Stellungnahme des FSR Soziale Arbeit und Pädagogik zur aktuellen Situation

Studierende, Lehrende und Mitarbeitenden der HAW sind mit einer völlig neuen Situation konfrontiert: Neben Fragen rund um die Hochschule, um den Lehrbetrieb, die digitale Lehre und die Inhalte der Lehre, sind alle gezwungen, sich mit den erheblichen Einschränkungen des Alltags in Arbeit, Studium und Freizeit auseinander zu setzten.
Für die Studierenden wie Lehrenden bedeutet dies eine zusätzliche Belastung, wobei die zum Teil vorher schon bestandenen sozialen und finanziellen Nöte insbesondere auf Seiten der Studierenden extrem verschärft werden.
Kinderbetreuung, Jobverluste, BAföG-Unsicherheiten, fehlende technische Kommunikationsmöglichkeiten bilden dabei nur einige Faktoren. Dazu kommt, dass gerade in der Sozialen Arbeit einige Studierende bereits in der Praxis arbeiten und auch dort mit ganz neuen Herausforderungen zu tun haben, die notwendigerweise auch in Seminaren zu beraten wären- auch unter dem Aspekt, wie wir mit Praxisakteur*innen und Wissenschaftler*innen Maßnahmen und Handlungsoptionen in der Corona-Zeit entwickeln können.

Wir unterstützen die Forderungen der Hamburger LandesAstenKonferenz (LAK) und begrüßen ausdrücklich die Forderungen des Solidarsemesters (www.solidarsemester.de) und fordern den DepartmentRat sich ebenfalls für deren Umsetzung starkzumachen. 
Darüber hinaus möchten wir uns gemeinsam mit dem Departmentrat und Departmentleitung für folgende Forderungen einsetzen:
Des Weiteren fordern wir vom DepartmentRat und der Departmentleitung den Einsatz in nachstehenden Punkten:

Ökonomische Situation:
Viele Studierende sehen sich durch ausfallende Einnahmen und Arbeitsmöglichkeiten existenziell bedroht. 

  • Das BAföG muss weiter uneingeschränkt gezahlt wird – unabhängig davon, ob an Online-Lehre teilgenommen wird oder nicht
  • Der sog. von Senat und Studierendenwerk eingerichtete „Notfallfonds“ für Studierende ist eine Farce. Die darüber als Darlehen vergebenen 400 EUR reichen zum Leben nicht aus und liegt weit unterhalb von BAföG und Hartz IV. Wir fordern, dass es auch für Studierende pauschal einen Zuschuss von 1000 EUR pro Monat gibt, wie es z.B. der Nothilfefonds für Solo-Selbständige vorsieht.
  • Das Semester darf nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet werden. Auch auf der Immatrikulationsbescheinigung darf das „Coronasemester“ nicht als volles Semester erscheinen.
  • Drittmittelprojekte der Lehrenden sowie Zeitarbeitsverträge von Mitarbeitenden der Hochschule müssen weiter finanziert werden (mindestens um 6 Monate erweitert).

Lehre:
Die Hochschule ist in der Krise besonders gefordert. Gerade jetzt kommt es darauf an Rationalität und wissenschaftliche Argumente gegen populistische Stimmungsmache und jede Art der Alternativlosigkeit in den wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurs einzubringen. Dabei sind Adressat*innen Soziale Arbeit oftmals besonders von den sozialen Einschränkungen dieser Krise betroffen und wir sollten dafür streiten, dass auch die benachteiligten Menschen, die nicht im öffentlichen Fokus stehen, die würdige Lebensbedingungen und soziale Sicherheit erfahren.

  • Lebenswirklichkeiten der Studierenden und Lehrenden müssen ernst genommen werden:
  • Wir fordern eine kritische Reflektion der Online-Lehre. Dabei ist klar, dass sie keinesfalls die Präsenzlehre ersetzen kann. Sowohl didaktische als auch technischen Voraussetzungen müssen hier oft erst erarbeitet werden.
  • Anpassung von (Leistungs-)Nachweisen und ihre Reduzierung. Es muss umfangreiche Fristverlängerungen geben. Prüfungsversuche werden als Freiversuche gewertet.
  • Es muss ein kritisches Überprüfen des geforderten Lehrstoffs geben, ob dieser angemessen ist. Ein gemeinsamer mitgliederübergreifender Austausch darüber ist unabdingbar.
  • Die Einführung von Präsenzzeiten (Anwesenheitspflicht) ist auszusetzen. Das gilt entsprechend für Online-Veranstaltungen, die z.T. datenschutzrechtlich bedenkliche Kontrollen des Online-Verhaltens von Studierenden und Lehrenden ermöglichen.
  • Es dürfen Studierenden, die nicht an der Online-Lehre teilnehmen können, keine Nachteile für nicht erbrachte Leistungen entstehen.
  • Die Praktikumsvoraussetzungen für BASA und BABE sind anzupassen. Die BABE Studierenden sollen das Praktikum auch in früheren Semestern verblocken dürfen, es soll eine Reduzierung der Gesamtstunden sowie Ersatzleistungen ermöglicht werden. Es muss ein flexibler Umgang möglich sein. Für BASA muss es Regelungen geben, wie mit den 15 Tagen umgegangen wird.
  • Es soll nicht so getan werden, als hätten wir ein gewöhnliches Semester. Die Inhalte der Seminare müssen an die veränderten Bedingungen angepasst werden (z.B. SozRecht). Diese Aufgaben müssen die Lehrenden nicht allein bewerkstelligen. Hier sollten Studierende und Lehrende gemeinsam überlegen, wie Theorie und Praxis neu verzahnt werden kann und damit auch die Frage der Rolle und Aufgabe der Sozialen Arbeit diskutiert werden.
  • Sowohl Studierende als auch Lehrende sind auf Literatur angewiesen. Es sind längst nicht alle Medien digital verfügbar. Auch steht nicht allen die Möglichkeit zum Kaufen von Büchern und Literatur zur Verfügung (finanzielle Situation und Bestand in den Verlagen). Deswegen sollten die Bibliotheken sukzessiv wieder öffnen dürfen oder es muss eine Abholung für bestellte Bücher ermöglicht werden. Das Department stellt Gelder für ggf. weitere Hilfskräfte bereit, die die Bibliothek bei der Bestellsortierung und Abholung unterstützten.
  • Die Hochschule muss für Studierende wieder zugänglich sein. Dies schließt auch Räume zum Selbststudium mit ein. Denn viele Studierende wohnen prekär, oft auf engem Raum und/oder mit anderen zusammen. Zugang zu einem ruhigen Raum mit verfügbarem Internet ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit.

Demokratische Verständigung:
Gerade in der Krise bewähren sich demokratische Strukturen und ist Verständigung essenziell.

  • Sämtliche Gremien der HAW müssen wieder tagen (können). Räumlichkeiten sind dafür entsprechend herzurichten und die Möglichkeit für die Teilnahme per Videokonferenz geschaffen werden
  • Die Studierenden(-vertretungen) müssen an den Entscheidungsprozessen beteiligt werden
  • Es müssen gemeinsame Regelungen der Lehrenden für die digitale Lehre erarbeitet   werden.
  • Zu den Themen Lehre, Corona und Soziale Arbeit muss eine öffentliche Verständigung (Konferenz) einberufen werden.
  • Die Hochschulen müssen auch politische Forderungen stellen, wie z.B. die Ausfinanzierung der Hochschulen, um ein adäquates Lehrangebot zu entwickeln und durchzuführen, auch nach Corona-Zeiten.
  • Die Hochschule ist in der Pflicht, dem Druck auf Studierende sowie Lehrende entgegenzuwirken und Beratungszusammenhänge anzubieten, in denen sich ausgetauscht werden kann, wie der Druck minimiert werden soll.
  • Begründungen von Entscheidungen sind transparent zu machen.

Dressur zur Mündigkeit? Über die Verletzung von Kinderrechtenin der Heimerziehung

Liebe Kommiliton:innen,

hiermit laden wir euch herzlich zur Buchvorstellung Dressur zur Mündigkeit? Über die Verletzung von Kinderrechtenin der Heimerziehung ein, am Dienstag, den 11.02.2020, von 18:30 – 21:00 Uhr (Einlass ab 18:00 Uhr im Lichtmess-Kino (Gaustraße 25):

 „Es ist momentan noch offen, ob sich die Soziale Arbeit wieder verstärkt ‚in die Richtung einer Überwachungs- und Sicherungskultur zur Kontrolle, Ausgrenzung und Verfolgung problembeladener, armer und benachteiligter Randschichten der Bevölkerung und ihrer Kinder‘ entwickelt, oder „in die Richtung der Förderung ganzheitlicher, vielseitiger und pro-aktiver demokratischer Hilfesysteme, die mit Blick auf das Kindeswohl, das Eltern- und Familienwohl und das Gemeinwohl eine solidarische Kultur des Aufwachsen ermöglichen.“  (Reinhart Wolff, 2012)

Im Herbst 2018 fand in Hamburg das Tribunal über die Verletzung von Kinderrechten in der Heimerziehung statt. Dort haben Vertreter:innen aus Wissenschaft, Gewerkschaft, Praxis und Betroffene deutlich gemacht: Auch gegenwärtig werden Disziplinierungs- und Degradierungstechniken in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe angewandt.

Diese sind keine Ausnahmefälle, sondern ein Hinweis auf allgemeine Entwicklungstendenzen, welche eine wachsende Kultur der Kontrolle ebenso nachvollziehen, wie die Normalisierungserwartung im aktivierenden Staat. Zugespitzt bildet sich dies in behavioristisch geprägten Methodiken der Verhaltensmodifikation ab, z.B. die des sogenannten „Stufenvollzuges“ oder „Phasenmodells“. Die jungen Menschen werden hier zu Objekten der Erziehung gemacht und müssen vermeintlich erst „befähigt“ werden, um das Recht auf Teilhabe in der Gesellschaft zu erlangen: Voraussetzung ist die konforme Teilnahme innerhalb des Sondersystems.
Die wachsende Fokussierung auf individuelle Defizite und damit verbundene Verantwortungszuschreibung auf das Individuum drängen in den Hintergrund, was für eine kritische Soziale Arbeit konstituierend ist: der Blick auf gesellschaftliche Verhältnisse und die Lebenswelten der Menschen darin.

Im Rahmen der Vorstellung des Ende 2019 erschienenen Sammelbands zum Tribunal wollen wir daher mit einigen der Autor:innen diskutieren:

Welche gesellschaftlichen Entwicklungen und sozialpolitischen Programmatiken befördern das Revival autoritärer Tendenzen und Ansätze in der Kinder- und Jugendhilfe? Wie können wir verhaltensmodifizierende Ansätze überwinden? Welche Praxis stellen wir diesen entgegen?

Dabei werden auch Ausschnitte aus der filmischen Dokumentation des Tribunals gezeigt.

Programm:

1. Begrüßung und Einleitung
Herausgeber:innen des Buches
2. Filmausschnitte aus dem Tribunal
Pause -15 Minuten
3. Podiums- Gespräch & Statements:
Tilman Lutz:
Fach- und sozialpolitische Kontexte
Fabian Fritz:
Ordnungspolitik und Soziale Arbeit.
Zum Verhältnis stationärer Wohngruppen
der Heimerziehung und der Polizei
weitere Autor:innen sind angefragt
4. Diskussion & gemeinsamer Ausklang
vor Ort gibt es die Möglichkeit an einer Bar Getränke zu erwerben

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Bürgerschaftswahl am 23. Februar 2020: Hamburg traut sich was – Wahlprüfsteine zu Hartz IV in Hamburg

Die Kampagne „Hamburg traut sich was“ hat den Parteien der Hamburger Bürgerschaft einige Fragen zum Thema Arbeitslosengeld II / Hartz IV gestellt.  Sie setzen sich dafür ein, dass Hamburg alle Möglichkeiten nutzt, die Situation für Menschen zu verbessern, die auf Leistungen nach dem SGB II, SGB XII oder Asylbewerberleistungsgesetz angewiesen sind.
Sie haben die Antworten hier  zusammengestellt: https://wordpress.com/post/akshamburg.wordpress.de/296

Fragen des Hamburger Netzwerks SGB II Menschen-Würde-Rechte und der AG Soziales der Sozialpolitischen Opposition und Antworten von SPD, GRÜNE, CDU, LINKE, FDP
www.hamburgtrautsichwas.de

Alle Jahre wieder – Die Feuerzangenbowle

Liebe Kommiliton:innen,

wie jedes Jahr zeigt Unifilm zur Winterzeit „Die Feuerzangenbowle“ und hunderte Studierende feiern diesen Film munter bei Schaumwein und Lichtermeer. Doch was steckt hinter der Produktion von 1943?

Das zeigt eine Broschüre, die von Aktiven an der Uni Hamburg gestaltet wurde. Denn: „Was heutzutage viele Menschen als sanfte weihnachtliche Unterhaltung wahrnehmen und gerade zur Weihnachtszeit feiern, bekommt vor dem geschichtlichen Hintergrund eine ganz andere Wendung. Der 1943 produzierte Film finanzierte durch seine Gewinne nicht nur die Fortführung des 2. Weltkrieges auf deutscher Seite, er ist auch durchsetzt von nationalsozialistischem Gedankengut, welches oft erst auf den zweiten Blick sichtbar wird. Betrachtet man dien Film genauer wird deutlich, was hinter der seichten Unterhaltung ideologisch steckt.“

Wir empfehlen die Lektüre sehr weiter: http://antifaschismus-uni-hamburg.de/wp-content/uploads/2023/12/fzb_ausstellung_web.pdf

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Für ein solidarisches Hamburg – Schuldenbremse streichen!

Liebe Kommiliton:innen,

hiermit laden wir euch herzlich zur Demonstration Für ein solidarisches Hamburg – Schuldenbremse streichen! ein, am Mittwoch, den 23.10.2019, um 17:00 Uhr auf dem Gänsemarkt.

Wir – Hamburger*innen aus aller Welt– brauchen dringend massive öffentliche Investitionen und dauerhafte Ausgabenerhöhungen:

  • Für inklusive Bildung und Wissenschaft, die zur Persönlichkeitsentfaltung und humanen Problemlösung beitragen.
  • Für ein allen zugängliches Gesundheitswesen in öffentlicher Hand, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht der Profit.
  • Für Sozialeinrichtungen, in denen persönliche und gesellschaftliche Gestaltungsperspektiven solidarisch erarbeitet werden können.
  • Für lebendige, allen offene Kulturstätten, die zum kritischen Nachdenken und Eingreifen anregen und die Entfaltung kreativer Gestaltungspotentiale ohne Verwertungsdruck ermöglichen.
  • Für einen öffentlichen Dienst, der durch langfristig gesicherte Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitszeitsverkürzung bei vollem Personal- und Lohnausgleich Maßstab für gute Arbeit überall ist.
  • Für einen überall gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr, der kostengünstig das Recht auf Mobilität für alle und eine ökologisch nachhaltige Verkehrswende ermöglicht.
  • Für eine sofortige Energiewende, die den Erhalt der Lebensgrundlagen aller Menschen weltweit gewährleistet.
  • Für massiven sozialen Wohnungsbau, der allen komfortables und bezahlbares Wohnen ermöglicht.
  • Für sanktionsfreie solidarische Mindestsicherungen, die in allen Lebenslagen gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.
  • Für die menschenwürdige Aufnahme von Geflüchteten und international zivile und solidarische Handelsbeziehungen.

Gerade in den aktuellen sozialen, politischen und internationalen Verwerfungen wächst der gesellschaftliche Bedarf an einem gut ausgebauten, demokratischen und solidarischen Gemeinwesen. Eine solche Kultivierung eines menschenfreundlichen gesellschaftlichen Alltags kann von uns allen durchgesetzt werden!

Genug Geld dafür ist vorhanden, Hamburg ist eine sehr reiche Stadt. Doch die Politik mit der „Schwarzen Null“ ist gegen diese gesellschaftlichen Notwendigkeiten gerichtet. Der Reichtum, von uns, den Vielen, erarbeitet, soll allen zu Gute kommen, anstatt mit der Schuldenbremse wesentlich in die Taschen von Banken und Superreichen geleitet zu werden. Diese Politik ist ökonomisch völlig fehlgeleitet, wird international schärfstens kritisiert, beruht auf wissenschaftlich widerlegten Prämissen und spielt – hierzulande und weltweit – nicht unwesentlich rechten Kräften in die Hände. Zum Wohle Aller muss damit endlich Schluss sein und die Schuldenbremse gestrichen werden! Hamburg kann damit entgegen des derzeit von Deutschland aus exportierten Sparzwangs international beispielgebend Wegbereiter für einen positiven, gesellschaftlichen Richtungswechsel sein. In diesem Sinne kämpfen wir hier für den Durchbruch der Anti-Austeritäts-Bewegungen weltweit.

Aktuell verhandelt der Hamburgische Senat mit den öffentlichen Einrichtungen über den Haushalt der Stadt für die Jahre 2021/22. Aufgrund zahlreichen Protests und großen Unmuts in der Bevölkerung über die desolate Lage des öffentlichen Gemeinwesens ist der Hamburgische Senat bereits gezwungen, moderate Zugeständnisse zu machen. So bekommen die einen oder anderen öffentlichen Einrichtungen Versprechungen über geringfügig höhere Mittel, und die Ausgaben sollen insgesamt steigen. Die Verteilung von Gnadenbrot ist jedoch weder ein tragbares Zukunftsmodell noch werden damit die Schäden von zum Teil über 40 Jahren Unterfinanzierung geheilt. Wir lassen uns nicht mit kleinen Brötchen abspeisen – es geht um die ganze Bäckerei. Ein besseres Leben für Alle ist längst möglich.

Darum treten wir für einen Paradigmenwechsel in der Haushaltspolitik ein: Schuldenbremse streichen! Erhebliche Erhöhung der Grundzuweisungen an die öffentlichen Bereiche! Massive Investitionen in die Daseinsvorsorge! Für eine soziale, solidarische und menschenwürdige Zukunft, jetzt!
Wir laden alle herzlich ein, sich uns anzuschließen.

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Semesterauftakt 2019

Willkommen an der Hochschule!
Der Fachschaftsrat stellt sich vor

Liebe neue Komilliton*innen,

wir sind der Fachschaftsrat (FSR) Soziale Arbeit, die studentische Interessenvertretung  für alle Studierende im Department Soziale Arbeit. Im FSR können wir als Studierende zusammenkommen, um  Fragen und Probleme im Studium zu beraten sowie uns z. B. über fachliche Diskurse in der Sozialen Arbeit oder aktuelle politische Auseinandersetzungen auszutauschen und zusammen politisch aktiv zu werden. So gestalten wir unser Studium und die Hochschule aktiv mit: wir organisieren Veranstaltungen und Demos, vernetzen uns mit anderen Studierenden und Bündnissen in der Stadt, zeigen Filme oder laden zum gemeinsamen Feiern ein. Nicht zuletzt engagieren wir uns auch in den akademischen Gremien zur Selbstverwaltung der Hochschule. Im letzten Semester engagierten sich z. B. viele FSR Mitglieder gegen die Unterfinanzierung im Sozial-, Gesundheits-, Kultur und Bildungswesen und wir haben auch dieses Semester weiter vor, uns über die Hintergründe dessen zu qualifizieren und z. B. zu diskutieren, was wir an der HAW Hamburg für gute Studienbedingungen brauchen. Gute Studienbedingungen bedeutet für uns auch, dass eine Kultur der Anteilnahme und Solidarität befördert wird. Dagegen legen Hierarchien, Leistungsdruck und Konkurrenz oft nahe, dass wir uns vor allem auf unseren eigenen Vorteil konzentrieren (sollen). Deswegen legen wir einen besonderen Wert auf die Gestaltung einer CampusKultur in der Begegnung, Verständigung und gemeinsames Engagement gedeihen kann und in der wir Egoismus, Spaltung und Vereinzelung überwinden können. Einen Teil der Entwicklung einer solchen Kultur wollen wir auf dem CampusKulturFestival am 10.10.19 anstoßen.

Bündnis „International solidarisch – Schluss mir Austerität“:
• Aktionen gegen die Unterfinanzierung, im Bündnis mit anderen Aktiven
• Aufklärung über politische Hintergründe, Mitwirken an Aktionen und Protesten
• Unterstützung der Volksinitiative zur Streichung der Schuldenbremse aus der Hamburger Verfassung

Studienreform:
• Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung: Zivilklausel
• kritische Bildung in guten Bedingungen, Ausbau der demokratisches Strukturen an der Hochschule
• Weiterentwicklung der Orientierungseinheit

Soziale Arbeit als politische Akteurin
• Diskussionen und Veranstaltungen zu sozialpolitischen Auseinandersetzungen
• kritische Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Rolle der Sozialen Arbeit sowie sozialpolitischen Zielen

Frieden & Antifaschismus
• Mitwirken und Aufrufen zu antifaschistischen und Friedens-Aktivitäten, wie Demos
• Aufklärung über die Ursachen und Hintergründe von Rassismus, Kriegen, Flucht und Vertreibung

Fight for your right to study!

Betroffene Studierenden haben sich angesichts des steigenden restriktiven Umgangs der Hochschule mit den sogenannten Einkläger*innen zusammen getan und dieses Flugblatt geschrieben. Wir unterstützden ihre Forderungen ausdrücklich!


Die HAW legt aktuell Widerspruch vor Gericht gegen 20 Einkläger_innen des Studienganges Soziale Arbeit ein, Ziel ist die Exmatrikulation der Studierenden, obwohl sie sich bereits im 2. Semester befinden.

Die Hochschulen und ihre Mitglieder sollten sich nicht gegen Studieninteressierte und „EinklägerInnen“ wehren, sondern sich für ausreichend Studienplätze und eine bessere ökonomische Situation der Studierenden einsetzen.


Bildung muss allen Menschen zugänglich gemacht werden!

Deshalb fordern wir:

  • eine ausreichende Grundfinanzierung der Hochschule
  • eine Ausweitung der Studienkapazitäten
  • eine bessere ökonomische Situation der Studierenden (z.B. alters- und elternunabhängiges BAföG)
  • Beendigung des restriktiven Umgangs mit nachträglich zugelassenen Studierenden („Einkläger_innen“)

Die HAW legt aktuell Widerspruch vor Gericht gegen 20 Einkläger_innen des Studienganges Soziale Arbeit ein, Ziel ist die Exmatrikulation der Studierenden, obwohl sie sich bereits im 2. Semester befinden.

Solidarisiert euch! Figt for your right to study!

Der Bedarf an SozialarbeiterInnen steigt stetig. Während sich die soziale Ungleichheit verschärft und immer mehr Menschen auf professionelle Hilfen der Sozialen Arbeit angewiesen sind, wird an der Ausbildung qualifizierter Fachkräfte gespart.

Der Fachkräftemangel in Hamburg ist in diversen Einrichtungen zu spüren, ob in Flüchtlingseinrichtungen, Schulen, in der Kinder-und Jugendhilfe, überall werden gut ausgebildete SozialarbeiterInnen gesucht.

Soziale Arbeit soll soziale Probleme, die sich in ungleichen Möglichkeiten einer selbstbestimmten und eigenständigen Lebensführung zeigen, verhindern und bearbeiten. Gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen soll gestärkt und sozialer Zusammenhalt gefördert werden. Dieser wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe können SozialarbeiterInnen jedoch kaum noch nachgehen. Personalmangel, Überforderung und schlechte Bezahlung verhindern, den wachsenden beruflichen Ansprüchen gerecht zu werden.

Durch die Sparmaßnahmen der Politik wird die Situation noch verschärft. Der finanzielle Druck, der auf Hochschulen ausgeübt wird, hat zur Folge, dass die Ressourcen und die ProfessorInnen-Stellen an den Hochschulen abgesenkt wurden und es weniger Studienplatzkapazitäten gibt. Dies ist ein künstlich erzeugter Mangel und veränderbar.

Es gibt viele motivierte Menschen, die ihre berufliche Perspektive in der Sozialen Arbeit sehen. Dies lässt sich exemplarisch an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg verdeutlichen.

Der Studiengang Soziale Arbeit ist an der HAW bei Studieninteressierten begehrt. Im Wintersemester 2018/2019 bewarben sich 2192 Menschen, wobei nur 232 von ihnen einen Studienplatz erhalten haben.

Der großen Nachfrage nach einem Studienplatz wird mit Zulassungsbeschränkungen begegnet, wobei sich die Vergabe von Studienplätzen zum größten Teil nach der Abiturnote richtet, die keine Aussagekraft über die persönliche Eignung für die spezifischen Studienanforderungen hat.

Auch das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem Urteil zum Numerus Clausus im Fach Humanmedizin bestätigt, dass dieses Auswahlverfahren in einigen Bereichen nicht mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Aus der Ausbildungs- und Berufsfreiheit (Art.12 GG) in Verbindung mit dem allgemeinen Gleichheitssatz (Art.3 GG) ergibt sich ein Anspruch auf gleichheitsgerechte Zulassung zum Studium. Um diesem Anspuch gerecht zu werden, müssen mehr Studienplätze geschaffen werden und studieren durch alters- und elternunabhängiges BAföG auch denjenigen ermöglicht werden, die die hohen Kosten eines Studiums nicht tragen können.

Weiterhin werden viele Menschen von einer höheren Bildung ausgeschlossen. Ausfinanzierte Hochschulen und Universitäten sind möglich und notwendig für eine positive Allgemeinwohlentwicklung. Der Fachkräftemangel an SozialarbeiterInnen zeigt, dass ein Ausbau der Studienplatzkapazitäten dringend erforderlich ist und im Interesse von Gesellschaft, sozialen Einrichtungen, Hochschulen, Studierenden, Studieninteressierten und Politik liegt.

Die Hochschulen und ihre Mitglieder sollten sich nicht gegen Studieninteressierte und „EinklägerInnen“ wehren, sondern sich für ausreichend Studienplätze und eine bessere ökonomische Situation der Studierenden einsetzen.

2. Kinder und Jugendhilfe-Ratschlag Hamburg 2019 “There Are Many And Rich Alternatives – TAMARA”

TAMARA 2019 bietet allen Teilnehmer*innen wieder einen Frei-Raum („Open Space“) zum DENKEN, NACHDENKEN und zum AUSTAUSCH mit anderen:

„Wir nehmen uns auf diesem Ratschlag die Freiheit, über Impulse miteinander zu diskutieren. Der Kinder- und Jugendhilfe-Ratschlag bietet einen Frei-Raum für alle Anliegen, Ideen und Themen der Teilnehmenden: Wir gestalten TAMARA 2019. Worüber möchtet Ihr mit Kolleg*innen nachdenken? Welche Idee möchtet Ihr vorstellen und diskutieren? Zu welchem Thema wollen wir etwas in Bewegung bringen?“