Konzepttag!

Liebe Studierende,

das letzte Semester war ein sehr bewegtes und bewegendes. Gemeinsam als Studierende und Lehrende haben wir in einem neuen Bündnis mit Aktionen, Demonstrationen und Veranstaltungen (nicht zuletzt in der Projektwoche) eine neue Kultur der Verständigung begonnen. 

Unter anderem im Engagement gegen die Kürzungen, im Streit um eine umwälzende Studienreform, die auch die Abschaffung der 3er-Prüfungsregelung beinhaltet und in der Frage nach dem Menschenbild in Bezug auf Harz 4 haben wir im vergangenen Semester gemeinsam neue Maßstäbe gesetzt.

Wir wollen als FSR entgegen der Elendsverwaltung in den sozialen Berufen gemeinsam mit den Menschen eine Alternative realisieren, die von einer wirklichen Gleichheit der Menschen ausgeht. Dies zu verwirklichen bedarf es eines Austauschs, Transparenz und demokratischer Strukturen, die wir im Fachbereich erweitern wollen.

Als Organisierungsmöglichkeit der Studierenden auf Fachbereichsebene haben wir als FSR in diesen Auseinandersetzungen große Wirkungsmöglichkeiten. Zusammen mit anderen Organen der Verfassten Studierendenschaft (AStA, StuPa) und mit der Akademischen Selbstverwaltung (neuerdings auch mit dem neu eingerichteten Departmentrat) wollen wir diesen Aufbruch fortsetzen. Um diese Vorhaben zu diskutieren und hin auf die Neuwahl des FSRs veranstalten wir einen Konzepttag. Dazu laden wir alle Studierenden der Studiengänge Soziale Arbeit und Bildung und Erziehung in der Kindheit ein, sich daran zu beteiligen, eigene Ideen einzubringen und für eine kritisch aktive Fachschaftsratarbeit einzugreifen. Gemeinsam schaffen wir gegen die Enge des Paukens ein lebendiges und gesellschaftlich verantwortliches Studium.

Der Konzepttag ist am 09.06.2015um 13:00 Uhr in der Kontrabar

Wir wollen ausgehend von Tucholskys Text „Ich will Student sein“ die letzte Amtsperiode des FSRs reflektieren und die aktuelle Lage an der HAW einschätzen. Wo stehen wir und was sind weitere Herausforderungen? Darauf aufbauend wollen wir das FSR-Konzept weiterentwickeln und gemeinsam die Vollversammung (VV) zur FSR-Neuwahl, sowie dafür Plakate planen und entwerfen.

Hier findet ihr unser Konzept, mit dem wir im SoSe14 zur Wahl angetreten sind.

TOP-Liste:
– Beginn mit dem Text „Ich will Student sein“ von Kurt Tucholsky
– davon ausgehend Lageeinschätzung und Reflexion letzte Amtsperiode
– Weiterentwicklung des Konzeptes und Vorhaben, Veranstaltungen und Aktivitäten
– Planung der VV und Plakate dafür

Projektwoche SoSe 15

Ich möchte Student sein, um mir einmal an Hand einer Wissenschaft langsam klarzumachen, wie das so ist im menschlichen Leben.

Kurt Tucholsky, „Ich möchte Student sein“ , 1929

Wissen schafft Menschlichkeit

Eine Woche freier sein in den Entscheidungen, zwangloser und kritisch mit selbstgewählten Themen beschäftigen – eine Alternative zur Alternativlosigkeit!
Die Projektwoche kann von allen interessengeleitet erfahren und mitgestaltet werden. Darin schaffen wir einen Rahmen zum Lernen und Austauschen in der Hochschule ohne Restriktionen und Zwang. Gegen die Hetze des Alltags gibt es hier eine Möglichkeit, sich anderen Themen zu nähern und offen darüber zu diskutieren. Die Befähigung der Menschen, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu formulieren, wird häufig in Leitbilder vieler Einrichtungen der Sozialen Arbeit geschrieben. Doch erfüllen sie diesen humanistischen Anspruch?
„Humanismus [lat.] – allgemein: Streben nach Menschlichkeit (Humanität) und menschenwürdiger Daseinsgestaltung: Gesamtheit jener Ideen und Strebungen in der Geschichte der Menschheit, die auf der Überzeugung von Bildungs- und Entwicklungsfähigkeiten des Menschen, auf die Achtung seiner Würde und Persönlichkeit beruhen und die auf die allseitige Ausbildung, die freie Betätigung und Entfaltung seiner schöpferischen Kräfte und Fähigkeiten sowie auf die Höherentwicklung der menschlichen Gesellschaft […] gerichtet ist.“ Marxistisches-Leninistisches Wörterbuch der Philosophie, 1972
Die Höherentwicklung der menschlichen Gesellschaft entsteht nur durch das Durchdringen und den Austausch mit anderen. Will man sich jedoch aktuell mit einem Thema tiefer befassen, ist etwa im Studium weder die nötige Zeit noch die kritische Diskussion im Studienplan vorgesehen. Durch die Beschränkungen des Bachelor/Master-Systems in dem Lernprozesse in Module gepresst und Lehrveranstaltungen eng getaktet den Studienalltag bilden, wird die Möglichkeit genommen, realitätsnahe und aktuelle Themen nicht nur an der Oberfläche zu bearbeiten. Statt zu hinterfragen und gemeinsam Alternativen zum Bestehenden zu entwickeln, ist meist die nahegelegte Frage „Ist das Prüfungsrelevant?“
Dagegen bietet die Hochschule einen Raum, die Realität zu analysieren, Schwächen und Fehler im System zu erkennen und daraus Schlüsse ziehen zu können. Als Fachschaftsrat wollen wir einige dieser Themen kritisch aufgreifen.

So ist die Kirche bis heute einer der größten Arbeitgeber im sozialen Sektor mit und durch staatliche Finanzierung und besitzt trotzdem einen eigenen Rechtsraum. Welche Auswirkung hat diese Entwicklung auf ein konfessionsunabhängiges Arbeitsfeld? Ist Reflexion und Hinterfragen des „Humankapitals“ in einer unterfinanzierten Hochschule oder gekürzten sozialen Einrichtungen überhaupt gewollt? Mit der filmischen Darstellung des absurden Alltags versuchen wir diesen humoristisch aufzubrechen und zur Diskussion zu stellen.
Ist das „gottgegebene“ Bachelor/Master-System, die schlechten Arbeitsbedingungen und das soziale Elend unter dem politisch auferlegten Kürzungszwang mit unserem Menschenbild im Sinne einer humanistischen Entwicklung vereinbar? Wir laden euch ein in den verschiedenen Veranstaltungen darüber zu diskutieren.

Montag, 04.05., 12:00 – 14:30 Uhr, Raum ZG 10
Star Trek IX – Der Aufstand. Unrecht verhindern durch Lernen aus der Geschichte
Film und Diskussion

Picard: „Wieviele Menschen sind nötig Admiral, bevor aus „Recht“ Unrecht wird?“
Aus der Geschichte wissen wir, dass häufig das Wohl anderer Menschen vorgeschoben wird, um die  Gier einzelner zu verschleiern. Nachdem wir uns gemeinsam den Film angesehen haben, möchte ich dazu einladen, über die geschichtlichen Hintergründe, auf die sich dieser Film bezieht, zu diskutieren. Was bedeutet die „erste Direktive“?

Dienstag, 05.05., 10:00 – 11:30 Uhr, Raum 2.08
Praktikum im Wandel
Vortrag und Diskussion mit Herma Tewes

Das studienintegrierte Praktikum ist für alle Beteiligten eine Herausforderung. Im Studienverlauf bildet es ein Nadelöhr und bringt viele Studierende und KollegInnen aus den Praxisstellen in zeitliche und materielle Nöte.
Wie das Praktikum in der heutigen Form entstanden ist, welche Konzepte ihm zugrunde liegen und welche Probleme und Schwierigkeiten aber auch Möglichkeiten es damit gibt, wollen wir nach einem Einführungsvortrag von Frau Tewes diskutieren und daraus Überlegungen für Verbesserungen fassen.
Herma Tewes ist im Zentralen Praktikumsbüro Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um das Praktikum im Studiengang Soziale Arbeit.

Dienstag, 05.05., 17:30 – 20:00 Uhr, Raum: Kontrabar (R. 0.15)
Herrliche Zeiten? Die Absurdität des Alltags!
Film und Diskussion

„Tatis herrliche Zeiten“ (Originaltitel: Playtime) spielt in den 1960er Jahren und zeigt ein Paris, welches von einem futuristischen Modernitätswahn geprägt zu sein scheint: Gebäude aus Stahl und Glas, Großraumbüros und seltsam anmutende Ausstellungsobjekte verdrängen den eigentlichen Charakter und die Kultur der Stadt. Inmitten dieses entfremdeten Paris wandelt Monsieur Hulot unbeholfen, neugierig, gutmütig und erstaunt über das, was sich ihm an diesem Tag alles eröffnet.
Wir möchten uns mit ihm auf die Reise begeben und diesen Film als Ausgangspunkt nutzen, um unsere eigene Wirklichkeit zu hinterfragen. Spielt sich die im Film gezeigte Absurdität nicht schon längst in der Realität ab?
Wir laden herzlich dazu ein diese Frage zu diskutieren!

Mittwoch, 06.05., 14:00 – 16:00 Uhr, Raum 2.08
Schuldenbremse: Der ökonomische Unsinn
Vortrag und Diskussion mit Heinz-Josef Bontrup

Die Schuldenbremse ist für Sie/Dich ein Buch mit sieben Siegeln? Das muss nicht sein!
Prof. Dr. Bontrup, Sprecher der Arbeitsgruppe „Alternative Wirtschaftspolitik“, hält einen kurzen Vortrag zur Einführung in die Thematik.
Danach erwartet uns, zusammen mit ihm, ein kritischer und spannender Austausch, mit der Möglichkeit eine veränderte Zukunftsperspektive zu entwickeln und bessere Argumente für den Kampf gegen die Kürzungspolitik zu finden. 

Freitag, 08.05., 10:00 – 12:00 Uhr, Raum 2.08
Soziale Arbeit – für Gott oder die Menschen?
Vortrag und Diskussion mit Berno Schuckart-Witsch

Die christliche Kirche ist einer der größten Arbeitgeber im sozialen Sektor. Wenn es an die Arbeitssuche geht, kommt man oftmals nicht am Thema „Kirchlicher Träger“ vorbei. Verordnete Moralvorstellungen, Zugangsbeschränkungen und eingeschränkte Arbeitnehmerrechte stehen im Widerspruch zur proklamierten „Nächstenliebe“. Zur Durchsetzung dieser überholten Beschränkungen garantiert der Staat den beiden christlichen Kirchen einen eigenen Rechtsraum, in dem sie selbst als Gesetzgeber und Richter auftreten. Obwohl die Soziale Arbeit – auch der kirchlichen Träger – wesentlich aus öffentlichen Mitteln finanziert wird, dominieren konfessionelle Einrichtungen den „sozialen Dienstleistungssektor“.
Angesichts dieser Missstände – insbesondere für die Menschen, die in diesem Bereich arbeiten, – greifen auch Gewerkschaften diesen Sonderstatus an und streiten für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Nach einem Einführungsvortrag von Berno Schuckart-Witsch (ver.di Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen) wollen wir gemeinsam über dieses Thema und Konsequenzen diskutieren.

Für die Ausfinanzierung der Hochschulen zur positiven Entwicklung der Gesellschaft

Hochschulen können Erhebliches zur positiven Entwicklung des Gemeinwesens beitragen. Sie können Lösungsansätze und Perspektiven für gesellschaftliche Problemlagen wissenschaftlich erarbeiten und so friedenschaffend, Elend überwindend und demokratiefördernd wirken.
Gegen diese gesellschaftliche Verantwortung steht die jahrelange Unterfinanzierung der Hochschulen, die durch die sogenannte Schuldenbremse noch verschärft werden soll. Die Kürzungen an den Hochschulen bedeuten z.B., dass weitere Professuren gestrichen, Räume und Ausstattung noch unzureichender saniert bzw. ausgebaut und Studienplätze abgebaut werden statt neue zu schaffen. Das sind menschenunwürdige Zustände und weder förderlich für eine angemessene Weiterentwicklung von Wissenschaft, Lehre und Forschung – noch für gute Arbeitsbedingungen.

Vor diesem Hintergrund rufen die Studierendenvertretungen aller Hamburger Hochschulen im Bündnis mit vielen anderen Hochschulmitgliedern zur gemeinsamen Demonstration auf.

Davor sind alle Hochschulmitglieder und Interessierte zur Vollversammlung eingeladen, um sich gemeinsam über die Lage zu verständigen und anschließend zusammen demonstrieren zu gehen.


Die Hamburger Hochschulen sind Einrichtungen dieser Stadt für die Bevölkerung. Sie wollen mit ihrer Arbeit zu einer friedlichen, sozialen, demokratischen, ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft beitragen. Sie haben die Aufgabe, wissenschaftlich die Welt zu durchdringen, die aktuellen Verhältnisse in ihrer historischen Entstehung kritisch zu reflektieren. Daraus müssen Lösungsansätze und Alternativen zum Status quo erarbeitet und im Sinne der Allgemeinheit gesellschaftlich durchgesetzt werden. Die Wahrnehmung dieser Verantwortung muss ausgeweitet werden (können).

Dagegen richtet sich die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen, sowie die aktuelle Politik des Hamburger Senats. Diese besteht darin:

  • Die forcierte Ausrichtung der Hochschulen auf Wirtschaftscluster durch das „Strategiepapier“ des Senats gegen den Willen und die Verantwortung der Hochschulen.
  • Ein für die Demokratisierung der Hochschulen unzureichendes Hochschulgesetz, trotz der Novelle vom 8.7.2014.
  • Verschleppung der notwendigen Baumaßnahmen.
  • Von den „BAföG-Millionen“ geht kein Cent an die Hochschulen.

Die Mitglieder der Hochschulen nehmen diese Ärgernisse zum Anlass, die öffentliche Auseinandersetzung und den Protest für grundlegende Verbesserungen für Bildung und Wissenschaft in Studium, Lehre und Forschung gegen die jahrzehntelange Unterfinanzierung und für die bedarfsgemäße Ausfinanzierung zu intensivieren.

Auch mit Blick auf die Haushaltslesungen in der Bürgerschaft gehen wir als Mitglieder aller Hamburger Hochschulen am Dienstag, den 09.12.2014, ab 14 Uhr gemeinsam auf die Straße,um einzutreten für:

  • Eine demokratische statt unternehmerische Hochschule u.a. durch demokratische Gremien auf allen Ebenen und Abschaffung des Hochschulrats.
  • Emanzipatorische Bildung statt Erziehung zu Konformität u.a. durch problemorientiertes, kritisches Projektstudium und forschendes Lernen.
  • Kooperatives Lernen statt Paukerei unter Konkurrenzdruck u.a. durch Masterplätze für Alle und Verringerung der Prüfungsdichte.
  • Verantwortungsvolle Wissenschaft statt verordneter inhaltlicher und kultureller Unterwerfung unter Drittmittel u.a. durch Grundfinanzierung und Orientierung an der Lösung epochaler Schlüsselprobleme.
  • Soziale Perspektive statt sozialer Not u.a. durch Beseitigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse mit Entfristung und Lohnerhöhung.
  • Solide Gebäude statt Ruinen u.a. durch bedarfsgerechte Sanierung und Ausbau der Gebäude.
  • Kritische Kultur statt Kommerz-Orientierung u.a. durch öffentliche Förderung der wissenschaftlich-kulturellen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen.
  • Bedarfsgemäße Ausfinanzierung statt konkurrenzschürende Unterfinanzierung u.a. durch staatliche Mehrausgaben und Umverteilung von oben nach unten.

Die aktuelle Politik des Kürzungswahns, zumal in einer der reichsten Städte der Welt, ist zum großen Schaden von Bildung und Wissenschaft. Damit schadet sie allen Menschen, denn sie schränkt die Hamburger Hochschulen darin ein, ihrer Aufgabe gerecht zu werden, durch Bildung, Wissenschaft und Kultur einer positiven Entwicklung der Gesellschaft zu dienen. Das wollen wir ändern!

Vollversammlung
Dienstag, 09.12.14, 12:00 Uhr in der Aula, Berliner Tor 21

Eingeladen sind alle Mitglieder der Hochschule

Im Anschluss wollen wir zusammen zur Demonstration gehen:

Demonstration als Sternmarsch
14 Uhr Campus Berliner Tor (HAW & HfBK)


Bringen wir Licht ins Dunkel!

Wir wollen der Kürzungspolitik geschlossen entgegen treten und für die bedarfsgerechte Finanzierung von Sozialem, Bildung, Kultur und Gesundheit streiten. Dafür wollen wir uns gemeinsam über die Möglichkeiten eines gesellschaftlich kritisch eingreifenden Bündnisses aus Hochschulen, Gewerkschaften, sozialen Bewegungen und anderen Aktiven verständigen, um gegen die von Handelskammer und herrschenden Politikern suggerierte Alternativlosigkeit des Status Quo eine Lösung der Krise in die eigene Hände zu nehmen.


Der vorhandene geistige und materielle Reichtum der Gesellschaft ist so groß, dass ein würdevolles Leben und damit die vollumfassende kulturelle Entfaltung der Persönlichkeit für alle Menschen möglich wäre. Im Widerspruch zu diesen gesellschaftlich hervorgebrachten Möglichkeiten steht, dass nur eine Minderheit Zugang zu diesem Reichtum  hat.
Die Spaltung zwischen Arm und Reich wird so von den herrschenden Kräften immer weiter vorangetrieben. Diese politische Orientierung, die alles der Geschäftemacherrei unterordnend in eine tiefe Krise geführt hat, soll aktuell durch Fiskalpakt, Schuldenbremse und Co. weiter zum Schaden aller durchgesetzt werden. So werden in Hamburg – einer der reichsten Städte der Welt – seit Jahren völlig unnötig öffentliche Ausgaben gekürzt, die öffentlichen sozialen Einrichtungen teilweise privatisiert und kommerziell ausgerichtet. Das hat überall in der Stadt schweren Schaden angerichtet.

Die ideologische Funktion dieser als Sachzwang pro­pagierten Kürzungspolitik soll dabei vor allem die wach­senden Ansprüche der Bevölkerung auf Er­­füllung sozialer und kultureller Bedürfnisse aller Men­schen bremsen. Stattdessen solle man bescheiden sein und den Gürtel enger schnallen. Doch Schuld an der Krise sind sicherlich nicht zu hohe Ausgaben in Bil­dung, Ge­sund­­heit, Soziales und Kultur. Denn gerade in diesen Be­­rei­chen wird das gesell­schaftliche Leben ge­stal­­tet – ein Ausgang aus der Krise kann gerade hier entwickelt werden (und wird es auch schon). In und aus allen gesellschaft­lichen Be­reichen gilt es deswegen sich nicht bescheiden zu lassen und gegen die Ursachen der Krise aktiv zu werden. Dafür ist zu entwickeln: Solidarität statt Konkurrenz – um ent­gegen des gegeneinander „Klar­kommens“ zusammen für eine grundlegende Ver­bes­serung aller Lebensbereiche einzutreten. Desswegen unterstützen wir die Demonstration „Bringen wir Licht ins Dunkel – Wir sind die Alternative zur Alternativlosigkeit“ – “Damit Soziales, Bildung, Kultur, Wissenschaft, Gesundheit und weitere öffentliche Dienste für alle menschenwürdig ausgebaut werden können, müssen diese Bereiche endlich bedarfsgemäß staatlich finanziert werden.“ (Aus dem Aufruf des Demo- Bündnisses). Bewegung mit dieser Richtung ist der Ausgang aus der Krise in eine hellere Zukunft. Dafür wollen wir unsere gemeinsame Geschichte wieder in die eigene Hände nehmen – für einen heißen Herbst!

Vor der Demo laden wir zur Vollversammlung des Fachbereiches Soziale Arbeit ein, auf der wir uns gemeinsam über die Möglichkeiten eines gesellschaftlich kritisch eingreifenden Bündnisses aus Hochschulen, Gewerkschaften, sozialen Bewegungen und anderen Aktiven verständigen wollen.

Der FSR Soziale Arbeit lädt zur Vollversammlung ein:
Dienstag, 11.11.14, 13:30 Uhr in der Versammlungsstätte
Eingeladen sind alle Mitglieder der Hochschule und darüber hinaus.
Prof. Harald Ansen wird auf der Versammlung einen Beitrag in Bezug zu Bildung und Sozialem halten.
Im Anschluss wollen wir zusammen zur Demonstration gehen.
Start: 16:30 Uhr Jungfernstieg, Zwischenkundgebung Gänsemarkt, Abschluss und Ausklang am Uni-Campus Von-Melle-Park

Liebe Hochschulmitglieder, liebe Interessierten,

ich freue mich im Namen des Fachschaftsrates Soziale Arbeit alle zur heutigen Vollversammlung zu begrüßen.

Wir haben eingeladen, um uns in der Hochschule über die weitere Zuspitzung der Spaltung in Arm und Reich und die eigene Rolle in dieser Auseinandersetzung zu verständigen.

Was haben wir nun an der Hochschule damit zu tun? Dies wollen wir nach unserer Einleitung und einem Betrag von Herrn Ansen mit Euch diskutieren. Anschließend möchten wir mit Euch gemeinsam zur Demo gehen.

Während auf der einen Seite der private Reichtum bei wenigen stetig wächst, soll der Großteil der Bevölkerung den Gürtel enger schnallen und sich immer mehr Bedürfnisse abschminken. So werden mit der aktuellen Kürzungspolitik die Bereiche Soziales, Kultur, Bildung, Wissenschaft, Gesundheit und weitere öffentliche Dienste zusammengestrichen und die Beschäftigung in diesen Feldern zunehmend prekärer. Dagegen regt sich zunehmend Widerstand. Auf der Internet-Seite vom „Bündnis gegen Rotstift“ (Unterstützer der heutigen Demo) heißt es dazu:

„Im Bündnis gegen Rotstift haben sich Wohlfahrts- und Sozialverbände, Gewerkschaften, Studierende, Bewegungsorganisationen wie Attac und Dachverbände zusammengeschlossen, um ein deutliches Zeichen gegen die Politik des SPD-Senats zu setzen.“ Sie fordern vor allem eine Rücknahme der Kürzungspläne.

Auch die KITAs fordern 25% mehr Personal, um gegen die zunehmende Arbeitsverdichtung zu streiten. Denn gute Arbeitsbedingungen sind die Grundlage für „gute Kinderbetreuung statt bloßer Aufbewahrung“. Diese Forderung hat die Initiative auf einer eindrucksvollen Demo vorletzte Woche mit breitem Bündnis zum Ausdruck gebracht.

In Anlehnung an den Buchtitel „Heißer Sommer“, der sich mit der 68er Studentenbewegung in Hamburg befasst, wurde nun in Hochschulen und sozialen Bereichen ein „Heißer Herbst“ ausgerufen. Dabei geht es darum gemeinsam den Streit mit der herrschenden Politik aufzunehmen – gerade vor dem Hintergrund der im Dezember stattfindenden Haushaltberatungen und den anstehenden Bürgerschaftswahlen und eine Wende hin zu einer wirklichen Entwicklungsperspektive und darüber hinaus einzufordern. Im Demo-Aufruf ist gefasst, wofür sie steht, nämlich:

„… für gute Arbeit und ihre Ausfinanzierung;
… gegen die Ökonomisierung der sozialen Arbeit und des öffentlichen Dienstes und für die Stärkung der Daseinsvorsorge;
… gegen Armut und für eine gleichberechtigte Teilhabe aller;
… für Kultur für Alle als Ausdruck lebendiger Demokratie;
… für Bildung für Alle von der Kita über Schulen und Hochschulen bis zur Weiterbildung;
… für menschenwürdiges Wohnen – gerade auch für Menschen mit niedrigem Einkommen;
… für Gesundheit für Alle ohne Orientierung auf Gewinne;
… für Mobilität als Grundrecht – bezahlbar und ausreichend angeboten;
… für Umverteilung des gesellschaftlich erarbeiteten Reichtums: Durch eine gerechte Steuerpolitik kann der sozialen Spaltung entgegen gewirkt und die Arbeit an besseren Lebensbedingungen für alle befördert werden.“

Man könnte denken, dass in diesem reichen Land zumindest die meisten dieser Ansprüche selbstverständlich gegeben sein sollten, gleichzeitig wissen wir gerade aus der Sozialen Arbeit heraus, dass kein einziger dieser Ansprüche erfüllt wird und die aktuelle Politik weder dafür wirksam ist, ihnen gerecht zu werden, noch ist sie überhaupt darauf gerichtet. Im Gegenteil: So wird auch in den Hochschulen versucht weiter auf die Zerstörung gemeinsamer Kultur und Verständigung sowie demokratischer Organisation zu setzen – deutlich wurde das zuletzt am sog. Strategiepapier für die Weiterentwicklung der Hamburger Hochschulen. Studierende sollen nur als „Erwerbspersonenpotential“ ( was ein anderes Wort für Humankapital ist) für den Standort zählen.

Wir fordern dagegen emanzipatorische Bildung, die darauf gerichtet ist gemeinsam an den Hochschulen eine kritische Handlungsfähigkeit zu erlangen, um für soziale und kulturelle Verbesserungen für alle zu wirken. Das bedeutet die Vereinzelung und Konkurrenz durch Noten und um Masterplätze zugunsten gemeinsamen interessengeleiteten Studierens zu überwinden.

Wir fordern eine Verantwortungsvolle Wissenschaft, die sich mit der Bearbeitung und Lösung gesellschaftlicher Problemlagen für eine soziale, demokratische, ökologisch nachhaltige und friedliche Entwicklung einsetzt und eine dementsprechende Hochschulreform, statt Standortkonkurrenz- und Cluster-Orientierung für die regionalen Wirtschaftsinteressen.

Wir fordern demokratische Hochschulen. Denn am Menschen orientierte und transparente Wissenschaft in Forschung und Lehre gehen in Einheit mit der gemeinsamen Verständigung über deren Inhalte und Ausgestaltung. Daher ist die Überwindung hierarchischer Top-Down-Strukturen mit Kennzahlenfixierung und misstrauischem Kontrollapparat erforderlich.

Wir fordern eine bedarfsdeckende öffentliche Finanzierung für Ausreichend Studienplätze in grundständigen wie für Master-Studiengänge, ein Ende der Personalkürzungen zulasten prekär Beschäftigter (wie z.B. Lehrbeauftragter), die Aufrechterhaltung und den Ausbau gesellschaftlich relevanter Wissenschaften. Die Überwindung der Drittmittelabhängigkeit mit ständigen Bewerbungen auf Ausschreibungen, auf befristete Mittel um die wir uns in Konkurrenz zu anderen balgen sollen und dem ewige Hoffen auf einen neuen Hochschulpakt oder auf Stiftungsgelder, all das hält von den eigentlichen Aufgaben der Hochschulen ab, steht an. Für deren Überwindung ist eine bedarfsdeckende Grundfinanzierung sinnvoll und notwendig.

Diese Entwicklungsherausforderungen für die Hochschulen gehen in Einheit mit den bereits formulierten Ansprüchen an menschliche Entwicklung der Stadt und weisen in dieselbe Richtung: Hinaus aus der Krise – hin zu einem solidarischen Hamburg!

Diese Entwicklungen geschehen aber nicht von alleine, sondern müssen entgegen der Vereinzelung gemeinsam unternommen werden.


Filmabend der Teufelskreis

Wann: Dienstag, den 21.10.2014

Anlässlich 100 Jahre Erster Weltkrieg und 75 Jahre Zweiter Weltkrieg planen wir eine antifaschistische Filmreihe. In den Filmen werden die nach der Befreiung vom Faschismus gemeinsam gebildeten Ansprüche an eine solidarische Gesellschaft deutlich. Die uneingelösten Hoffnungen von damals – auch gefasst im Grundgesetz sowie im Potsdamer Abkommen von ’45 – auf Überwindung von Ungleichheit und Unterdrückung drängen weiterhin auf ihre Realisierung. Auf dieser Grundlage wenden wir uns gegen alle Ideologien, die Konkurrenz, Ungleichheit und Unterdrückung als Natur des Menschen („Der Mensch ist des Menschen Wolf“) und die Verhältnisse als alternativlos darstellen. Dagegen wollen wir Teil einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung sein.

Daher wollen wir uns die Geschichte des Widerstandes gegen den Faschismus gemeinsam aneignen und aus der Geschichte für heute lernen, um neu die Gegnerschaft zu rechten menschenverachtenden Ideologien, Menschenbildern und Wissenschaftsinhalten aufzunehmen.
Das bedeutet aktuell unter anderem, dass die sozialdarwinistische und nationalchauvinistische AfD 2015 nicht in die Hamburger Bürgerschaft einziehen darf.

Filmabend Wir Wunderkinder

In der Orientierungswoche wollen wir als Auftakt der Reihe „Filme gegen Rechts“, den Film „Wir Wunderkinder“ schauen. Um gemeinsam ein Verständnis der historischen Gegebenheiten des deutschen Faschismus und ihrer Akteure zu erarbeiten – und neue gemeinsame Vorhaben zu entwickeln dafür, daß jede rechte Ideologien in der Gesellschaft zurückgedrängt werden können. Das bedeutet vor allem, daß die nationalistische und chauvinistische AfD 2015 nicht in die Hamburger Bürgerschaft einziehen darf.
Der Film spannt vor diesem Hintergrund den zeitgeschichtlichen Bogen von 1913 bis 1957.
Gegenübergestellt werden der alles in allem redliche Journalist Hans Boeckel (Hansjörg Felmy) und der skrupellose ehemalige Schulfreund und Opportunist Bruno Tiches (Robert Graf).
Beider Vita wird vom Kaiserreich über den Faschismus bis in die frühen Jahre der Bundesrepublik miteinander wertend verglichen.
Satirisch kommentiert wird die Geschichte von dem Kabarettisten Wolfgang Neuss („Conferencier“) und seinem Pianisten Wolfgang Müller.
Am Ende kommt heraus, dass die Redlichkeit sich bewährt, aber auch, dass sie politisch etwas konsequenter sein könnte.

Daraus lässt sich, kritisch und vergnüglich, für heute lernen.

Semesterauftakt 2014

Solidarität statt Konkurrenz
Für einen befreienden Semesterbeginn

Weltweit spitzt sich die soziale Ungleichheit zu. Der Zugang zu menschenwürdiger Arbeit, Wohnung, Gesundheit, Kultur und Bildung ist immer mehr denjenigen vorbehalten, die das Geld dafür haben und wird zunehmend denjenigen verwehrt, die dies nicht haben.

Statt zur Lösung dieser gesellschaftlichen Problemlagen beizutragen, sorgen die Regierungen in Deutschland wie im übrigen Westen durch Kürzungs- bis hin zur Kriegspolitik für eine weitere Verschärfung der Krise.

Dieser weitgehende Ausschluss der Mehrheit vom gesellschaftlich hervorgebrachten Reichtum wird seitens Wirtschaft und Politik mit der Behauptung es sei kein Geld da (Schuldenbremsenideologie) versucht zu legitimieren. Für die Gewinnmaximierung der Wenigen soll die Mehrheit der Bevölkerung den Gürtel enger schnallen.

Gegen diese fortgesetzte Ausbeutung der Menschen für Profitinteressen müssen die Ursachen von Armut und sozialer Ungleichheit wissenschaftlich durchdrungen werden, um Partei zu ergreifen für eine soziale, demokratische und friedliche Entwicklung der Gesellschaft. Dies stellt die Wissenschaft vor ihre eigentlichen Aufgaben.

Vor diesem Hintergrund müssen am Fachbereich Soziale Arbeit soziale Errungenschaften und Problemlagen analysiert, beschrieben und Lösungen (weiter)entwickelt werden.

Der Fachschaftsrat (FSR) ist – als Teil und im Geiste der durch die ’68er Studentenbewegung und ihre Nachfolgeorganisationen erkämpften demokratischen Selbstverwaltung der Hochschulen – Akteur in diesen Auseinandersetzungen. Hier organisieren sich Studierende gemeinsam, um solidarisch für verallgemeinerbare soziale, politische und kulturelle Interessen der Studierenden zu streiten. Dies bedeutet auch sich wissenschaftskritisch gegen die zunehmende Tendenz zu wehren, das Soziale unter dem Aspekt der Verwertbarkeit (Humankapital) zu fassen. Statt sich an dieser Unterwerfung des Sozialen zu beteiligen, gilt es gegen die dahinter stehende menschenabgewandte Haltung klar Opposition zu beziehen. Daher wirkt der FSR für die Entwicklung einer gesellschaftlich verantwortlichen Lehre, Wissenschaft und Forschung, die es gemeinsam mit allen Hochschulmitgliedern zu realisieren gilt.

In den vergangenen Semestern hat der FSR in den Projektwochen Veranstaltungen zur „Repolitisierung der Sozialen Arbeit“, zur Frage „Angepasst oder kritisch Studieren?“ und zum konkurrenzhaften Menschenbild des Kapitalismus, dem „homo oeconomicus“ organisiert.

Anknüpfend daran planen wir als FSR für dieses Semester anlässlich 100 Jahre Erster Weltkrieg und 75 Jahre Zweiter Weltkrieg u.a. eine antifaschistische Filmreihe. Lernend aus der Geschichte werden in den Filmen die nach der Befreiung vom Faschismus gemeinsam gebildeten Ansprüche an eine solidarische Gesellschaft deutlich. Die uneingelösten Hoffnungen von damals – auch gefasst im Grundgesetz sowie im Potsdamer Abkommen von ’45 – auf Überwindung von Ungleichheit und Unterdrückung drängen weiterhin auf ihre Realisierung. Auf dieser Grundlage wenden wir uns gegen alle Ideologien, die Konkurrenz, Ungleichheit und Unterdrückung als Natur des Menschen („Der Mensch ist des Menschen Wolf“) und die Verhältnisse als alternativlos darstellen. Dagegen wollen wir Teil einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung sein.

Dafür setzt sich der FSR für Verbesserungen in der Wissenschaft, im Studium und in der Hochschule ein. Zusammen können wir so mit Publikationen, gemeinsam organisierten Veranstaltungen und Aktionen für eine solidarische Kultur im Fachbereich und darüber hinaus eingreifen.

Antikriegstag!

1. September 2014, 18:00 Uhr
18:00 │ Auftakt am Kriegsklotz, S-Dammtor/U-Stephansplatz
19:00 │ Kundgebung Barlachstele, Rathausmarkt
19:30 │ Kundgebung Jungfernstieg, Alsteranleger

Nie wieder Krieg! Internationale Solidarität statt Völkerhass

„Ihr aber lernet, wie man sieht statt stiert
Und handelt, statt zu reden noch und noch
So was hätt einmal fast die Welt regiert!
Die Völker wurden seiner Herr, jedoch
Daß keiner uns zu früh da triumphiert –
Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!“
(Bertolt Brecht)

Seit Beginn der 1950er Jahre wurde in der Deutschen Demokratischen Republik der 1. September als „Weltfriedenstag“ bezeichnet, an dem auf Versammlungen zum Eintreten für den Weltfrieden aufgerufen wurde. In der Bundesrepublik Deutschland wird seit 1957 dieser Tag alljährlich als „Antikriegstag“ begangen. Er erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939. Zu diesem 1. Antikriegstag aufgerufen hatte die „Antimilitaristische Aktion“, ein Bündnis der Sozialistischen Jugend – Die Falken, der Solidaritätsjugend, der Naturfreundejugend und der Verband der Wehrdienstverweigerer insbesondere vor dem Hintergrund, dass im Juli 1956 in der BRD die allgemeine Wehrpflicht beschlossen wurde und ’57 die ersten Wehrpflichtigen in die Kasernen der Bundeswehr einzogen. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ruft seit jeher unter dem Motto „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“ zum Antikriegstag auf.

Diese Losung hat bis heute hohe Aktualität: Im Angesicht der zugespitzten weltweiten sozialen Ungleichheit und der verschärften Kriegslage steigt die Verantwortung, die uneingelösten Hoffnungen und Lehren aus der Befreiung vom Faschismus zum Ausdruck zu bringen. Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der Zweite und weiter gilt: Kriege brechen nicht einfach aus und kommen auch nicht über uns wie Naturkatastrophen. Kriege werden von Menschen vorbereitet und gemacht – für Profitinteressen und die Geschäftemacherei einiger Weniger. So sollen weltweit – wie in der Ukraine und im Nahen Osten –, selbstsüchtige Interessen mit propagandistischer, ökonomischer und militärischer Gewalt durchgesetzt werden.

Das ist auch gemeint, wenn Bundespräsident Gauck, Außenminister Steinmeier und Verteidigungsministerin von der Leyen „Mehr Verantwortung in der Welt“ einfordern: Deutschland müsse seine militärische „Zurückhaltung“ nach den beiden Weltkriegen aufgeben. 69 Jahre nach Gründung der UNO und 65 Jahre nach Verabschiedung des Grundgesetzes soll damit weiter Abschied genommen werden vom völkerrechtlichen Gewaltverbot. Militär und Krieg sollen als Mittel der Politik wieder öffentlich anerkannt werden. Die Bevölkerung lässt sich aber trotz massiver Medienpropaganda und Lügen nicht für Kriege begeistern, die Mehrheit lehnt weiter Kriegseinsätze ab.
Aus dieser noch eher passiven Ablehnung muss ein aktiver, friedensbewegter Widerstand werden, denn: Der Kriegspropaganda, die immer Unheil stiftet, ist massiv zu widersprechen und alles zu unternehmen, was zu gewaltfreien Lebensverhältnissen der Menschen führt.

Die Prinzipien des Gewaltverzichts, der zivilen Konfliktlösung und des gemeinsamen sozialen wie kulturellen Aufbaus, die nach 1945 bis in die 1970er und 80er Jahre hinein bestimmend waren für Institutionen wie die UNO und die OSZE, müssen wieder zur Geltung gebracht werden.
Anstatt weiter an der Rüstungsspirale zu drehen, wie mit den beabsichtigten Waffenlieferungen in den Irak und die Anschaffung neuer militärischer Drohnen, müssen auch in Deutschland Fragen der Rüstungs-Konversion, des Umbaus der Produktion in eine rein zivile, neu auf die Tagesordnung gesetzt werden um das Geschäft mit dem Krieg zu beenden.

Dafür eingreifend engagieren sich bundesweit Hochschulmitglieder, um gegen die Militarisierung und Ökonomisierung der Bildungseinrichtungen einen Mentalitätswechsel hervorzubringen und diese als Orte der Aufklärung für den Frieden und für gesellschaftliche Veränderung zu rekonstituieren. Die Parteinahme der wissenschaftlichen Arbeit der Hochschulmitglieder für den Menschen ist notwendig, um Armut und Unterentwicklung nachhaltig zu überwinden, Fragen der Entspannung, Abrüstung und Konversion tatkräftig anzugehen und echte Schritte dafür zu tun, globale Probleme wie soziale Ungleichheit oder Klimaveränderungen zu lösen.

Daher rufen wir alle Hochschulmitglieder auf,
sich an der Demonstration zum Antikriegstag zu beteiligen!
In Solidarität mit den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen und politischen Kräften in aller Welt engagieren wir uns gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg, für eine Welt des Friedens.

„Mit den Waffen des Geistes gegen den Geist der Waffen.“
Martin Löwenberg, Widerstandskämpfer gegen den deutschen Faschismus, KZ-Häftling und Zwangsarbeiter, Gründung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Internationale Solidarität: „Nein zum Krieg in der Ukraine – Gemeinsam für den Frieden“

Die Situation um den Konflikt in der Ukraine eskaliert täglich weiter. Die Faschisten der „Svoboda“-Partei und des „Rechten Sektors“ terrorisieren die Bevölkerung – vor allem GewerkschafterInnen und AntifaschistInnen – geduldet durch EU, NATO, Bundesregierung und fast alle Bundestagsparteien. Luftwaffe, Artillerie und Panzer des ukrainischen Militärs feuern auf die Zivilbevölkerung und eskalieren den Konflikt und werden dabei vom „Westen“ ermuntert. Die deutsche Bundesregierung spielt in der Ukraine-Krise ein verantwortungsloses und gefährliches Spiel. Sie paktiert mit der erst in den letzten Tagen zurückgetretenden Regierung in Kiew, an der auch nach den Neuwahlen Faschisten beteiligt waren. Schon seit Jahren wird mit Geheimdiensten, Stiftungen (Konrad-Adenauer, Friedrich-Naumann, Heinrich-Böll u.a.), Waffen und Geldern aggressiv von außen interveniert, um gewaltsam geostrategische und wirtschaftliche Vorteile zu erlangen. Über 200.000 Menschen sind auf der Flucht. Dagegen regt sich in der Ukraine und weltweit massiv Widerstand.

Außenpolitisch wollte die EU mit dem Assoziierungsabkommen die Ukraine in ihren Machtbereich holen und in das militärische Konzept der „NATO-Osterweiterung“ einbinden.
Die soziale Ungleichheit innerhalb der Ukraine ist die innenpolitische Seite des Konflikts.Die Bevölkerung ist in den letzten Jahrzehnten von wechselnden Despoten und Oligarchen durch eine enorme Umverteilung von unten nach oben ausgeplündert worden. Die „Maidan-Proteste“, die sich ursprünglich an der miserablen sozialen Lage entzündet hatten, wurden durch Oligarchen, Militaristen und Nationalisten instrumentalisiert, um die großen privaten Vermögen vor den berechtigten Forderungen nach Umverteilung zu schützen.
Das inzwischen von der Regierung Poroschenko unterzeichnete Assoziierungsabkommen bedeutet weitere Kürzungen und Privatisierungen zu Lasten der Bevölkerung, wie man sie besonders drastisch aus Griechenland, Portugal, Italien und Spanien kennt. Bereits jetzt sind die Lebenshaltungskosten in der Ukraine erheblich gestiegen, während die Löhne und Gehälter von einem ohnehin niedrigen Niveau weiter sinken.
Stattdessen gilt es soziale Bedingungen herzustellen, die allen Menschen ein Leben in Würde ermöglichen.

Weder militärische noch verbale Aufrüstung kann zur Lösung dieses Konflikts führen. In einer solchen Situation wäre es Aufgabe der „Friedenspreisträgerin“ EU und der Bundesregierung für De-Eskalierung zu sorgen.
Ein Weg aus der Krise kann nur über politische Verhandlungen gefunden werden.

Dafür ist unter Anderem erforderlich:

  • Schluss mit dem Säbelrasseln auf allen Seiten
  • Strikte Einhaltung des Völkerrechts in allen internationalen Konflikten
  • Keine Sanktionen, dafür Diplomatie und tatsächliche Kooperation
  • Die Zusammenarbeit mit faschistischen Kräften muss beendet und die rechten Banden entwaffnet und verboten werden
  • Die Einstellung aller Waffenexporte in die Region und atomare wie allgemeine Abrüstung aller Länder (auch durch die Einführung von Zivilklauseln an allen Hochschulen)
  • Keine Erweiterung der NATO, sondern ihre Auflösung
  • die Beendigung der Einmischung aller ausländischen Staaten in die ukrainischen Angelegenheiten, damit die Bevölkerung über ihre Angelegenheiten demokratisch selbst entscheiden kann,
  • den Einzug der Vermögen der Oligarchen, um Investitionen in die Infrastruktur des Landes zu ermöglichen, Arbeitsplätze zu schaffen und für alle Menschen in der Ukraine soziale Sicherheit zu gewährleisten.

Unsere Solidarität gilt allen demokratischen und antifaschistischen Kräften in der Ukraine und darüber hinaus, die sich mutig für Frieden und Völkerverständigung und sozialen Fortschritt einsetzen!

Daher rufen wir zur breiten Beteiligung auf:

Demonstration „Nein zum Krieg in der Ukraine – Gemeinsam für Frieden“
am 28. Juli 2014 um 17.00 Uhr
Start vom „Kriegsklotz“ am Dammtor zum Gerhard-Hauptmann-Platz

Konzept 2014

Soziale Arbeit in gesellschaftlicher Opposition.

In Europa wächst der Unmut. Und auch bei uns haben immer mehr Menschen genug von Niedriglöhnen und öffentlicher Armut in einem der reichsten Länder der Welt. Zeit für einen Kurswechsel. Für gutes Leben, für soziale Gerechtigkeit.“ DGB, Klartext, 09/2013

Der wachsende Unmut über die steigende soziale Ungleichheit drückt sich zunehmend in Protesten gegen den weitgehenden Ausschluss der Mehrheit vom gesellschaftlichen Reichtum aus. In mehreren europäischen Ländern, denen die Schuldenbremsenpolitik mit voller Härte von außen aufgezwungen wird, ist die soziale Zerstörung besonders sichtbar. Für die positive Aufhebung der brodelnden Unzufriedenheit ist eine emanzipatorische Praxis von großer orientierender Bedeutung: Bildung und wissenschaftliche Weltaneignung für alle sind unverzichtbar in Zeiten des krisenhaften kapitalistischen Systems. Sie bilden die Grundlage für die dringend notwendige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Ursachen von Krieg, Ungleichheit zwischen den Menschen und der Entwicklung eines sozialen und kulturellen Fortschritts. Die Hochschule übernimmt dabei eine tragende Rolle: Wissenschaft muss ihrenzivilen, sozialen und kulturellen Nutzen verwirklichenund kann damit eine eingreifende Funktion für die Gestaltung gesellschaftlich notwendiger Entwicklungen übernehmen. Statt diesestrukturelle Problemenursächlich zu begegnen werdendiese durch herrschende Politik weiter verschärft.Für die daraus entstehenden Lebenslagen sei jeder selbst verantwortlich: Armut sei selbstverschuldet.

Dagegen steht an,die ausreichend vorhandenen Ressourcenallen zugänglich zu machen, um ein menschenwürdiges Leben für alle zu ermöglichen.

Dies stellt insbesondere die Sozialwissenschaften vor ihre eigentlichen Aufgaben: Die Ursachen von Armut und sozialer Ungleichheit wissenschaftlich zu durchdringen und Partei zu ergreifen für eine soziale, demokratische und friedliche Entwicklung der Gesellschaft.

Die zunehmenden Tendenz, das Soziale nur noch unter dem Aspekt der Verwertbarkeit zu fassen, um es für Profitinteressen zu instrumentalisieren, ist Teil der Verhinderung dieser Perspektive und muss widerständig überwunden werden. . Dabei wird sich wesentlich auf die Symptome der gesellschaftlichen Widersprüche konzentrieren und sich damit an der Individualisierung eigentlich gesellschaftlicher Probleme beteiligt. Soziale Arbeit wird damit zum Instrument der Kontrolle und Verwahrung der vermeintlichen „Klienten“ degradiert, um den Menschen wieder verwertbar und funktionstüchtig für den Arbeitsmarkt zu machen. Statt sich zum Teil dieser Unterwerfung des Sozialen unter wirtschaftliche Interessen zu machen, gilt es entgegen den menschenabgewandten Verhältnissen eine klare Opposition zu bilden.

Diese Entwicklung für verantwortungsvolleLehre, Wissenschaft und Forschung wollen wir gemeinsam mit allen Mitgliederndes Fachbereichs voranbringen.

Das Ganze Programm siehe PDF