Projektwoche WiSe 22/23

Kooperatives Studieren im Trialog mit Praxis und Wissenschaft: Soziale Arbeit in der Freiform/Praxisstudium an der FHS Nordwestschweiz – aus der Sicht Studierender
Donnerstag, 17.11.22, 12:30 bis 14 Uhr, 2.07

Im Jahr 2019 startete an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) als Pilotprojekt neben dem regulären Studienprogramm des BA Soziale Arbeit die Freiform: „Zentral[ … ] ist, dass sich alle Beteiligten als lernende verstehen – auch die Praxisvertreter*innen und Dozierenden. Die Begegnung zwischen den drei Perspektiven (Studierende, Praxis und Hochschule, der sogenannte «Trialog») findet auf Augenhöhe
statt.
“ Das Studium samt erforderlicher Kompetenzen und Wissensinhalte wird nicht in Modulen vermittelt, sondern ohne Noten entlang des Kompetenzprofils der Hochschule von den Studierenden und Fachpersonen aus Praxis und Wissenschaft gemeinsam festgelegt.
Welche Chancen (auch für gesellschaftliche Veränderung), Herausforderungen und Grenzen hat die Freiform und was können wir für die HAW lernen?
Zu Gast und im Gespräch sind diesmal Studierende der FHNW und berichten uns von konkreten Projekten ihres Studiums.

mit David Kachel (ver.di Jugend)
Solidarisch aus der Krise: Gewerkschaftliche Antworten auf steigende Lebenshaltungskosten
Freitag, 18.11.22, 12 bis 15 Uhr, 3.01

Die Preise steigen. Wir merken es an der Supermarktkasse, bekommen Briefe von Vermieter:innen, in denen sich die Nebenkosten mehr als verdoppeln, und sehen, dass am Ende des Monats immer weniger übrig bleibt oder es gar nicht mehr reicht.
Weder Studierende noch Sozialarbeiter:innen sind für ihr üppiges Einkommen bekannt und können sich angesichts dieser Krise nur gemeinsam zur Wehr setzen. Gewerkschaften bieten hierfür den idealen Ort, denn sie erkämpfen seit jeher bessere Arbeitsbedin-
gungen und höhere Löhne.
Als ehemaliger Student der HAW und begeisterter Gewerkschafter möchte ich mit euch in den Austausch darüber kommen, wie wir die Soziale Arbeit gemeinsam aufwerten können.
Neben einem einleitenden Vortrag zu den Potenzialen gewerkschaftlichen andelns und den Besonderheiten von Streiks in der Care-Arbeit, freue ich mich insbesondere auf das Gespräch mit euch. Nutzt die Veranstaltung also gerne als ersten Berührungspunkt mit Gewerkschaften, bringt Fragen und Kritik mit, oder lasst euch ganz einfach vom Vortrag berieseln.

Projektwoche SoSe 22

mit Prof. Andreas Schauder (Lehrender der FHNW)
Kooperatives Studieren im Trialog mit Praxis und Wissenschaft: Soziale Arbeit in der „Freiform“ an der Fachhochschule Nordwestschweiz
Montag, 16.05.22, 15 bis 17 Uhr, 2.03

Im Jahr 2019 startete an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) als Pilotprojekt neben dem regulären Studienprogramm des BA Soziale Arbeit die “Freiform”: „Zentral […] ist, dass sich alle Beteiligten als Lernende verstehen – auch die Praxisvertreterinnen und Dozierenden. Die Begegnung zwischen den drei Perspektiven (Studierende, Praxis und Hochschule, der sogenannte «Trialog») findet auf Augenhöhe statt.“ Das Studium samt erforderlicher Kompetenzen und Wissensinhalte wird nicht in Modulen vermittelt, sondern ohne Noten entlang des Kompetenzprofils der Hochschule von den Studierenden und Fachpersonen aus Praxis und Wissenschaft gemeinsam festgelegt.

Soziale Arbeit ist unmittelbar von Herausforderungen wie Pflegenotstand, Bil- dungsungerechtigkeit, Wohnungsnot oder wachsender Ungleichheit betroffen. Sie braucht eine Haltung, die ihre Adressatinnen emanzipieren und mit ihnen diesen Problemen entgegenwirken will, um nachhaltig die Lebensbedingungen zu verbessern. Die Freiform hat das Potenzial, intrinsisch motiviert, praxis- und projektorientiert jene Haltung zu entwickeln und schon während des Studiums die Gesellschaft – bspw. in der Arbeit mit Geflüchteten, in der Jugendarbeit oder der Gemeinwesenarbeit – mitzugestalten!

Welche Chancen (auch für gesellschaftliche Veränderung), Herausforderungen und Grenzen hat die Freiform und was können wir für die HAW lernen?

Barabend in der KontraBar
Freitag, 20.05.22, 18 Uhr bis Open End, Kontrabar

Die Kontrabar ist ein von Studierenden erkämpfter und selbstverwalteter Raum, von denen es an der HAW leider viel zu wenige gibt. In diesem Frühling haben wir renoviert und wollen die Einweihung der neu gestalteten KontraBar mit euch feiern. Zum Ausklang der Projektwoche laden wir zum gemeinsamen Barabend ein.
Bei kalten Getränken und Musik wollen wir uns kennen lernen und Begegnung schaffen, die in letzter Zeit viel zu kurz gekommen ist. Kommt vorbei und bringt eure Kommiliton:innen mit!

2013 führte der Mangel an studentisch gestalteten Räumen dazu, dass in Form eines kleinen Raves der Musikraum im EG besetzt wurde. Der bis dahin für Stu- dierende bestehende war weder groß genug noch barrierefrei. In Verhandlungen mit Departmentleitung und Dekan konnte dann ein Alternativraum erkämpft werden. Die KontraBar in Raum 0.15 wurde eröffnet und wird seitdem munter belebt und ständig weiterentwickelt.

Durch die Etablierung der KontraBar erschufen wir einen Ort für politischen, gesellschaftlichen und fachlichen Austausch und Vernetzung: Derzeit finden z.B. FSR Sitzungen, AG Treffen, Lesekreise, Filmabende, Bannermalaktionen etc. statt.

Der Raum soll von allen Interessierten genutzt werden können und ist auch wäh- rend der Seminarzeiten offen. Alle sind herzlich eingeladen sich zu beteiligen!

Projektwoche WiSe 21/22

Zurück in die Hochschule
Dienstag, 16.11.21, 17 bis 19 Uhr, 2.03

Die Veranstaltung „Zurück in die Hochschule“ bietet einen Überblick über die Studierendenlage während der Pademie und stellt die bisher immer noch primär genutze Online-Lehre in den Mittelpunkt. Wir wollen einerseits gemeinsam mit euch diskutieren warum die Online-Lehre keine Präsenzlehre ersetzen kann und andererseits wie wir in den letzten Wochen des Übergangssemesters die HS wiederbeleben können, damit es im nächstren Sommersemester wieder richtig losgehen kann! Für Ideen, Bendenken und Wünsche brauchen wir euch und die gemeinsame Diskussion.

Ein Filmabend – gemeinsames diskutieren und träumen
Donnerstag, 18.11.21, 18:15 bis 22 Uhr, Versammlungsstätte

Wir werden nach einem gemeinsamen Einstieg den Film „AUFBRUCH – die 68er Revolte an der Uni Hamburg“ schauen und laden euch herzlichst dazu ein anschließend in der Kontrabar gemeinsam über den Film und über die Gestaltungsmöglichkeiten unserer Hochschule zu diskutieren. Wir freuen und auf euch!

Offener Brief für die Öffnung aller Hamburger Hochschulen in geschützter Präsenz

An die Hochschulleitungen der Hamburger Hochschulen, An die Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke,

als Fachschaftsräte und Studierende verschiedener Hamburger Hochschulen, als aktiver Teil der studentischen Selbstverwaltung und Mitglieder der Hochschulen fordern wir den Übergang zu geschützter Präsenzlehre im Sommersemester 2021. Als wissenschaftliche Einrichtungen tragen Hochschulen die Verantwortung, ihre Forschung und Lehre im Sinne des Allgemeinwohls auszurichten. Dazu gehört die (Aus-)Bildung mündiger Persönlichkeiten, die kritische Reflexion von gesellschaftlichen Missständen, sowie die Entwicklung konstruktiver Lösungsansätze – gerade in Krisenzeiten. Um zur Verwirklichung dieser Ziele beizutragen, sind sie demokratisch verfasst und brauchen adäquate Bedingungen wie den aktiven Austausch zwischen allen Mitgliedern der Hochschule.

Zentrale Voraussetzungen für psychische und physische Gesundheit im Weltmaßstab sind der Zugang zu einer umfassenden Gesundheitsversorgung und gesunder Nahrung, soziale Sicherheit, angemessene Wohnverhältnisse, Zugang zu Kultur, Bildung und demokratischer Mitgestaltung und der produktive Austausch mit anderen Menschen. Voraussetzungen, die gesellschaftlich hergestellt werden müssen. Als Hochschulen ist es unsere Aufgabe dazu beizutragen, dass wir als Menschheit einen Schritt vorankommen bei der Bekämpfung von Krankheiten und der Realisierung der Menschenrechte. Keine Aufgabe ist zu groß, als dass sie nicht durch kollektives Engagement gelöst werden kann. Die fortgesetzte Schließung der Hochschulen bremst.

Wir möchten in diesem Zusammenhang exemplarisch an die Leitbilder für Lehre erinnern, die sich die Hochschule für Angewandte Wissenschaft und die Universität Hamburg gegeben haben:

„Von der Universitätsleitung wird erwartet, dass sie die Rahmenbedingungen für gute Lehre mit dem Ziel sicherstellt, die Universität für alle Menschen als einen Ort lebenslangen Lernens zu erhalten und weiter zu entwickeln.“ (aus dem Leitbild universitärer Lehre der Universität Hamburg)

„Wir leben eine demokratische und friedliche Kultur, in der wissenschaftliche Kritik, ethische Reflexion sowie der gesellschaftspolitische Bezug die Themen und Prozesse akademischen Lernens durchdringen. Unsere Hochschule ist ein Ort, an dem sich Menschen mit ihren unterschiedlichen Perspektiven offen begegnen.“ (aus dem Leitbild für Bildung, Studium und Lehre der Hochschule für Angewandte Wissenschaften)

Die entsprechenden Hygienekonzepte für die Wiedereröffnung der Hochschulen liegen seit vielen Monaten vor, sind teilweise erprobt und können um Schnelltests und um den Einbau von leistungsfähigen Luftreinigungsanlagen ergänzt werden. Eine Verlängerung der Schließung der Hochschulen ist vor diesem Hintergrund unverantwortlich und schlichtweg schädlich.

Die Möglichkeiten für geschützte Präsenz im Sommersemester 2021 müssen sorgfältig genutzt und ausgebaut werden. Wir fordern Sie daher auf, einheitliche Standards für die Hamburger Hochschulen zu schaffen und umzusetzen:

1) Präsenzlehre im Sommersemester muss ermöglicht werden.
Für studiengangrelevante Lehrformate müssen Präsenzveranstaltungen mit Hybrid-Optionen angeboten werden. Dazu zählen Labore in den Naturwissenschaften und technischen Studiengängen, genauso wie Seminare in den Sozial-, Geistes-,
Kulturwissenschaften. Für die Umsetzung in Präsenz- und Hybridformaten sollten kreative Lösungen erarbeitet werden.

2) Orientierungseinheiten müssen in Präsenz stattfinden dürfen.
Eine angemessene Orientierung an der Hochschule, im Studiengang und unter den Kommiliton*innen gelingt nur in Präsenz. Die Durchführung von Orientierungseinheiten in geschützter Präsenz muss ermöglicht und unterstützt werden.

3) Bibliotheken und Lernräume müssen sofort geöffnet werden.
Der Zugang zu Literatur und angenehme räumliche Arbeits- und Lernbedingungen sind zentrale Voraussetzungen für ein Hochschulstudium. Der Zugang zu Bibliotheken und Gebäuden mit entsprechenden Einzel- und Gruppenarbeitsräumen ist zu den regulären Öffnungszeiten der Gebäude zu gewährleisten.

4) Arbeitsinfrastruktur und soziale Infrastruktur müssen bereitgestellt werden. Angemessene räumliche und technische Bedingungen für ein sinnvolles Studium können nicht vorausgesetzt werden. Geöffnete Mensen, der Campus als Ort der Begegnung, öffentliche Computerarbeitsplätze und Druck- und Kopiermöglichkeiten sind ebenso notwendige Bedingungen für ein inklusives und produktives Studium wie der Zugang zu den entsprechenden Lernplattformen.

5) Gremien müssen in Präsenz tagen können, Fachschaftsratsbüros sind zu öffnen. Die Arbeit in den Gremien der akademischen und studentischen Selbstverwaltung, wie beispielsweise in den Fachschaftsräten ist das konstitutive Element der demokratischen Hochschulorganisation. Dort werden die Belange der Mitglieder der Universität diskutiert und vertreten. Sie müssen in Präsenz stattfinden können, da nur so ein konstruktiver Austausch möglich ist.
Bei der Gestaltung der Öffnung der Hochschulen wollen wir gerne durch unsere Gremienarbeit mitwirken, wir fordern Sie ebenfalls dazu auf. Um gemeinsam zu beraten und zu diskutieren, wie wir unserer Verantwortung als Hochschulen in dieser Zeit gerecht werden können bitten wir Sie um ein zeitnahes Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen
Fachschaftsrat Erziehungswissenschaft (UHH)
Fachschaftsrat Lehramt (UHH)
Fachschaftsrat Soziale Arbeit (HAW)
Fachschaftsrat Sozialwissenschaften (UHH)
Fachschaftsrat Sozialökonomie (UHH)
Fachschaftsrat des Hochschulübergreifenden Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen (HWI)

Projektwoche WiSe 20/21

Eröffnungsvortrag gemeinsam in der Versammlungsstätte streamen
Montag, 30.11.20, 10 bis 12 Uhr, Versammlungsstätte

Wir wollen uns den Eröffnungsvortrag gemeinsam in der Versammlungsstätte anschauen und anschließend dazu ins Gespräch kommen.

Liam von Bildung ohne Bundeswehr (BoB)
“How I learned to stop worrying and started to love the Bundeswehr.”
Wie die Bundeswehr gesellschaftliche Missstände ausnutzt und warum Krieg keine Lösung is

Montag, 30.11.20, 13 bis 15 Uhr, Versammlungsstätte und digital

Jeder weiß, wie Kriegspropaganda aussieht: Bärtige Männer zeigen auffordernd auf Dich, heroische Akte von Soldaten werden inszeniert und der Ruhm für das Vaterland zu sterben wird heraufbeschworen. Wenn man allerdings auf seine Bahn wartet und freundlich lächelnde junge Menschen einen von einer Plakatwand angrinsen, gepaart mit dem Angebot man könne bei der Bundeswehr Geld verdienen und einen Sinn im Leben finden, passt das nicht so ganz in unser Bild. 2011 wurde die Wehrpflicht ausgesetzt. Seitdem musste die Bundeswehr eine PR-Maschinerie auf die Beine stellen, die in der Lage ist, jungen
Leuten den Job bei der Bundeswehr als etwas verkaufen, was er nicht ist. Denn freiwillig in den Krieg zieht heute kaum noch jemand. In dieser Veranstaltung wird es darum gehen, wie die Bundeswehr auf gesellschaftliche Probleme (Pandemie, Arbeitslosigkeit, Unsicherheit, Vereinzelung und Unterfinanzierung von ziviler Forschung) reagiert und sie ausnutzt. Besonders im Fokus stehen Bilder von Gesellschaft, Ökonomie und Individuum, die in der Bundeswehr-Propaganda transportiert werden.

Offene Sitzung des FSR Soziale Arbeit und Kindheitspädagogik
Dienstag, 1.12.20, 16 bis 18 Uhr, Kontrabar und digital

Austausch zu Themen u.a.:
Was brauchen wir Studierenden während der aktuellen Situation? Was fehlt uns, um gut studieren zu können. Es geht darum alles zu diesen Punkten zu sammeln, Konzeptvorschläge zu überlegen und an die Fakultätsleitung weiterzugeben damit organisiert werden kann, das gutes Studieren möglich wird.
Kontrabar – Begegnungsräume sind aktuell rar, auch schon vor Corona waren diese unzureichend und es gibt generell wenig studentische Freiräume an unserer Hochschule. Die Kontrabar braucht ein neues Konzept! Wie wollen wir diesen Raum generell nutzen? Ist es mit entsprechendem Konzept und Verantwortlichen auch unter Corona möglich und wie realisieren wir das?

Vollversammlung

Vollversammlung zur Wahl des Fachschaftsrates
24.11.20 um 18:00 Uhr, in der Versammlungsstätte

Liebe KommilitonInnen,

wir möchten euch zu der Wahl des FSR Soziale Arbeit und Bildung und  Erziehung in der Kindheit einladen*!

Der Fachschaftsrat (FSR) ist als erkämpfte Basisorganisation der Verfassten Studierendenschaft (VS) ein wichtiger Anlaufpunkt im Fachbereich. Hier können Studierende zusammenkommen um sich über Fragen und Probleme im Studium auszutauschen, sowie sich über die Verhältnisse an der Hochschule und in der Welt kritisch zu verständigen und gemeinsam Lösungs- und Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Der FSR ist zudem wichtiger Bezugsort mit Aktivitäten z.B. zum Studienbeginn, in der Projektwoche und bei der Mitarbeit in den akademischen Gremien der Hochschule. Wir organisieren Diskussionen zu aktuellen fachpolitischen Fragestellungen, manchmal auch Demos, zeigen Filme oder Feiern auch zusammen.

*Der FSR wird auf einer Vollversammlung der Studierenden des Departments Soziale Arbeit neu gewählt.

Die Vollversammlung zur diesjährigen Wahl findet statt am:
am 24.11.20 um 18:00 Uhr
in der Versammlungsstätte

Wissenschaft trotz(t) Krise


SOLIDARISCHE BILDUNG FINANZIEREN, HOCHSCHULEN ÖFFNEN, PRÄSENZ ERMÖGLICHEN

Am 09. September – Soziale Arbeit: bleibt das „Soziale“ auf der Strecke?
Zu den zentralen Betätigungsfeldern Sozialer Arbeit gehört die Bearbeitung sozialer Ungleichheit und ihren Folgen.
Dabei sind die formulierten Ansprüche an Soziale Arbeit oft widersprüchlich. Auf der einen Seite soll der soziale Zusammenhalt und auf der anderen Seite die Selbstbestimmung der Menschen gefördert werden. Dabei wird Menschen zunehmend als individuellen Problemträgern und nicht als gesellschaftlichen Akteuren in widersprüchlichen sozialen Verhältnissen begegnet.
Ob wir die Anpassung der Menschen an vorhandene Verhältnisse oder der Verhältnisse an die Menschen betreiben, wird praktisch und theoretisch (z.B. in der Sozialen Arbeit) immer wieder neu und kontrovers verhandelt.
Was es dabei zu bedenken und zu tun gibt und welche Bedeutung die Thematisierung der Widersprüche hat, erläutert Tilman Lutz, Professor für Soziale Arbeit an der HAW Hamburg. Anschließend gibt es Gelegenheit für Fragen und Diskussion – auch zur aktuellen Situation.

Am 02. Oktober – Wohnungslosigkeit als Gesundheitsrisiko
Der Gesundheitszustand wohnungsloser Menschen ist schlecht: Häufiger als die wohnende Bevölkerung leiden sie unter Mehrfach-erkrankungen. Es dauert oftmals lange, bis ein Kontakt zu dieser Patientengruppe gegeben ist. Die Behandlung erfolgt in der Regel in ihrem Lebensumfeld und unter Voraussetzungen, bei denen oft davon auszugehen ist, dass es bei einem einzigen Behandlungs-kontakt bleibt. Die erfolgreiche Vermittlung zur Weiterbehandlung gelingt nicht immer. Zu Zeiten von Corona hat sich die Lage wohnungsloser Menschen zusätzlich verschärft.
Die prekäre medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen kann nur dort etwas entschärft werden, wo es ein niedrigschwelliges medizinisches Versorgungsangebot für Wohnungslose gibt. Das Kranken- und Zahnmobil der Caritas bieten solch ein niedrig-schwelliges Angebot. Es lebt von ehrenamtlichem Engagement und Spenden. Wobei auch dieses Angebot für seinen Fortbestand immer wieder auf ausreichende staatliche Finanzierung angewiesen ist.

Andrea Hniopek ist die Leiterin des Fachbereichs Existenzsicherung bei der Caritas und Dozentin an der HAW. In der gemeinsamen Veranstaltung spricht sie über den Zusammenhang von Wohnungslosigkeit und Gesundheit und über Hilfsangebote freier Wohlfahrtsträger wie der Caritas. Außerdem werden Zahn- und Krankenmobil zur Besichtigung vor Ort sein. Im Anschluss an den einleitenden Vortag von Andrea Hniopek haben wir die Möglichkeit, gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Zu diskutieren wären u.a. folgende Fragen:

  • Welche Auswirkungen hat die Corona-Situation auf Menschen ohne eigenen Wohn- und Rückzugsraum?
  • Wie kann man der verschärften Situation entgegenwirken?
  • Welche Möglichkeiten bieten Hilfsangebote wie Zahn- und Krankenmobil?
  • Was kann nicht geleistet werden?
  • Was müsste sich in der Wohnungslosenhilfe ändern, um Menschen ein gesünderes Leben zu ermöglichen?

Gedanken am 1. Mai 2020:                             „Solidarisch ist man nicht alleine!“

Jugendliche brauchen Freiräume!
Wie Perspektiven junger Menschen in Corona-Zeiten aus dem öffentlichen Blick entschwinden… – eine essayistische Betrachtung von Gunda Voigts

„„Jugendliche brauchen Freiräume“ – dieser Appell ist nicht neu, bekommt in Corona-Zeiten aber eine neue Dimension. Den 12- bis -18-Jährigen stehen gerade keinerlei gesellschaftliche Frei- oder Sozialräume zur Verfügung, die es ihnen ermöglichen würden, ihrem jugendlichen Leben nachzugehen. In dieser Altersphase ist es enorm wichtig, sich von der Welt der Eltern, der Lehrer*innen, der Erwachsenen abzusetzen, sich mit Peers zu treffen und gemeinsam Neues auszuprobieren. Wie soll das gehen, wenn für sie sämtliche Räume und Orte außerhalb der zudem sehr unterschiedlich aussehenden häuslichen Umgebung seit mehreren Wochen verschlossen bzw. im wörtlichen Sinne geschlossen sind?“

Den ganzen Text findet ihr im PDF

Stellungnahme des FSR Soziale Arbeit und Pädagogik zur aktuellen Situation

Studierende, Lehrende und Mitarbeitenden der HAW sind mit einer völlig neuen Situation konfrontiert: Neben Fragen rund um die Hochschule, um den Lehrbetrieb, die digitale Lehre und die Inhalte der Lehre, sind alle gezwungen, sich mit den erheblichen Einschränkungen des Alltags in Arbeit, Studium und Freizeit auseinander zu setzten.
Für die Studierenden wie Lehrenden bedeutet dies eine zusätzliche Belastung, wobei die zum Teil vorher schon bestandenen sozialen und finanziellen Nöte insbesondere auf Seiten der Studierenden extrem verschärft werden.
Kinderbetreuung, Jobverluste, BAföG-Unsicherheiten, fehlende technische Kommunikationsmöglichkeiten bilden dabei nur einige Faktoren. Dazu kommt, dass gerade in der Sozialen Arbeit einige Studierende bereits in der Praxis arbeiten und auch dort mit ganz neuen Herausforderungen zu tun haben, die notwendigerweise auch in Seminaren zu beraten wären- auch unter dem Aspekt, wie wir mit Praxisakteur*innen und Wissenschaftler*innen Maßnahmen und Handlungsoptionen in der Corona-Zeit entwickeln können.

Wir unterstützen die Forderungen der Hamburger LandesAstenKonferenz (LAK) und begrüßen ausdrücklich die Forderungen des Solidarsemesters (www.solidarsemester.de) und fordern den DepartmentRat sich ebenfalls für deren Umsetzung starkzumachen. 
Darüber hinaus möchten wir uns gemeinsam mit dem Departmentrat und Departmentleitung für folgende Forderungen einsetzen:
Des Weiteren fordern wir vom DepartmentRat und der Departmentleitung den Einsatz in nachstehenden Punkten:

Ökonomische Situation:
Viele Studierende sehen sich durch ausfallende Einnahmen und Arbeitsmöglichkeiten existenziell bedroht. 

  • Das BAföG muss weiter uneingeschränkt gezahlt wird – unabhängig davon, ob an Online-Lehre teilgenommen wird oder nicht
  • Der sog. von Senat und Studierendenwerk eingerichtete „Notfallfonds“ für Studierende ist eine Farce. Die darüber als Darlehen vergebenen 400 EUR reichen zum Leben nicht aus und liegt weit unterhalb von BAföG und Hartz IV. Wir fordern, dass es auch für Studierende pauschal einen Zuschuss von 1000 EUR pro Monat gibt, wie es z.B. der Nothilfefonds für Solo-Selbständige vorsieht.
  • Das Semester darf nicht auf die Regelstudienzeit angerechnet werden. Auch auf der Immatrikulationsbescheinigung darf das „Coronasemester“ nicht als volles Semester erscheinen.
  • Drittmittelprojekte der Lehrenden sowie Zeitarbeitsverträge von Mitarbeitenden der Hochschule müssen weiter finanziert werden (mindestens um 6 Monate erweitert).

Lehre:
Die Hochschule ist in der Krise besonders gefordert. Gerade jetzt kommt es darauf an Rationalität und wissenschaftliche Argumente gegen populistische Stimmungsmache und jede Art der Alternativlosigkeit in den wissenschaftlichen und öffentlichen Diskurs einzubringen. Dabei sind Adressat*innen Soziale Arbeit oftmals besonders von den sozialen Einschränkungen dieser Krise betroffen und wir sollten dafür streiten, dass auch die benachteiligten Menschen, die nicht im öffentlichen Fokus stehen, die würdige Lebensbedingungen und soziale Sicherheit erfahren.

  • Lebenswirklichkeiten der Studierenden und Lehrenden müssen ernst genommen werden:
  • Wir fordern eine kritische Reflektion der Online-Lehre. Dabei ist klar, dass sie keinesfalls die Präsenzlehre ersetzen kann. Sowohl didaktische als auch technischen Voraussetzungen müssen hier oft erst erarbeitet werden.
  • Anpassung von (Leistungs-)Nachweisen und ihre Reduzierung. Es muss umfangreiche Fristverlängerungen geben. Prüfungsversuche werden als Freiversuche gewertet.
  • Es muss ein kritisches Überprüfen des geforderten Lehrstoffs geben, ob dieser angemessen ist. Ein gemeinsamer mitgliederübergreifender Austausch darüber ist unabdingbar.
  • Die Einführung von Präsenzzeiten (Anwesenheitspflicht) ist auszusetzen. Das gilt entsprechend für Online-Veranstaltungen, die z.T. datenschutzrechtlich bedenkliche Kontrollen des Online-Verhaltens von Studierenden und Lehrenden ermöglichen.
  • Es dürfen Studierenden, die nicht an der Online-Lehre teilnehmen können, keine Nachteile für nicht erbrachte Leistungen entstehen.
  • Die Praktikumsvoraussetzungen für BASA und BABE sind anzupassen. Die BABE Studierenden sollen das Praktikum auch in früheren Semestern verblocken dürfen, es soll eine Reduzierung der Gesamtstunden sowie Ersatzleistungen ermöglicht werden. Es muss ein flexibler Umgang möglich sein. Für BASA muss es Regelungen geben, wie mit den 15 Tagen umgegangen wird.
  • Es soll nicht so getan werden, als hätten wir ein gewöhnliches Semester. Die Inhalte der Seminare müssen an die veränderten Bedingungen angepasst werden (z.B. SozRecht). Diese Aufgaben müssen die Lehrenden nicht allein bewerkstelligen. Hier sollten Studierende und Lehrende gemeinsam überlegen, wie Theorie und Praxis neu verzahnt werden kann und damit auch die Frage der Rolle und Aufgabe der Sozialen Arbeit diskutiert werden.
  • Sowohl Studierende als auch Lehrende sind auf Literatur angewiesen. Es sind längst nicht alle Medien digital verfügbar. Auch steht nicht allen die Möglichkeit zum Kaufen von Büchern und Literatur zur Verfügung (finanzielle Situation und Bestand in den Verlagen). Deswegen sollten die Bibliotheken sukzessiv wieder öffnen dürfen oder es muss eine Abholung für bestellte Bücher ermöglicht werden. Das Department stellt Gelder für ggf. weitere Hilfskräfte bereit, die die Bibliothek bei der Bestellsortierung und Abholung unterstützten.
  • Die Hochschule muss für Studierende wieder zugänglich sein. Dies schließt auch Räume zum Selbststudium mit ein. Denn viele Studierende wohnen prekär, oft auf engem Raum und/oder mit anderen zusammen. Zugang zu einem ruhigen Raum mit verfügbarem Internet ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit.

Demokratische Verständigung:
Gerade in der Krise bewähren sich demokratische Strukturen und ist Verständigung essenziell.

  • Sämtliche Gremien der HAW müssen wieder tagen (können). Räumlichkeiten sind dafür entsprechend herzurichten und die Möglichkeit für die Teilnahme per Videokonferenz geschaffen werden
  • Die Studierenden(-vertretungen) müssen an den Entscheidungsprozessen beteiligt werden
  • Es müssen gemeinsame Regelungen der Lehrenden für die digitale Lehre erarbeitet   werden.
  • Zu den Themen Lehre, Corona und Soziale Arbeit muss eine öffentliche Verständigung (Konferenz) einberufen werden.
  • Die Hochschulen müssen auch politische Forderungen stellen, wie z.B. die Ausfinanzierung der Hochschulen, um ein adäquates Lehrangebot zu entwickeln und durchzuführen, auch nach Corona-Zeiten.
  • Die Hochschule ist in der Pflicht, dem Druck auf Studierende sowie Lehrende entgegenzuwirken und Beratungszusammenhänge anzubieten, in denen sich ausgetauscht werden kann, wie der Druck minimiert werden soll.
  • Begründungen von Entscheidungen sind transparent zu machen.