD 12.07.2024)
Obwohl in Deutschland 237 Milliardäre leben und aktuell gut ein Fünftel der Bevölkerung von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht ist, verfängt weiterhin der Mythos „Wer arm ist, sei irgendwie auch selbst schuld.“
Der norwegische Kurzfilm „Grill“ erzählt die Geschichte einer Frau in existenzieller finanzieller Not. Weil ihr der Strom abgestellt wird, begibt sie sich auf eine Odyssee durch die Stadt, um einen kostenlosen Grill zu beschaffen, wie von der Sozialbehörde empfohlen. Die bitterböse Satire karikiert nicht nur das Versagen des Hilfesystems, sondern auch die Annahme, im Notfall sei ja die Familie zur Stelle.
Gemeinsam wollen wir diskutieren, welche Auswirkungen die Individualisierung von Armut auf den Einzelnen wie die Gesellschaft hat. Ist oder macht Armut kriminell? Welche Rolle spielt die Soziale Arbeit bei der (Anti-)Diskriminierung von armen Menschen? Wie wirken wir für eine Soziale Arbeit, die Armut tatsächlich bekämpft statt sie (lediglich) zu verwalten?

SOLD CITY – Wenn Wohnen zur Ware wird
am Donnerstag, den 28.11. und 12.12.2024, um 18 Uhr in der Kontrabar (Raum 0.15)

77% der Studierenden sind von Armut gefährdet, auf dem Hamburger Wohnungsmarkt gibt es so gut wie keine bezahlbaren WG-Zimmer und die Wohnheimplätze des Studierendenwerks reichen nicht aus. Das verunmöglicht vielen das Studium! Noch bis 1989 war der Wohnungsbau an Gemeinnützigkeit gebunden, die Gewinne stark reguliert. Seit 1990 soll nur noch der Markt entscheiden.
Der Film SOLD CITY (2024 | 102 Min) macht nicht nur die Gefahren für die Stadtkultur und die Demokratie sichtbar, die von dieser Marktorientierung ausgeht, sondern geht auch den Ursachen und Möglichkeiten des Widerstands nach!
Wir wollen den Film gemeinsam schauen und diskutieren. Für eine starke öffentliche Finanzierung des Studierendenwerks!

Kommt dazu und diskutiert mit!

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Würde kommt von Kämpfen. BAföG für Alle – statt Armut per Gesetz!

Liebe Kommiliton:innen,

hiermit laden wir euch zur Kundgebung Würde kommt von Kämpfen. BAföG für Alle – statt Armut per Gesetz! ein, am Montag, den 18.11.2024, um 16 Uhr vor dem Audimax der Uni Hamburg (Von-Melle-Park).

Auch wenn das Bundesverfassungsgericht in seinem jüngsten Urteil zum BAföG (veröffentlicht am 30.10.24) etwas Gegenteiliges festgestellt haben will: das Grundrecht auf ein lebensgrundlagensicherndes Existenzminimum gilt auch für Studierende. Die staatliche Ausbildungsförderung in der derzeitigen Form verletzt dieses elementare Grundrecht auf eklatante Weise. 77% der Studierenden, die nicht im Elternhaus wohnen, leben trotz Nebenjobs etc. unter der Armutsgrenze (vgl. in der Gesamtbevölkerung: 14%). Tendenz steigend.

Die prekäre soziale Lage von Studierenden ist jedoch kein Versehen. Sie ist politisch gewollt hergestellt und insofern auch veränderbar.

Seit jeher geht von studentischen Bewegungen ein emanzipatorisch-revolutionäres Potential aus. Daran erinnert nicht zuletzt der alljährlich am 17. November gefeierte International Students‘ Day.

Bereits 1941 vom International Student Council ins Leben gerufen, gemahnt er an den nur zwei Jahre zuvor stattgefundenen Widerstand tschechischer Studierender gegen die faschistische Besatzung der Prager Karls-Universität.

Im Bewusstsein der Bedeutung von Hochschulen als potentiellen Orten der kritischen Weltaneignung, der aufklärerischen Wahrheitsfindung und des gesellschaftlich-verantwortlichen Eingreifens für eine humane Zivilisationsentwicklung organisierten die tschechischen Kommiliton:innen ein bis dahin
beispielloses Aufbegehren gegen die Pläne der NS-Besatzungsorgane, die Karls-Universität zur „Frontuniversität“ und zum „Ausstrahlungspunkt des deutschen Geistes und der deutschen Leistung für den gesamteuropäischen Südosten“ umzugestalten.

Dieser humanistisch-oppositionelle Kampfesmut strahlte weit über die Landesgrenzen aus, ermutigte die Herausbildung antifaschistischer Widerstandsgruppen im Exil, trug auf diese Weise mit zur Befreiung von Faschismus und Weltkrieg bei und inspirierte nachfolgende Generationen kritisch engagierter Studierender in der ganzen Welt.

Am 17. November 1973 besetzten griechische Studierende Seite an Seite mit Schüler:innen und Arbeiter:innen das Athener Polytechnikum und leiteten so das Ende der von USA und NATO geduldeten Militärdiktatur Papadopoulos‘ ein.

Auch die Studierendenbewegung der 1968er, die weitreichende sozialstaatliche Reformen, eine Wende zur internationalen Entspannungspolitik, die soziale Öffnung der Hochschulen, eine allgemeinwohlorientierte Studienreform und zahllose Mitbestimmungsmöglichkeiten (FSRe, Studierendenparlamente, demokratisch gewählte Selbstverwaltungsgremien) an den Hochschulen durchsetzte, tat dies im Geiste des aufklärerischen Engagements für Frieden, internationale Solidarität, soziale Progression, kulturelle Emanzipation und eine antifaschistische Demokratisierung der gesamten Gesellschaft. In diesem Zusammenhang wurde auch das BAföG als kostendeckende, bedarfsunabhängige, rückzahlungsfreie staatliche Ausbildungsvergütung für alle Studierenden, Auszubildenden und Schüler:innen ab 18 Jahren erkämpft.

Die politisch Verantwortlichen wissen, welches progressiv transformatorische Potenzial von selbstbewusst eingreifenden, kritischen Studierenden ausgehen kann. Deswegen wurde das BAföG schrittweise über die letzten Jahrzehnte gezielt „ausgeblutet“. Das ist fundamental zu verändern.

Damals wie heute gilt: ein:e Jede:r hat das Recht auf Bildung und ein:e Jede:r ist bedeutsam dafür, durch sinnstiftende, erfreuliche kooperative Lern- und Erkenntnistätigkeit zur Schaffung global menschenwürdiger Lebensbedingungen beizutragen. Fernab von Bulimie-Lernen, blutigen Ellenbogen,
kulturellem Normierungsdruck und strukturellen sozialen Bedrängungen braucht es die Möglichkeit des uneingeschränkt kritischen Studierens, um tatsächliche, humane, solidarische Antworten auf die globalen Herausforderungen unserer Zeit (soziale Ungleichheit, Kriege, Klimakrise, etc.) zu finden. Prekäres Studieren im Hamsterrad kann sich keine Gesellschaft auf Dauer leisten.

Was wir uns leisten können, ist ein BAföG für Alle: mind. 1200€ monatlich, inflationsangepasst, rückzahlungsfrei, alters-, eltern- und herkunftsunabhängig. Geld ist genug da! Aus der Geschichte lässt sich lernen.

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat