Filmabend Wir Wunderkinder

In der Orientierungswoche wollen wir als Auftakt der Reihe „Filme gegen Rechts“, den Film „Wir Wunderkinder“ schauen. Um gemeinsam ein Verständnis der historischen Gegebenheiten des deutschen Faschismus und ihrer Akteure zu erarbeiten – und neue gemeinsame Vorhaben zu entwickeln dafür, daß jede rechte Ideologien in der Gesellschaft zurückgedrängt werden können. Das bedeutet vor allem, daß die nationalistische und chauvinistische AfD 2015 nicht in die Hamburger Bürgerschaft einziehen darf.
Der Film spannt vor diesem Hintergrund den zeitgeschichtlichen Bogen von 1913 bis 1957.
Gegenübergestellt werden der alles in allem redliche Journalist Hans Boeckel (Hansjörg Felmy) und der skrupellose ehemalige Schulfreund und Opportunist Bruno Tiches (Robert Graf).
Beider Vita wird vom Kaiserreich über den Faschismus bis in die frühen Jahre der Bundesrepublik miteinander wertend verglichen.
Satirisch kommentiert wird die Geschichte von dem Kabarettisten Wolfgang Neuss („Conferencier“) und seinem Pianisten Wolfgang Müller.
Am Ende kommt heraus, dass die Redlichkeit sich bewährt, aber auch, dass sie politisch etwas konsequenter sein könnte.

Daraus lässt sich, kritisch und vergnüglich, für heute lernen.

Semesterauftakt 2014

Solidarität statt Konkurrenz
Für einen befreienden Semesterbeginn

Weltweit spitzt sich die soziale Ungleichheit zu. Der Zugang zu menschenwürdiger Arbeit, Wohnung, Gesundheit, Kultur und Bildung ist immer mehr denjenigen vorbehalten, die das Geld dafür haben und wird zunehmend denjenigen verwehrt, die dies nicht haben.

Statt zur Lösung dieser gesellschaftlichen Problemlagen beizutragen, sorgen die Regierungen in Deutschland wie im übrigen Westen durch Kürzungs- bis hin zur Kriegspolitik für eine weitere Verschärfung der Krise.

Dieser weitgehende Ausschluss der Mehrheit vom gesellschaftlich hervorgebrachten Reichtum wird seitens Wirtschaft und Politik mit der Behauptung es sei kein Geld da (Schuldenbremsenideologie) versucht zu legitimieren. Für die Gewinnmaximierung der Wenigen soll die Mehrheit der Bevölkerung den Gürtel enger schnallen.

Gegen diese fortgesetzte Ausbeutung der Menschen für Profitinteressen müssen die Ursachen von Armut und sozialer Ungleichheit wissenschaftlich durchdrungen werden, um Partei zu ergreifen für eine soziale, demokratische und friedliche Entwicklung der Gesellschaft. Dies stellt die Wissenschaft vor ihre eigentlichen Aufgaben.

Vor diesem Hintergrund müssen am Fachbereich Soziale Arbeit soziale Errungenschaften und Problemlagen analysiert, beschrieben und Lösungen (weiter)entwickelt werden.

Der Fachschaftsrat (FSR) ist – als Teil und im Geiste der durch die ’68er Studentenbewegung und ihre Nachfolgeorganisationen erkämpften demokratischen Selbstverwaltung der Hochschulen – Akteur in diesen Auseinandersetzungen. Hier organisieren sich Studierende gemeinsam, um solidarisch für verallgemeinerbare soziale, politische und kulturelle Interessen der Studierenden zu streiten. Dies bedeutet auch sich wissenschaftskritisch gegen die zunehmende Tendenz zu wehren, das Soziale unter dem Aspekt der Verwertbarkeit (Humankapital) zu fassen. Statt sich an dieser Unterwerfung des Sozialen zu beteiligen, gilt es gegen die dahinter stehende menschenabgewandte Haltung klar Opposition zu beziehen. Daher wirkt der FSR für die Entwicklung einer gesellschaftlich verantwortlichen Lehre, Wissenschaft und Forschung, die es gemeinsam mit allen Hochschulmitgliedern zu realisieren gilt.

In den vergangenen Semestern hat der FSR in den Projektwochen Veranstaltungen zur „Repolitisierung der Sozialen Arbeit“, zur Frage „Angepasst oder kritisch Studieren?“ und zum konkurrenzhaften Menschenbild des Kapitalismus, dem „homo oeconomicus“ organisiert.

Anknüpfend daran planen wir als FSR für dieses Semester anlässlich 100 Jahre Erster Weltkrieg und 75 Jahre Zweiter Weltkrieg u.a. eine antifaschistische Filmreihe. Lernend aus der Geschichte werden in den Filmen die nach der Befreiung vom Faschismus gemeinsam gebildeten Ansprüche an eine solidarische Gesellschaft deutlich. Die uneingelösten Hoffnungen von damals – auch gefasst im Grundgesetz sowie im Potsdamer Abkommen von ’45 – auf Überwindung von Ungleichheit und Unterdrückung drängen weiterhin auf ihre Realisierung. Auf dieser Grundlage wenden wir uns gegen alle Ideologien, die Konkurrenz, Ungleichheit und Unterdrückung als Natur des Menschen („Der Mensch ist des Menschen Wolf“) und die Verhältnisse als alternativlos darstellen. Dagegen wollen wir Teil einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung sein.

Dafür setzt sich der FSR für Verbesserungen in der Wissenschaft, im Studium und in der Hochschule ein. Zusammen können wir so mit Publikationen, gemeinsam organisierten Veranstaltungen und Aktionen für eine solidarische Kultur im Fachbereich und darüber hinaus eingreifen.