Krieg dem Kriege​ – Internationale Postkarten 1918 bis 1939

Eröffnung der Ausstellung am 16.5. um 18 Uhr in der Versammlungsstätte:
Als in Europa Faschisten unterstützt von Großkonzernen und Kirchenfürsten mit Gewalt, Unterdrückung und Krieg den demokratischen und sozialen Fortschritt aufzuhalten drohten, antworteten weltweit Organisierte der Friedensbewegung, des Antifaschismus und der Arbeiterbewegung mit Solidarität für das Wohl der Arbeitenden und für Frieden. Damit gaben sie Vielen Mut und Hoffnung.
Die Ausstellung „Krieg dem Kriege“ zeigt auf 20 Tafeln mit internationalen Postkarten der Zwischenkriegszeit (1918 bis 1939) einen Teil dieser Kämpfe. Künstlerisch und analytisch wandten sich die Ersteller gegen die laufenden Kriege, die Geschäfte damit und die drohende Gefahr des zweiten Weltkrieges. Von ihnen können wir lernen für heute, wo die Welt mit Kriegen überzogen wird und (nicht nur) die Bundesregierung massive militärische Aufrüstung plant. Der gesellschaftlich erarbeitete Reichtum dagegen ist immens. Ob er weiter für Krieg und Unterdrückung oder stattdessen für ein Leben in Würde für Alle genutzt wird, liegt mit an uns.
Welche Bedeutung für eine friedliche, demokratische und soziale Gesellschaftsentwicklung haben dabei Kunst und Wissenschaft, welche sollen sie in Zukunft haben?

Eröffnung der Ausstellung am 16.5. um 18 Uhr in der Versammlungsstätte mit:
– Begrüßung
– Lieder und Texte der Friedensbewegung, gespielt von Uwe Levien und gesprochen von Klaus Robra
– Führung durch die Ausstellung mit René Senenko (Willi-Bredel-Gesellschaft)
– Beisammensein und Austausch

Die Ausstellung ist bis zum 19.6. in der Versammlungsstätte zu sehen. Alle sind herzlich eingeladen!

Antikriegstag!

1. September 2014, 18:00 Uhr
18:00 │ Auftakt am Kriegsklotz, S-Dammtor/U-Stephansplatz
19:00 │ Kundgebung Barlachstele, Rathausmarkt
19:30 │ Kundgebung Jungfernstieg, Alsteranleger

Nie wieder Krieg! Internationale Solidarität statt Völkerhass

„Ihr aber lernet, wie man sieht statt stiert
Und handelt, statt zu reden noch und noch
So was hätt einmal fast die Welt regiert!
Die Völker wurden seiner Herr, jedoch
Daß keiner uns zu früh da triumphiert –
Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!“
(Bertolt Brecht)

Seit Beginn der 1950er Jahre wurde in der Deutschen Demokratischen Republik der 1. September als „Weltfriedenstag“ bezeichnet, an dem auf Versammlungen zum Eintreten für den Weltfrieden aufgerufen wurde. In der Bundesrepublik Deutschland wird seit 1957 dieser Tag alljährlich als „Antikriegstag“ begangen. Er erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939. Zu diesem 1. Antikriegstag aufgerufen hatte die „Antimilitaristische Aktion“, ein Bündnis der Sozialistischen Jugend – Die Falken, der Solidaritätsjugend, der Naturfreundejugend und der Verband der Wehrdienstverweigerer insbesondere vor dem Hintergrund, dass im Juli 1956 in der BRD die allgemeine Wehrpflicht beschlossen wurde und ’57 die ersten Wehrpflichtigen in die Kasernen der Bundeswehr einzogen. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ruft seit jeher unter dem Motto „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“ zum Antikriegstag auf.

Diese Losung hat bis heute hohe Aktualität: Im Angesicht der zugespitzten weltweiten sozialen Ungleichheit und der verschärften Kriegslage steigt die Verantwortung, die uneingelösten Hoffnungen und Lehren aus der Befreiung vom Faschismus zum Ausdruck zu bringen. Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der Zweite und weiter gilt: Kriege brechen nicht einfach aus und kommen auch nicht über uns wie Naturkatastrophen. Kriege werden von Menschen vorbereitet und gemacht – für Profitinteressen und die Geschäftemacherei einiger Weniger. So sollen weltweit – wie in der Ukraine und im Nahen Osten –, selbstsüchtige Interessen mit propagandistischer, ökonomischer und militärischer Gewalt durchgesetzt werden.

Das ist auch gemeint, wenn Bundespräsident Gauck, Außenminister Steinmeier und Verteidigungsministerin von der Leyen „Mehr Verantwortung in der Welt“ einfordern: Deutschland müsse seine militärische „Zurückhaltung“ nach den beiden Weltkriegen aufgeben. 69 Jahre nach Gründung der UNO und 65 Jahre nach Verabschiedung des Grundgesetzes soll damit weiter Abschied genommen werden vom völkerrechtlichen Gewaltverbot. Militär und Krieg sollen als Mittel der Politik wieder öffentlich anerkannt werden. Die Bevölkerung lässt sich aber trotz massiver Medienpropaganda und Lügen nicht für Kriege begeistern, die Mehrheit lehnt weiter Kriegseinsätze ab.
Aus dieser noch eher passiven Ablehnung muss ein aktiver, friedensbewegter Widerstand werden, denn: Der Kriegspropaganda, die immer Unheil stiftet, ist massiv zu widersprechen und alles zu unternehmen, was zu gewaltfreien Lebensverhältnissen der Menschen führt.

Die Prinzipien des Gewaltverzichts, der zivilen Konfliktlösung und des gemeinsamen sozialen wie kulturellen Aufbaus, die nach 1945 bis in die 1970er und 80er Jahre hinein bestimmend waren für Institutionen wie die UNO und die OSZE, müssen wieder zur Geltung gebracht werden.
Anstatt weiter an der Rüstungsspirale zu drehen, wie mit den beabsichtigten Waffenlieferungen in den Irak und die Anschaffung neuer militärischer Drohnen, müssen auch in Deutschland Fragen der Rüstungs-Konversion, des Umbaus der Produktion in eine rein zivile, neu auf die Tagesordnung gesetzt werden um das Geschäft mit dem Krieg zu beenden.

Dafür eingreifend engagieren sich bundesweit Hochschulmitglieder, um gegen die Militarisierung und Ökonomisierung der Bildungseinrichtungen einen Mentalitätswechsel hervorzubringen und diese als Orte der Aufklärung für den Frieden und für gesellschaftliche Veränderung zu rekonstituieren. Die Parteinahme der wissenschaftlichen Arbeit der Hochschulmitglieder für den Menschen ist notwendig, um Armut und Unterentwicklung nachhaltig zu überwinden, Fragen der Entspannung, Abrüstung und Konversion tatkräftig anzugehen und echte Schritte dafür zu tun, globale Probleme wie soziale Ungleichheit oder Klimaveränderungen zu lösen.

Daher rufen wir alle Hochschulmitglieder auf,
sich an der Demonstration zum Antikriegstag zu beteiligen!
In Solidarität mit den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen und politischen Kräften in aller Welt engagieren wir uns gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg, für eine Welt des Friedens.

„Mit den Waffen des Geistes gegen den Geist der Waffen.“
Martin Löwenberg, Widerstandskämpfer gegen den deutschen Faschismus, KZ-Häftling und Zwangsarbeiter, Gründung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Internationale Solidarität: „Nein zum Krieg in der Ukraine – Gemeinsam für den Frieden“

Die Situation um den Konflikt in der Ukraine eskaliert täglich weiter. Die Faschisten der „Svoboda“-Partei und des „Rechten Sektors“ terrorisieren die Bevölkerung – vor allem GewerkschafterInnen und AntifaschistInnen – geduldet durch EU, NATO, Bundesregierung und fast alle Bundestagsparteien. Luftwaffe, Artillerie und Panzer des ukrainischen Militärs feuern auf die Zivilbevölkerung und eskalieren den Konflikt und werden dabei vom „Westen“ ermuntert. Die deutsche Bundesregierung spielt in der Ukraine-Krise ein verantwortungsloses und gefährliches Spiel. Sie paktiert mit der erst in den letzten Tagen zurückgetretenden Regierung in Kiew, an der auch nach den Neuwahlen Faschisten beteiligt waren. Schon seit Jahren wird mit Geheimdiensten, Stiftungen (Konrad-Adenauer, Friedrich-Naumann, Heinrich-Böll u.a.), Waffen und Geldern aggressiv von außen interveniert, um gewaltsam geostrategische und wirtschaftliche Vorteile zu erlangen. Über 200.000 Menschen sind auf der Flucht. Dagegen regt sich in der Ukraine und weltweit massiv Widerstand.

Außenpolitisch wollte die EU mit dem Assoziierungsabkommen die Ukraine in ihren Machtbereich holen und in das militärische Konzept der „NATO-Osterweiterung“ einbinden.
Die soziale Ungleichheit innerhalb der Ukraine ist die innenpolitische Seite des Konflikts.Die Bevölkerung ist in den letzten Jahrzehnten von wechselnden Despoten und Oligarchen durch eine enorme Umverteilung von unten nach oben ausgeplündert worden. Die „Maidan-Proteste“, die sich ursprünglich an der miserablen sozialen Lage entzündet hatten, wurden durch Oligarchen, Militaristen und Nationalisten instrumentalisiert, um die großen privaten Vermögen vor den berechtigten Forderungen nach Umverteilung zu schützen.
Das inzwischen von der Regierung Poroschenko unterzeichnete Assoziierungsabkommen bedeutet weitere Kürzungen und Privatisierungen zu Lasten der Bevölkerung, wie man sie besonders drastisch aus Griechenland, Portugal, Italien und Spanien kennt. Bereits jetzt sind die Lebenshaltungskosten in der Ukraine erheblich gestiegen, während die Löhne und Gehälter von einem ohnehin niedrigen Niveau weiter sinken.
Stattdessen gilt es soziale Bedingungen herzustellen, die allen Menschen ein Leben in Würde ermöglichen.

Weder militärische noch verbale Aufrüstung kann zur Lösung dieses Konflikts führen. In einer solchen Situation wäre es Aufgabe der „Friedenspreisträgerin“ EU und der Bundesregierung für De-Eskalierung zu sorgen.
Ein Weg aus der Krise kann nur über politische Verhandlungen gefunden werden.

Dafür ist unter Anderem erforderlich:

  • Schluss mit dem Säbelrasseln auf allen Seiten
  • Strikte Einhaltung des Völkerrechts in allen internationalen Konflikten
  • Keine Sanktionen, dafür Diplomatie und tatsächliche Kooperation
  • Die Zusammenarbeit mit faschistischen Kräften muss beendet und die rechten Banden entwaffnet und verboten werden
  • Die Einstellung aller Waffenexporte in die Region und atomare wie allgemeine Abrüstung aller Länder (auch durch die Einführung von Zivilklauseln an allen Hochschulen)
  • Keine Erweiterung der NATO, sondern ihre Auflösung
  • die Beendigung der Einmischung aller ausländischen Staaten in die ukrainischen Angelegenheiten, damit die Bevölkerung über ihre Angelegenheiten demokratisch selbst entscheiden kann,
  • den Einzug der Vermögen der Oligarchen, um Investitionen in die Infrastruktur des Landes zu ermöglichen, Arbeitsplätze zu schaffen und für alle Menschen in der Ukraine soziale Sicherheit zu gewährleisten.

Unsere Solidarität gilt allen demokratischen und antifaschistischen Kräften in der Ukraine und darüber hinaus, die sich mutig für Frieden und Völkerverständigung und sozialen Fortschritt einsetzen!

Daher rufen wir zur breiten Beteiligung auf:

Demonstration „Nein zum Krieg in der Ukraine – Gemeinsam für Frieden“
am 28. Juli 2014 um 17.00 Uhr
Start vom „Kriegsklotz“ am Dammtor zum Gerhard-Hauptmann-Platz