Vollversammlung!

Liebe Kommiliton:innen, 

hiermit laden wir euch herzlich zur Vollversammlung der Fachschaft Soziale Arbeit und Bildung und Erziehung in der Kindheit ein, am Mittwoch, den 24.01.2024, um 13:30 Uhr in Raum 1.19 in der Alexanderstraße 1. Auf der Vollversammlung wird der Fachschaftsrat neu gewählt. 

Hier die Punkte der vorläufigen Tagesordnung:

  1. Begrüßung 
  2. Vorstellungsrunde 
  3. Rechenschaftsbericht
    1. Tätigkeitsbericht 
    2. Finanzbericht 
  4. Diskussion über Vorhaben und Themen für die neue Amtsperiode 
  5. Wahl des Fachschaftsrats 

Kommt dazu und nutzt eure Stimme! 

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Come together – Ersti-Reunion!

Liebe Kommiliton:innen, 

hiermit laden wir euch herzlich zum Come together – Ersti-Reunion ein, am Donnerstag, den 14.12.2023, ab 18 Uhr in der Kontrabar (Alexanderstraße 1, Raum 0.15.). 

Das Semester ist schon etwas vorangeschritten. Um zu erfahren, wie es euch bis dato hier ergangen ist wollen wir euch ganz herzlich zu einem offenen Austausch einladen. Um zusammen zu kommen, im Studienalltag vernachlässigte Themen und Fragen zu diskutieren, bekannte Gesichter zu sehen und vielleicht die anderen Kommilitonin:en (noch mal) neu kennen zu lernen. 

Wir haben uns im Vorhinein ein paar Gedanken gemacht, welche Themen beschäftigen (könnten). 

Mögliche Fragen, über die wir uns austauschen können: 

  • Wie seid ihr im Studium und an der Hochschule angekommen? Für diejenigen, die neu nach Hamburg gekommen sind, habt ihr euch gut eingelebt? 
  • Wie blickt ihr den Prüfungen entgegen?  
  • Wie findet ihr die Seminare? Und die Lehrenden? Habt ihr Favorit:innen? 
  • Wie steht es um eure finanzielle Situation? 
  • Bringt gerne eure eigenen Themen mit! 
  • Wir werden für ein paar Snacks sorgen und Getränke gibt es wie üblich gegen Spende. 

Wir freuen uns auf euch!

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Wintermarkt

Liebe Kommiliton:innen,

hiermit laden wir euch zu gemeinsamem Teilnahme am Wintermarkt ein, am Freitag, den 08.12.2023, ab 18 Uhr in der Kontrabar (Alexanderstraße 1, Raum 0.15)!

Du hast Lust auf mehr soziale Kontakte im Studium? Du möchtest neue Leute oder die Arbeit des FSR näher kennenlernen?
Dann komm mit uns auf den Wintermarkt! Der Wintermarkt wird von verschiedenen Fachschaftsräten gestaltet und bietet Gelegenheit, auch Leute außerhalb des Departments kennen zu lernen.
Egal ob du alleine kommst oder in Gesellschaft – wir freuen uns darauf, bei Glühwein, Punsch oder Gebäck ins Gespräch zu kommen.

Wir freuen uns auf Dich!

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Für die Realisierung der Menschenwürde – BAföG für Alle aus rechtlicher Perspektive

Liebe Kommiliton:innen,

hiermit laden wir euch herzlich zur Diskussionsveranstaltung Für die Realisierung der Menschenwürde – BAföG für Alle aus rechtlicher Perspektive ein, am Donnerstag, den 16.11.2023 um 18:15 Uhr in Hörsaal H an der Uni Hamburg (Von-Melle-Park 9). Die Veranstaltung findet im Rahmen der Themenwoche „BAföG für Alle“ des Fachschaftsrats Sozialökonomie mit Joachim Schaller statt, Rechtsanwalt der Verfassten Studierendenschaft der Uni Hamburg und der HAW Hamburg.

Der Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ ist im Grundgesetz nicht umsonst gefasst. Dieses Gebot zu verwirklichen ist unsere stetige Aufgabe. In Zeiten verstärkten sozialen Engagements und politischer Umwandlungen (1970er) erkämpften die Studierenden das so genannte BAföG – ursprünglich als Studienhonorar gefordert – und errangen damit wesentliche Verbesserungen für die Mehrheit. Heute – nach dem Rückzug des Sozialstaates und der Herausbildung der neoliberalen Konkurrenzgesellschafts –erfüllt das BAföG nicht mehr seine Aufgabe. Kein menschenwürdiges subventioniertes studentisches Leben ist darum ein Verstoß gegen das Grundgesetz. Das ruft die Frage auf: Ist das akutelle BAföG verfassungswidrig? Diese und andere Fragen diskutieren wir gemeinsam mit dem Rechtsanwalt der Verfassten Studierendenschaft Joachim Schaller.

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Tag der OKJA!

Liebe Kommiliton:innen,

hiermiet laden wir euch herzlich zur Kundgebung Entschlossen geschlossen ein, am Donnerstag, den 16.11.2023 an der U-Bahn Hamburger Straße von 12:30 16:30 Uhr. Der Verband Kinder- und Jugendarbeit (VKJH) mobilisiert zum Protest für die Ausfinanzierung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit ein.

Aus ihrer Stellungnahme: „Es braucht eine Anerkennung und Verantwortungsübernahme für junge Menschen, deren Aufwachsen von Kriegserfahrungen, Katastrophenberichten über Klima und Kriege, massive psychische Belastungen u.a. durch die Auswirkungen und Nachwirkungen der CoronaPandemie, Inflation und vermehrt prekäre Lebens- und Armutslagen geprägt ist. In einer Gesellschaft, die so viele Anforderungen an junge Menschen stellt und diverse Unsicherheiten mit sich bringt, braucht es dringend Orte fernab von Normvorstellungen und Verzweckungslogiken. OKJA bietet einen offenen Raum, an dem Kinder- und Jugendliche sein und mitgestalten können und verbindliche, tragfähige Beziehungen erfahren.

Dem gegenüber steht eine seit Jahren bestehende strukturelle Unterfinanzierung unseres Arbeitsfeldes. […] Wenn wir die Prinzipien der OKJA und die Bedarfe und Interessen der Zielgruppe ernstnehmen wollen, braucht es zusätzliche Ressourcen und bessere Arbeitsbedingungen!

Wir sehen uns beim Protesttag!

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Sind die BAföG-Bedarfssätze für Studierende verfassungswidrig?

Liebe Kommiliton:innen,

hiermit laden wir euch herzlich zur eranstaltung „Sind die BAföG-Bedarfssätze für Studierende verfassungswidrig?“ mit dem Rechtsanwalt der Verfassten Studierendenschaft, Joachim Schaller ein, am Donnerstag, den 26.10.2023, um 18 Uhr im Rechtshaus der Uni Hamburg, Raum 18/19 (Erdgeschoss, Rothenbaumchaussee 33).

Auf der Demo „Leerer Bauch studiert nicht gern – soziale Verbesserung jetzt!“ hatte Joachim Schaller in seiner Rede am Jungfernstieg dargelegt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Das Bundesverfassungsgericht hat 2010 aus diesem ersten Artikel des Grundgesetzes und dem Sozialstaatgebot in Artikel 20 GG das Grundrecht auf ein menschenwürdiges Existenzminium entwickelt. Dieses gilt für jedermann und ist stets zu gewährleisten.“ Die aktuelle BAföG-Sätze entsprechen diesem Recht nicht, darauf klagt Joachim Schaller mit einer Kommilitonin.

In der Veranstaltung wird es darum gehen, mit welcher Motivation diese Auseinandersetzung geführt wird und wie wir zusammen das Recht auf menschenwürdiges Existenzminimum, auch für Studierende, durchsetzen. Kommt gerne dazu!

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Filmabend Where to invade next

Liebe Kommiliton:innen,

hiermit laden wir euch herzlich zu unserem Filmabend ein, am Donnerstag, den 23.10.2023, ab 18:00 Uhr in der Kontrabar (Alexanderstraße 1).

Invasionspolitik einmal ganz anders: In seinem satirischen Filmessay Where to invade next? erbeutet Michael Moore auf einer vom Pentagon beauftragten internationalistischen Mission die jeweils fortschrittlichsten, sozialen Errungenschaften verschiedener europäischer Länder um Lösungen für die sozialen Probleme (extreme soziale Ungleichheit, rassistische Repression, Ausbeutung, soziale Ignoranz und Gewalt) im ‚Land of the free‘ zu finden. 

So entsteht die reale Perspektive einer menschlicheren und sozialen Gesellschaft, die schon jetzt nicht nur in den USA möglich ist. Dabei gilt die Verwirklichung der Grund- und Menschenrechte sowie eine solidarische, wohlfahrtsstaatliche Entwicklungsperspektive für Alle statt der Ausweitung des Konkurrenzprinzips  nach Innen und nach Außen. Die bereits existierenden und erkämpften Errungenschaften wie aufgeklärte und kostenlose Bildung, die auf Restriktionen verzichtet, gesunde Verpflegung in den Schulen, umfangreiche Arbeitnehmer:innenrechte, oder ein gewaltfreier Strafvollzug etc. machen deutlich, dass für die Lösung verschiedener sozialer Fragen oft schon ein Blick um den Globus reicht.  

Angesichts der massiven politischen Umverteilung – nicht nur von Unten nach Oben, sondern auch – vom Sozialen zum Militärischen drängt die Frage, was wir mit 100 Milliarden alles an sozialem Fortschritt erringen könnten, wenn diese in Soziales, Bildung, Kultur, Gesundheit, und öffentliche zivilve Infrastruktur statt in die Bundeswehr investisiert würden? 

Angeregt durch den Film wollen wir im Anschluss mit euch diese und weitere Fragen diskutieren.  

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Leerer Bauch studiert nicht gern – soziale Verbesserungen sofort!

Liebe Kommilitonen,

hiermit laden wir herzlich zur Demonstration Leerer Bauch studiert nicht gern – soziale Verbesserungen sofort! ein, am Freitag, den 30.06.2023, um 15 Uhr am Campus Berliner Tor (alternativ Dammtor).

Studieren ist kein Privileg, sondern produktive Tätigkeit zur humanen Entwicklung der Gesellschaft und ein grundlegendes Menschenrecht

Sozial auskömmliche Lebensbedingungen für Studierende sind eine notwendige Bedingung für die gesellschaftlich verantwortungsvolle Entwicklung von Bildung und Wissenschaft. Sie schaffen Muße und Souveränität für kritisches Denken, produktiven Disput und kulturelle Entfaltung zur Mehrung des Allgemeinwohls. Sie ermöglichen die dringend erforderliche, demokratische Teilhabe an der Gestaltung des Gemeinwesens und sind insofern zugleich ein Beitrag zur Überwindung der gesellschaftlichen Krise. Das gilt gleichermaßen für alle Menschen.

Das Grundgesetz ist aufgebaut auf der Maxime: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ (Art. 1). Daraus abgeleitet hat jeder Mensch das Recht auf ein staatlich gesichertes Existenzminimum. Die gesellschaftliche Realität sieht allerdings anders aus.

Während einige Wenige Rekordgewinne einfahren, haben immer mehr Menschen mit Armut, Ausgrenzung und soziokulturellen Zumutungen aller Art zu kämpfen.
Eine repräsentative Sozialbefragung unter den Studierenden der Uni Hamburg hat jüngst ergeben: Über Zwei Drittel leben mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze, knapp 40 % geben an, unerwartete größere Ausgaben nicht tätigen zu können, 15 % wohnen aus finanziellen Gründen bei den Eltern.
Damit muss endlich Schluss sein. Niemand hat Not verdient. Der gesellschaftliche Reichtum ermöglicht soziale Wohlentwicklung für Alle. Dafür muss er so umverteilt werden, dass er denjenigen zu Gute kommt, die ihn wesentlich schaffen.

Wir – Studierende und Mitglieder der Hamburger Hochschulen – fordern daher in solidarischer Verbundenheit mit anderen Engagierten für soziale Gerechtigkeit und ausfinanzierte, öffentliche Bildungs-, Kultur-, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen:

  • Das BAföG muss unbefristet, als Vollzuschuss, alters-, eltern- und herkunftsunabhängig, in Höhe der realen Lebenshaltungskosten, inflationsangepasst dauerhaft allen Studierenden zur Verfügung stehen. So wurde es 1972 erkämpft. Das ist heute erst recht möglich und nötig.
  • Das Studierendenwerk muss für alle seine Leistungen bedarfsgerecht öffentlich finanziert werden, um den Ausbau der Studierendenwohnanlagen, die Senkung von Mieten und Mensapreisen, den Ausbau der Beratungsangebote und eine angemessene Personalausstattung zu vernünftigen öffentlichen Tarifen zu schaffen. Das bedeutet zugleich eine maßstabsbildende soziale Verbesserung für die ganze Stadt.
  • Das 49€-Ticket ist umgehend in ein sozial ermäßigtes 19€-Ticket umzuwandeln, das auch für Studierende gilt – als erster Schritt hin zu einem kostenfreien ÖPNV in öffentlicher Hand. Mobilität bedeutet Teilhabe und die Verkehrswende ist zentraler Bestandteil einer ökologisch nachhaltigen Entwicklung.

Dafür, das gesellschaftlich durchzusetzen, ist Jede:r von Bedeutung.

Gemeinsam streitend wird das Leben heller. Die Zeit ist reif. Deshalb: Komm(t) zur Demo!

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Projektwoche SoSe 23

Partizipation für wen? Ein kritischer Blick auf das Studium und die Praxis der Sozialen Arbeit
Mittwoch, 25.05.23, 15:30 bis 17 Uhr, 3.03

Es gibt viele Herausforderungen und Konflikte in „der Sozialen Arbeit“, einigen wollen wir bei diesem Austausch genauer nachgehen.
Die Stärke Sozialer Arbeit, Partizipation und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen wird in einigen Theorien und Ansätzen vertreten, doch welchen Stellenwert haben diese im Studium und in der real gelebten Praxis tatsächlich?
Wir lernen im Rahmen unseres Studiums das kritische Analysieren von Problemen sowie der Gesellschaft – aber was für Handlungsableitungen und reale Möglichkeiten folgen für uns daraus? Wie kommt es zu dem oft frustrierenden Widerspruch zwischen Theorie und Praxis? Welche Menschenbildfragen stecken vielleicht dahinter? Wie ist das Verhältnis von Kontrolle vs. Partizipation in der Praxis Sozialer Arbeit? Wie sieht unsere eigene Partizipation in Studium und Praxiseinrichtungen aus? Wie kommen wir zu wirklicher Partizipation auf allen Ebenen? Und welche (gelebten) Ansätze gibt es bereits?
Im Rahmen eines „Erzählcafés“ mit kleinen Impulsen u.a. anhand von Freire (Pädagogik der Unterdrückten), Falck (Die Membership-Perspektive), Holzkamp (Kritische Psychologie), wollen wir in den Austausch über unsere Gedanken, Erfahrungen, Ideen und Ansichten kommen und gemeinsame Handlungsperspektiven finden. Was wollen und können wir (hier) anders machen?

Gute Studien- und Arbeitsbedingungen an der Hochschule – statt Unterfinanzierung mit Hacker-Angriff!

Liebe Kommiliton:innen,

auf der heutigen Sitzung der Fachschaftsrätekonferenz haben wir zusammen mit den anderen Fachschaftsräten der HAW eine gemeinsame Stellungnahme zum Cyberangriff formuliert, mit der wir mit der HAW in die Diskussion um Verbesserungen gehen werden!

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat


Die HAW Hamburg ist infolge der dauerhaften Unterfinanzierung pleite und dadurch zur leichten Beute von Hackern geworden. Durch das sicherheitshalbere Herunterfahren sämtlicher IT-Systeme waren die Studierenden von sämtlichen studienrelevanten Unterlagen und Lernmaterialien abgeschnitten, was gerade in der aktuellen Prüfungsvorbereitungsphase äußerst unpassend ist. Das schreibt auch die HAW auf Ihrer Website zu dem Angriff:
„Hausarbeiten und Abschlussarbeiten (BA- und MA-Thesen) können bis zu drei Wochen später abgegeben werden, da es aktuell schwieriger ist, an benötigte Lernmaterialien, Fachliteratur und Informationen zu gelangen.“ Zusätzlich fielen sämtliche Kommunikationswege durch den Cyberangriff weg, sodass es tagelang nicht möglich war mit den Zuständigen und Lehrenden in Kontakt zu treten. Auch dies trug unmittelbar zur Verunsicherung der Studierenden bei und schuf zusätzlich Unklarheiten bezüglich der aktuellen Vorgänge.

Es ist gut, dass die Zuständigen an der Hochschule erste Konsequenzen durch Entlastungen für Studierende bei den Prüfungen aus der neuerlichen Verschärfung durch den Cyberangriff der bereits bestehenden gesellschaftlichen Krisenlage (Inflation, Corona-Folgen, Krieg, Klima, Unterfinanzierung öffentlicher und sozialer Einrichtungen, …) ziehen. An diesem Punkt dürfen wir als Hochschule jedoch nicht stehen bleiben.

Damit die Studienmöglichkeiten und der Studienerfolg nicht noch weiter eingeschränkt werden, haben wir als Vertretungen der Studierendenschaft am 10.01. weitere Anpassungen für die aktuelle Prüfungsphase wie u.a., dass sowohl Fehlversuche nicht gezählt werden als auch ein zweiter Prüfungszeitraum stattfindet, angemahnt und deren Notwendigkeit dargelegt (siehe Anhang). Denn längst nicht alle Studierenden konnten sich auch nur halbwegs adäquat auf die Prüfungen vorbereiten oder können es sich leisten das Studium zu verlängern.

In den verschiedenen Departments (Fachbereichen) wurde unterschiedlich reagiert – oft mit Verständnis, manchmal aber auch nicht. Der Verweis seitens der Zuständigen darauf, dass auch den Beschäftigten die Kapazitäten für den Mehraufwand fehlen, ist zwar nachvollziehbar, aber trotzdem unzureichend. Die Hochschule und damit auch die Stadt Hamburg sind verpflichtet, Studienbedingungen zu schaffen, in denen es Studierenden möglich ist im vorgesehenen Zeitraum erfolgreich ein Studium abzuschließen. Um dem gerecht zu werden stehen beide in der Pflicht, auch kurzfristig entsprechend zusätzliche Ressourcen bereitzustellen. Das kann nicht durch zusätzliche Belastungen der Beschäftigten geschehen, wie es aktuell der Fall ist, sondern auch diese brauchen dafür Unterstützung.

Hier rächt sich die „Sparpolitik“ der letzten Jahrzehnte, die am Ende immer zu Verteuerungen und qualitativen Verschlechterungen geführt hat. In einer Zeit, in der die Politik sich nicht in der Lage sieht, die gesellschaftlichen Krisen zu lösen, sollten insbesondere Strukturen, die wesentlich zur Lösung und Bewältigung der Krise beitragen können (u.a. Bildung, Gesundheit, zivilgesellschaftliche Strukturen wie soziale und kulturelle Einrichtungen), großzügig und dauerhaft ausgestattet werden, statt sie kurzsichtig zu verschleißen. So werden Hochschulen seitens der Politik strukturell darin eingeschränkt, ihr enormes Potential zur Beantwortung der brennenden Fragen der Zeit so einzusetzen, wie es gesellschaftlich dringend erforderlich ist: Zum Beispiel ist gegen den Pflegenotstand ein starkes krankheitspräventiv-gesundheitsförderliches Gesundheitssystem aufzubauen und gegen die Klimakrise können wir mit innovativen und effizienten technischen und organisatorischen Lösungen beitragen. Die Studiengänge der HAW könnten dazu wesentlich beitragen, wenn entsprechende Strukturen geschaffen würden.

Zusätzlich werden die öffentlichen Hochschulen durch die “Sparpolitik” vulnerabler für Cyberangriffe, wie sowohl durch die jetzige als auch durch frühere ähnliche Situationen (bspw. die Universität Duisburg-Essen) sichtbar wird. Der Spiegel schrieb am 12. Januar auf seiner Website dazu:
„Viele Hochschulen seien chronisch unterfinanziert, so der Sozialwissenschaftler, und damit generell »überforderte Organisationen«. Weil die Beschäftigten oft »hinterherhecheln, um den Normalbetrieb aufrechtzuerhalten«, hätten sie in der Regel nicht die nötigen Kapazitäten, um sich mit Blick auf die Organisation von Lehr- und Prüfungsveranstaltungen auch noch auf Cyberattacken vorzubereiten.“ (Silke Fokken, »Absolute Krise« – Wenn ein Cyberangriff eine Hochschule ausknockt)

Aus der Corona-Pandemie können wir lernen: Bereits damals hat sich als hoch problematischgezeigt, dass das Studium extrem auf Prüfungen (insb. Klausuren) fokussiert ist und regelmäßig mit Existenzängsten, verengtem Blick und tendenziell unsozialem Verhalten einhergeht. Nun werden erneut das vielfältige Wissen und die Kompetenzen der Hochschulmitglieder nicht für die Überwindung der Krise und ihrer Ursachen) eingesetzt, sondern unter noch schlechteren Bedingungen als ohnehin schon (Personal- und Raummangel) Klausuren und andere Prüfungen organisiert und durchgeführt. Die starke Verschulung des Studiums mit Prüfungsfokus wird den Möglichkeiten einer Hochschule bei weitem nicht gerecht. Mit Konzepten wie forschendem Lernen oder Projektstudium lässt sich Studium so gestalten, dass Studierende wie Lehrende ab dem ersten Semester zur Verbesserung der gemeinsamen Lebensbedingungen und dem Lösen von gesellschaftlichen Herausforderungen beitragen. Ein Teil der dafür benötigten Kapazitäten wird schon dadurch frei, wenn sich Studierende wie Lehrende auf die relevanten Fragestellungen konzentrieren können und Kooperation praktisch erproben, statt sich mit hohem Aufwand dem wenig produktivem Prüfungsgeschehen zu widmen.

Um die Lasten der gesellschaftlichen Krise und des Hackerangriffs nicht auf dem Rücken der Studierenden auszutragen, ist daher ein erster Schritt, unseren Forderungen zu den Prüfungen oder gleichwertiger Alternativen zu entsprechen und die Hochschule und die Beschäftigten finanziell und personell dazu in die Lage zu versetzen. Gleich danach gilt es die notwendigen Studienreformen auf den Weg zu bringen und eine solide Finanzierung dauerhaft sicherzustellen.

Gez. Fachschaftsrätekonferenz der HAW Hamburg (fsrk-haw-hamburg@outlook.de)
Hamburg, den 27.01.2023