Anlässlich 100 Jahre Erster Weltkrieg und 75 Jahre Zweiter Weltkrieg planen wir eine antifaschistische Filmreihe. In den Filmen werden die nach der Befreiung vom Faschismus gemeinsam gebildeten Ansprüche an eine solidarische Gesellschaft deutlich. Die uneingelösten Hoffnungen von damals – auch gefasst im Grundgesetz sowie im Potsdamer Abkommen von ’45 – auf Überwindung von Ungleichheit und Unterdrückung drängen weiterhin auf ihre Realisierung. Auf dieser Grundlage wenden wir uns gegen alle Ideologien, die Konkurrenz, Ungleichheit und Unterdrückung als Natur des Menschen („Der Mensch ist des Menschen Wolf“) und die Verhältnisse als alternativlos darstellen. Dagegen wollen wir Teil einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung sein.
Daher wollen wir uns die Geschichte des Widerstandes gegen den Faschismus gemeinsam aneignen und aus der Geschichte für heute lernen, um neu die Gegnerschaft zu rechten menschenverachtenden Ideologien, Menschenbildern und Wissenschaftsinhalten aufzunehmen. Das bedeutet aktuell unter anderem, dass die sozialdarwinistische und nationalchauvinistische AfD 2015 nicht in die Hamburger Bürgerschaft einziehen darf.
In der Orientierungswoche wollen wir als Auftakt der Reihe „Filme gegen Rechts“, den Film „Wir Wunderkinder“ schauen. Um gemeinsam ein Verständnis der historischen Gegebenheiten des deutschen Faschismus und ihrer Akteure zu erarbeiten – und neue gemeinsame Vorhaben zu entwickeln dafür, daß jede rechte Ideologien in der Gesellschaft zurückgedrängt werden können. Das bedeutet vor allem, daß die nationalistische und chauvinistische AfD 2015 nicht in die Hamburger Bürgerschaft einziehen darf. Der Film spannt vor diesem Hintergrund den zeitgeschichtlichen Bogen von 1913 bis 1957. Gegenübergestellt werden der alles in allem redliche Journalist Hans Boeckel (Hansjörg Felmy) und der skrupellose ehemalige Schulfreund und Opportunist Bruno Tiches (Robert Graf). Beider Vita wird vom Kaiserreich über den Faschismus bis in die frühen Jahre der Bundesrepublik miteinander wertend verglichen. Satirisch kommentiert wird die Geschichte von dem Kabarettisten Wolfgang Neuss („Conferencier“) und seinem Pianisten Wolfgang Müller. Am Ende kommt heraus, dass die Redlichkeit sich bewährt, aber auch, dass sie politisch etwas konsequenter sein könnte.
Daraus lässt sich, kritisch und vergnüglich, für heute lernen.
Solidarität statt Konkurrenz Für einen befreienden Semesterbeginn
Weltweit spitzt sich die soziale Ungleichheit zu. Der Zugang zu menschenwürdiger Arbeit, Wohnung, Gesundheit, Kultur und Bildung ist immer mehr denjenigen vorbehalten, die das Geld dafür haben und wird zunehmend denjenigen verwehrt, die dies nicht haben.
Statt zur Lösung dieser gesellschaftlichen Problemlagen beizutragen, sorgen die Regierungen in Deutschland wie im übrigen Westen durch Kürzungs- bis hin zur Kriegspolitik für eine weitere Verschärfung der Krise.
Dieser weitgehende Ausschluss der Mehrheit vom gesellschaftlich hervorgebrachten Reichtum wird seitens Wirtschaft und Politik mit der Behauptung es sei kein Geld da (Schuldenbremsenideologie) versucht zu legitimieren. Für die Gewinnmaximierung der Wenigen soll die Mehrheit der Bevölkerung den Gürtel enger schnallen.
Gegen diese fortgesetzte Ausbeutung der Menschen für Profitinteressen müssen die Ursachen von Armut und sozialer Ungleichheit wissenschaftlich durchdrungen werden, um Partei zu ergreifen für eine soziale, demokratische und friedliche Entwicklung der Gesellschaft. Dies stellt die Wissenschaft vor ihre eigentlichen Aufgaben.
Vor diesem Hintergrund müssen am Fachbereich Soziale Arbeit soziale Errungenschaften und Problemlagen analysiert, beschrieben und Lösungen (weiter)entwickelt werden.
Der Fachschaftsrat (FSR) ist – als Teil und im Geiste der durch die ’68er Studentenbewegung und ihre Nachfolgeorganisationen erkämpften demokratischen Selbstverwaltung der Hochschulen – Akteur in diesen Auseinandersetzungen. Hier organisieren sich Studierende gemeinsam, um solidarisch für verallgemeinerbare soziale, politische und kulturelle Interessen der Studierenden zu streiten. Dies bedeutet auch sich wissenschaftskritisch gegen die zunehmende Tendenz zu wehren, das Soziale unter dem Aspekt der Verwertbarkeit (Humankapital) zu fassen. Statt sich an dieser Unterwerfung des Sozialen zu beteiligen, gilt es gegen die dahinter stehende menschenabgewandte Haltung klar Opposition zu beziehen. Daher wirkt der FSR für die Entwicklung einer gesellschaftlich verantwortlichen Lehre, Wissenschaft und Forschung, die es gemeinsam mit allen Hochschulmitgliedern zu realisieren gilt.
In den vergangenen Semestern hat der FSR in den Projektwochen Veranstaltungen zur „Repolitisierung der Sozialen Arbeit“, zur Frage „Angepasst oder kritisch Studieren?“ und zum konkurrenzhaften Menschenbild des Kapitalismus, dem „homo oeconomicus“ organisiert.
Anknüpfend daran planen wir als FSR für dieses Semester anlässlich 100 Jahre Erster Weltkrieg und 75 Jahre Zweiter Weltkrieg u.a. eine antifaschistische Filmreihe. Lernend aus der Geschichte werden in den Filmen die nach der Befreiung vom Faschismus gemeinsam gebildeten Ansprüche an eine solidarische Gesellschaft deutlich. Die uneingelösten Hoffnungen von damals – auch gefasst im Grundgesetz sowie im Potsdamer Abkommen von ’45 – auf Überwindung von Ungleichheit und Unterdrückung drängen weiterhin auf ihre Realisierung. Auf dieser Grundlage wenden wir uns gegen alle Ideologien, die Konkurrenz, Ungleichheit und Unterdrückung als Natur des Menschen („Der Mensch ist des Menschen Wolf“) und die Verhältnisse als alternativlos darstellen. Dagegen wollen wir Teil einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung sein.
Dafür setzt sich der FSR für Verbesserungen in der Wissenschaft, im Studium und in der Hochschule ein. Zusammen können wir so mit Publikationen, gemeinsam organisierten Veranstaltungen und Aktionen für eine solidarische Kultur im Fachbereich und darüber hinaus eingreifen.
Nie wieder Krieg! Internationale Solidarität statt Völkerhass
„Ihr aber lernet, wie man sieht statt stiert Und handelt, statt zu reden noch und noch So was hätt einmal fast die Welt regiert! Die Völker wurden seiner Herr, jedoch Daß keiner uns zu früh da triumphiert – Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!“ (Bertolt Brecht)
Seit Beginn der 1950er Jahre wurde in der Deutschen Demokratischen Republik der 1. September als „Weltfriedenstag“ bezeichnet, an dem auf Versammlungen zum Eintreten für den Weltfrieden aufgerufen wurde. In der Bundesrepublik Deutschland wird seit 1957 dieser Tag alljährlich als „Antikriegstag“ begangen. Er erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939. Zu diesem 1. Antikriegstag aufgerufen hatte die „Antimilitaristische Aktion“, ein Bündnis der Sozialistischen Jugend – Die Falken, der Solidaritätsjugend, der Naturfreundejugend und der Verband der Wehrdienstverweigerer insbesondere vor dem Hintergrund, dass im Juli 1956 in der BRD die allgemeine Wehrpflicht beschlossen wurde und ’57 die ersten Wehrpflichtigen in die Kasernen der Bundeswehr einzogen. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ruft seit jeher unter dem Motto „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“ zum Antikriegstag auf.
Diese Losung hat bis heute hohe Aktualität: Im Angesicht der zugespitzten weltweiten sozialen Ungleichheit und der verschärften Kriegslage steigt die Verantwortung, die uneingelösten Hoffnungen und Lehren aus der Befreiung vom Faschismus zum Ausdruck zu bringen. Vor 100 Jahren begann der Erste Weltkrieg, vor 75 Jahren der Zweite und weiter gilt: Kriege brechen nicht einfach aus und kommen auch nicht über uns wie Naturkatastrophen. Kriege werden von Menschen vorbereitet und gemacht – für Profitinteressen und die Geschäftemacherei einiger Weniger. So sollen weltweit – wie in der Ukraine und im Nahen Osten –, selbstsüchtige Interessen mit propagandistischer, ökonomischer und militärischer Gewalt durchgesetzt werden.
Das ist auch gemeint, wenn Bundespräsident Gauck, Außenminister Steinmeier und Verteidigungsministerin von der Leyen „Mehr Verantwortung in der Welt“ einfordern: Deutschland müsse seine militärische „Zurückhaltung“ nach den beiden Weltkriegen aufgeben. 69 Jahre nach Gründung der UNO und 65 Jahre nach Verabschiedung des Grundgesetzes soll damit weiter Abschied genommen werden vom völkerrechtlichen Gewaltverbot. Militär und Krieg sollen als Mittel der Politik wieder öffentlich anerkannt werden. Die Bevölkerung lässt sich aber trotz massiver Medienpropaganda und Lügen nicht für Kriege begeistern, die Mehrheit lehnt weiter Kriegseinsätze ab. Aus dieser noch eher passiven Ablehnung muss ein aktiver, friedensbewegter Widerstand werden, denn: Der Kriegspropaganda, die immer Unheil stiftet, ist massiv zu widersprechen und alles zu unternehmen, was zu gewaltfreien Lebensverhältnissen der Menschen führt.
Die Prinzipien des Gewaltverzichts, der zivilen Konfliktlösung und des gemeinsamen sozialen wie kulturellen Aufbaus, die nach 1945 bis in die 1970er und 80er Jahre hinein bestimmend waren für Institutionen wie die UNO und die OSZE, müssen wieder zur Geltung gebracht werden. Anstatt weiter an der Rüstungsspirale zu drehen, wie mit den beabsichtigten Waffenlieferungen in den Irak und die Anschaffung neuer militärischer Drohnen, müssen auch in Deutschland Fragen der Rüstungs-Konversion, des Umbaus der Produktion in eine rein zivile, neu auf die Tagesordnung gesetzt werden um das Geschäft mit dem Krieg zu beenden.
Dafür eingreifend engagieren sich bundesweit Hochschulmitglieder, um gegen die Militarisierung und Ökonomisierung der Bildungseinrichtungen einen Mentalitätswechsel hervorzubringen und diese als Orte der Aufklärung für den Frieden und für gesellschaftliche Veränderung zu rekonstituieren. Die Parteinahme der wissenschaftlichen Arbeit der Hochschulmitglieder für den Menschen ist notwendig, um Armut und Unterentwicklung nachhaltig zu überwinden, Fragen der Entspannung, Abrüstung und Konversion tatkräftig anzugehen und echte Schritte dafür zu tun, globale Probleme wie soziale Ungleichheit oder Klimaveränderungen zu lösen.
Daher rufen wir alle Hochschulmitglieder auf, sich an der Demonstration zum Antikriegstag zu beteiligen! In Solidarität mit den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen und politischen Kräften in aller Welt engagieren wir uns gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Krieg, für eine Welt des Friedens.
„Mit den Waffen des Geistes gegen den Geist der Waffen.“ Martin Löwenberg, Widerstandskämpfer gegen den deutschen Faschismus, KZ-Häftling und Zwangsarbeiter, Gründung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes.
Die Situation um den Konflikt in der Ukraine eskaliert täglich weiter. Die Faschisten der „Svoboda“-Partei und des „Rechten Sektors“ terrorisieren die Bevölkerung – vor allem GewerkschafterInnen und AntifaschistInnen – geduldet durch EU, NATO, Bundesregierung und fast alle Bundestagsparteien. Luftwaffe, Artillerie und Panzer des ukrainischen Militärs feuern auf die Zivilbevölkerung und eskalieren den Konflikt und werden dabei vom „Westen“ ermuntert. Die deutsche Bundesregierung spielt in der Ukraine-Krise ein verantwortungsloses und gefährliches Spiel. Sie paktiert mit der erst in den letzten Tagen zurückgetretenden Regierung in Kiew, an der auch nach den Neuwahlen Faschisten beteiligt waren. Schon seit Jahren wird mit Geheimdiensten, Stiftungen (Konrad-Adenauer, Friedrich-Naumann, Heinrich-Böll u.a.), Waffen und Geldern aggressiv von außen interveniert, um gewaltsam geostrategische und wirtschaftliche Vorteile zu erlangen. Über 200.000 Menschen sind auf der Flucht. Dagegen regt sich in der Ukraine und weltweit massiv Widerstand.
Außenpolitisch wollte die EU mit dem Assoziierungsabkommen die Ukraine in ihren Machtbereich holen und in das militärische Konzept der „NATO-Osterweiterung“ einbinden. Die soziale Ungleichheit innerhalb der Ukraine ist die innenpolitische Seite des Konflikts.Die Bevölkerung ist in den letzten Jahrzehnten von wechselnden Despoten und Oligarchen durch eine enorme Umverteilung von unten nach oben ausgeplündert worden. Die „Maidan-Proteste“, die sich ursprünglich an der miserablen sozialen Lage entzündet hatten, wurden durch Oligarchen, Militaristen und Nationalisten instrumentalisiert, um die großen privaten Vermögen vor den berechtigten Forderungen nach Umverteilung zu schützen. Das inzwischen von der Regierung Poroschenko unterzeichnete Assoziierungsabkommen bedeutet weitere Kürzungen und Privatisierungen zu Lasten der Bevölkerung, wie man sie besonders drastisch aus Griechenland, Portugal, Italien und Spanien kennt. Bereits jetzt sind die Lebenshaltungskosten in der Ukraine erheblich gestiegen, während die Löhne und Gehälter von einem ohnehin niedrigen Niveau weiter sinken. Stattdessen gilt es soziale Bedingungen herzustellen, die allen Menschen ein Leben in Würde ermöglichen.
Weder militärische noch verbale Aufrüstung kann zur Lösung dieses Konflikts führen. In einer solchen Situation wäre es Aufgabe der „Friedenspreisträgerin“ EU und der Bundesregierung für De-Eskalierung zu sorgen. Ein Weg aus der Krise kann nur über politische Verhandlungen gefunden werden.
Dafür ist unter Anderem erforderlich:
Schluss mit dem Säbelrasseln auf allen Seiten
Strikte Einhaltung des Völkerrechts in allen internationalen Konflikten
Keine Sanktionen, dafür Diplomatie und tatsächliche Kooperation
Die Zusammenarbeit mit faschistischen Kräften muss beendet und die rechten Banden entwaffnet und verboten werden
Die Einstellung aller Waffenexporte in die Region und atomare wie allgemeine Abrüstung aller Länder (auch durch die Einführung von Zivilklauseln an allen Hochschulen)
Keine Erweiterung der NATO, sondern ihre Auflösung
die Beendigung der Einmischung aller ausländischen Staaten in die ukrainischen Angelegenheiten, damit die Bevölkerung über ihre Angelegenheiten demokratisch selbst entscheiden kann,
den Einzug der Vermögen der Oligarchen, um Investitionen in die Infrastruktur des Landes zu ermöglichen, Arbeitsplätze zu schaffen und für alle Menschen in der Ukraine soziale Sicherheit zu gewährleisten.
Unsere Solidarität gilt allen demokratischen und antifaschistischen Kräften in der Ukraine und darüber hinaus, die sich mutig für Frieden und Völkerverständigung und sozialen Fortschritt einsetzen!
Daher rufen wir zur breiten Beteiligung auf:
Demonstration „Nein zum Krieg in der Ukraine – Gemeinsam für Frieden“ am 28. Juli 2014 um 17.00 Uhr Start vom „Kriegsklotz“ am Dammtor zum Gerhard-Hauptmann-Platz
„In Europa wächst der Unmut. Und auch bei uns haben immer mehr Menschen genug von Niedriglöhnen und öffentlicher Armut in einem der reichsten Länder der Welt. Zeit für einen Kurswechsel. Für gutes Leben, für soziale Gerechtigkeit.“ DGB, Klartext, 09/2013
Der wachsende Unmut über die steigende soziale Ungleichheit drückt sich zunehmend in Protesten gegen den weitgehenden Ausschluss der Mehrheit vom gesellschaftlichen Reichtum aus. In mehreren europäischen Ländern, denen die Schuldenbremsenpolitik mit voller Härte von außen aufgezwungen wird, ist die soziale Zerstörung besonders sichtbar. Für die positive Aufhebung der brodelnden Unzufriedenheit ist eine emanzipatorische Praxis von großer orientierender Bedeutung: Bildung und wissenschaftliche Weltaneignung für alle sind unverzichtbar in Zeiten des krisenhaften kapitalistischen Systems. Sie bilden die Grundlage für die dringend notwendige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Ursachen von Krieg, Ungleichheit zwischen den Menschen und der Entwicklung eines sozialen und kulturellen Fortschritts. Die Hochschule übernimmt dabei eine tragende Rolle: Wissenschaft muss ihrenzivilen, sozialen und kulturellen Nutzen verwirklichenund kann damit eine eingreifende Funktion für die Gestaltung gesellschaftlich notwendiger Entwicklungen übernehmen. Statt diesestrukturelle Problemenursächlich zu begegnen werdendiese durch herrschende Politik weiter verschärft.Für die daraus entstehenden Lebenslagen sei jeder selbst verantwortlich: Armut sei selbstverschuldet.
Dagegen steht an,die ausreichend vorhandenen Ressourcenallen zugänglich zu machen, um ein menschenwürdiges Leben für alle zu ermöglichen.
Dies stellt insbesondere die Sozialwissenschaften vor ihre eigentlichen Aufgaben: Die Ursachen von Armut und sozialer Ungleichheit wissenschaftlich zu durchdringen und Partei zu ergreifen für eine soziale, demokratische und friedliche Entwicklung der Gesellschaft.
Die zunehmenden Tendenz, das Soziale nur noch unter dem Aspekt der Verwertbarkeit zu fassen, um es für Profitinteressen zu instrumentalisieren, ist Teil der Verhinderung dieser Perspektive und muss widerständig überwunden werden. . Dabei wird sich wesentlich auf die Symptome der gesellschaftlichen Widersprüche konzentrieren und sich damit an der Individualisierung eigentlich gesellschaftlicher Probleme beteiligt. Soziale Arbeit wird damit zum Instrument der Kontrolle und Verwahrung der vermeintlichen „Klienten“ degradiert, um den Menschen wieder verwertbar und funktionstüchtig für den Arbeitsmarkt zu machen. Statt sich zum Teil dieser Unterwerfung des Sozialen unter wirtschaftliche Interessen zu machen, gilt es entgegen den menschenabgewandten Verhältnissen eine klare Opposition zu bilden.
Diese Entwicklung für verantwortungsvolleLehre, Wissenschaft und Forschung wollen wir gemeinsam mit allen Mitgliederndes Fachbereichs voranbringen.
Weltweit haben alle Kinder gemäß UN-Kinderrechtskonvention das Recht auf ein unversehrtes und glückliches Lehen, ein Recht auf Selbstbestimmung, auf Gleichbehandlung, freie Entfaltung, auf Gesundheit, Spiel, Bildung, Fürsorge und Frieden. Doch selten werden ihnen gegenüber die Rechte eingelöst. Weltweit sterben Kinder an Hunger und infolge von Kriegen, Misshandlungen und Missbrauch. In vielen Ländern müssen Kinder hart arbeiten, besuchen keine Schule. Armut bestimmt ihren Alltag. Es ist eine Frage von Reichtum und Armut, von Herrschaft und Unterdrückung. Der gesellschaftlich hervorgebrachte Reichtum ist vorhanden, aber nur wenige haben Zugang dazu.
In Deutschland müssen Kinder nicht verhungern, aber es gibt eine gravierende soziale Spaltung in Arm und Reich. In keinem Land der Europäischen Union ist die soziale Herkunft des Kindes so entscheidend für seine Entwicklung, für seinen Zugang zur Bildung und damit für seine Zukunftsaussichten wie in Deutschland. In Hamburg geben fast 60.000 Kinder und Jugendliche als arm. Die Zustände, die zu Kinder- und Jugendarmut, Ausgrenzungen und Misshandlung führen, wollen wir gemeinsam verstehen, um sie verändern zu können und eine Alternative selbst hervorzubringen. Wesentlicher Bestandteil einer sozialistischen Kinder-, Jugend- und Bildungspolitik ist die Unterstützung der Entwicklung zu kritischen mündigen Menschen, welche gemeinsam für ihre Interessen und Bedürfnisse eintreten.
Wie diese Vorhaben zu erreichen sind, wollen wir zusammen mit Euch und allen interessierten Professionellen, ehrenamtlich mit Kindern Tätigen, mit Eltern, Verbänden und vor allem mit Kindern und Jugendlichen auf unserer jugendpolitischen Fachtagung entwickeln.
Zusammen mit Frau Panitzsch-Wiebe haben wir in der Vorbereitungsgruppe für die Fachtagung mitgewirkt und halten am Freitag eine Begrüßungsrede.
Programm:
Freitag, 20. Juni 2014 17.-00 Uhr Grußworte: Fachschaftsrat Soziale Arbeit, Andreas Scheibner (Landesfachbereichsvorsitzender Bund, Länder und Gemeinden ver.di Hamburg) und Mehmet Yildiz (Abgeordneter der Bürgerschaft und Fachsprecher für Kinder, Jugend und Familie der Fraktion DIE LINKE) sowie Vorstellung der Tagung
Referate: 17:30 Uhr Prof. Marion Panitzsch-Wiebe (HAW Hamburg): Kinder und Jugendliche im Sog gesellschaftlicher Verwertungsprozesse
18:30 Uhr Prof. Michael Klundt (Uni Magdeburg) Kinder- und Jugendpolitik als emanziparorische Selbstregulierung. Danach Konzeptvorstellung und Thesen der Arbeitsgruppen als Vorbereitung für die thematischen Arbeitsgruppen am nächsten Tag
Sonnabend, 21. Juni 2014
9:30 Ohr: Vorbereitungsgruppe: Vorstellung der Arbeitsgruppen
10:00 Uhr: Erste Phase: Arbeitsgruppen 1, 3, 5 und 7
14:00 Uhr: Zweite Phase: Arbeitsgruppen 2, 4, 6 und 8
13:00 Uhr: Mittagessen: Internationale Küche mit und ohne Fleisch
17:00 Uhr.
Abschlussplenum Kommentare der Beobachter/Innen und Vorschläge für die weitere Arbeit. Moderation durch Prof. Sabine Stövesand (HAW Department Soziale Arbeit, angefragt) und Leonie Wagner (Verband Offene Kinder und Jugendarbeit). Danach: Gemeinsamer Ausklang
Kinderhetreuung wird für den Samstag ganztägig angeboten. Anmeldungen dafür bitte per Mail an: veranstaltungen@linksfraktion-hamburg.de
Die Arbeitsgruppen
(1) Eigenständige Kinderechte: Kindergrundsicherung Obwohl das Grundgesetz verspricht, die Würde eines jeden Menschen zu schützen, gilt das für Kinder und Jugendliche augenscheinlich nicht: Ihre angebliche Unmündigkeit ist ein Relikt aus dem Feudalismus; jedes Kind und jeder Jugendliche muss seine grundrechtlich geschützte Eigenständigkeit in einer eigenständigen Grundsicherung realisieren können. W’ir wollen über ein Bündnis gegen Kinder- und Jugendarmut für Hamburg beraten.
Input: N.N. (AGFW), Peter Meyer (ver.di FG SKJ) und Kolja Fuchslocher (Mitarbeiter Fraktion DIE LINKE im Bundestag)
(2) Eigenständige Kinderrechte: selbstbestimmte Partizipation Die Spielwiesen von Kinderparlamenten und Schüler-Mitbestimmung verhindern eher eine wirkliche Partizipation, als sie sie ermöglichen. Kinder und Jugendliche müssen ihre eigenen Räume wirklich selbst gestalten können — dazu braucht es selbstverwaltete und angemessene Mittel, über die sie allein oder zusammen mit unterstützenden Erwachsenen frei verfügen können.
Input: Werner Brayer (Kinder- und Familienzentrum Schnelsen) und Mehmet Yildiz (Abgeordneter der Bürgerschaft Fraktion DIE LINKE)
(3) Für ein« Bildung, die Spaß macht und eine Schule, die bildet Bildung und soziale Selektion sind Widersprüche. Diese werden auch nicht durch die Ausdehnung der Selektionsschule auf den ganzen Tag aufgehoben, sondern nur durch die Abschaffung der Selektion. Schüler/innen müssen mit eigenen Rechten an der Gestaltung des Unterrichts beteiligt werden. Eine Schule für alle, die jeder und jedem Spaß macht, ist möglich.
Input: Holger Butt (Lehrer an der Reformschule/Stadtteilschule Winterhude)
(4) Für eine Kita, die für alle da ist. gegen eine Verschulung der Kindheit Der Ausbau einer Tagesbeireuung, die hauptsächlich damit begründet wird, dass Frauen als Arbeitskräfte besser auf den Markt kommen, macht die Entwertung von Kindern besonders deutlich. Eine Kita hingegen, die ihre zeitliche und räumliche Gestaltung an den Fähigkeiten und Intetessen der Kinder ausrichtet, ist möglich und unterstützt auch die Eltetn und Erzieherinnen. Wir wollen qualitativ gut ausgestattete Ganztagsplätze für alle Kinder beitragsfrei, durch Steuern finanziert.
Input: Sabine Kümmerle (GF SOAL)
(5) Das Anti-Gewaltprogramm des Hamburger Senats: Gewalt gegen Kinder und Jugendliche? Um von der Tatsache abzulenken, dass immer noch Jugendliche von Schule und Ausbildung ausgegrenzt werden, kriminalisiert das 10-Säulen-Programm des Hamburger Senats gegen Jugendgewalt eben diese Jugendlichen. Dieses Programm ist ein Beispiel für die derzeitige generalpräventive, kontroll- und sanktionsorientierte Jugendpolitik. Daher sollte es ersatzlos gestrichen und die Mittel dazu den jugendlichen Szenen und Cliquen zur eigenen Verfugung gestellt werden.
Input: Timm Kunstreich (AKS und Zeitschrift Widersprüche)
(6) Antifa, Occupy, Rote Flora und Schülerinnenstreik: Jugend In Bewegung(en) Zu allen Zeiten gab es soziale Bewegungen, in denen Kinder und Jugendliche eine besondere Rolle gespielt haben bzw. spielen. Antifa-Gruppen, Occupy, Rote Flora, aber auch die Jugendorganisationen der Gewerkschaften und Parteien können in der Schaffung von alternativen Freiräumen als Vorschein einer neuen Gesellschaft die alte Gesellschaft in Bewegung bringen.
Input: Leonie Meliones (SOLID Hamburg und Schulstreikbündnis), N.N. (DIDF Jugend), N.N. (SJD Die Falken), und N.N. (Bündnis gegen Rechts/angefragt)
(7) Kinder und Jugendliche haben viele Geschlechter und Kulturen Kinder und Jugendliche haben 100 Geschlechter und 1000 Kulturen – die hegemoniale Ordnung will ihnen weismachen, dass es nur zwei Geschlechter und eine einzige Kultur gibt. Die sozialen Orte der Kindheit und Jugend sind dagegen immer zugleich Experimentalräume für geschlechtliche und kulturelle Alternativen.
Input: Marion Panitzsch-Wiehe (Prof. HAW Hamburg)
(8) Gegen Konsumterror – für eine Kultur des Genusses Die größte Macht, die Kindern und Jugendlichen zugebilligt wird, ist ihre Macht als Konsumenten. Aber statt vielfältiger Sinnlichkeit und gemeinschaftlichen Genusses dominieren Konsumterror und Drogensucht. Auch hier geht es um die Schaffung eigensinniger und eigenständiger sozialer Räume, in denen ein „normaler“ Umgang mit Genussmitteln geübt werden kann.
Input: Bettina PauJ (Uni Hamburg) und N.N. (SOLID Hamburg)
Das geltende Hochschulgesetz – verantwortet vom CDU/FDP/Schill-Senat im Jahr 2003 – ist undemokratisch, politisch falsch, gesellschaftlich schädlich und juristisch verfassungswidrig. Ein konsequenter Bruch mit dieser Politik ist notwendig: Demokratie statt Hierarchie, rationale und kooperative Entscheidungsprozesse statt Marktmechanismen und solidarisches Lernen statt restriktives Pauken. Mit dem vorliegenden Entwurf für die Neufassung des Hamburgischen Hochschulgesetzes wird dieser Bruch nicht vollzogen. Der Entwurf muß daher weitreichend verändert werden.
Die Notwendigkeit dieser Orientierung demokratischer Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung ist im Gesetzgebungsprozess in zahlreichen Stellungnahmen, bei dem „Workshop“ der Behörde und bei der öffentlichen sowie der Expertenanhörung von Hochschulgremien, Personal- und Studierendenvertretungen sowie vom DGB zum Ausdruck gebracht worden. Nun gilt es, ihr mit Nachdruck zum Durchbruch zur verhelfen. Deswegen wollen wir gemeinsam mit anderen Hamburger Hochschulen, Gewerkschaften und anderen Interessierten zu der Sitzung des Wissenschaftsausschuss, der final über das Gesetz beraten wird, eine Demonstration machen.
Der AStA der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, das Studierendenparlament der Universität Hamburg und weitere rufen dafür unter dem Motto: Weltoffen statt betriebswirtschaftlich
zur Demonstration für ein neues Hochschulgesetz auf.
Auftakt ist am Donnerstag, den 15. Mai 2014, um 15 Uhr vor dem Hauptgebäude der Universität Hamburg (Edmund-Siemers-Allee 1)
Im Anschluß tagt um 17 Uhr der Wissenschaftsausschuß der Bürgerschaft zur Auswertung der Experten- und der Öffentlichen Anhörung zum Hochschulgesetz im Rathaus. Die Sitzung ist öffentlich und sollte gut besucht sein, damit die notwendigen Konsequenzen aus der in beiden Anhörungen geäußerten und begründeten Kritik gezogen werden.
Nächste Woche findet das dritte mal die Projektwoche der Sozialen Arbeit statt. Eine Woche im Semester können wir entgegen dem sonstigen eher ärgerlichen Bachelor – Master – Studienalltag Veranstaltungen, Diskussionen, Exkursionen etc., die im momentanen Seminarbetrieb keinen Platz haben, selbst organisieren. Als FSR haben wir in den letzten Projektwochen besonders diesen emanzipatorischen Charakter versucht zu erweitern, in der Perspektive, das Studium so zu gestalten, das selbstbestimmtes, kooperatives Lernen, in kritischem Gesellschaftsbezug möglich wird. Auch dieses Mal sollen unsere Veranstaltungen ein Beitrag dazu sein, Bestehendes kritisch zu hinterfragen:
Erkenne dich selbst, statt verwerte dich selbst „Wenn Sie sich waschen und rasieren, dann finden Sie auch einen Job.“ (Kurt Beck, damals Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Parteivorsitzender der SPD, 2006)
Der Mensch ist ein soziales Kulturwesen und auf grenzen- und vorurteilslose Zusammenarbeit angewiesen, um sich individuell und kollektiv als Mensch zu entwickeln. Eine Tatsache, die von hartnäckigen „Marktgläubigen“ bis heute bestritten wird: Das uneingeschränkte Bekenntnis zu Markt und Wettbewerb gehört zu den Normen dieser Gesellschaft. In diesem Sinne sollen wir unser Dasein unternehmerisch verstehen, unserer persönlichen Lebensweise unternehmerische Formen geben ( die „Ich-AG“, Ratgeberliteratur informiert, wie man sich gut verkauft, Yoga hilft dabei entspannt zu bleiben). Alle sollen die Voraussetzung des Handel-Treibens zur Aufnahme in die Gesellschaft bejahen, die Erfolgreichen ebenso wie die Verlierer (so sollen „die Verlierer“, etwa nach einem sogenannten „Burn-out“ sich selbst verachten, Armut und Arbeitslosigkeit seien der eigene Fehler). Dabei erfolgreich zu sein heißt, sich gegen andere durchzusetzen – die Schwächeren bleiben auf der Strecke – als Prinzip dieses Wirtschaftssystems. Kosten sind zu minimieren, was nichts einbringt (Langzeitarbeitslose beispielsweise bieten mit ihrer Arbeitskraft offenbar eine Ware an, die niemand kaufen will), ist nutzlos und wird ausgesondert. Eine solch ökonomisch strukturierte Gesellschaft ist der Nährboden für Menschenfeindlichkeit. Denn die Schonungslosigkeit des Wettbewerbs auf dem „totalen Markt“ samt seiner Kosten-Nutzen-Abwägung legt es nahe, alles dafür Nutzlose zu verachten. Ein gesellschaftliches Einverständnis damit, wird auch und besonders an den Bildungseinrichtungen reproduziert: In der Unternehmerischen Hochschule soll Bildung und Wissenschaft zur ökonomischen Verwertung zugerichtet werden, Studierende sollen in ihr Humankapital investieren, „Menschenmaterial“ soll möglichst schnell und kostengünstig produziert werden. Bildung und Wissenschaft zur Optimierung der (Selbst-)Ausbeutung und Steigerung von Profiten?
Dagegen wollen wir uns die Bedingungen dieser Denkweise genauer aneignen, um eine Perspektive für Veränderungen zu entwickeln. Die Aufgabe besteht darin, vom „verachteten Objekt“ zum handelnden Subjekt zu werden: also dass wir, die bescheiden gemacht werden sollen, uns bewusster anmaßen, gemeinsam Geschichte zu schreiben und unsere Ansprüche an eine solidarische Entwicklung der Welt zur Geltung zu bringen. Diese Veranstaltungen seien ein Beitrag dazu.
Mittwoch, 14.05., 14:00 – 16:00 Uhr, Versammlungsstätte Homo oeconomicus!?Zum Menschenbild im Neoliberalismus Vortrag und Diskussion mit PD Dr. Ralf Ptak (KDA Nord und Universität Köln)
Gerne wird von Seiten der Betriebswirtschaft das Modell des sogenannten Homo oeconomicus bemüht. Verstanden wird darunter ein Individuum, welches sich bei vollständiger Information über seine Umwelt stets rational in seinem Handeln für die Mehrung des eigenen Nutzens entscheidet. Damit wird das Verhalten dieser Individuen als mechanisch und durch die Umwelt vorherbestimmt betrachtet. Alles soll auf die Nutzenmaximierung des Einzelnen gerichtet sein – Egoismus und Konkurrenz seien naturgegeben. Dass sich dem gegenüber Menschen als gesellschaftliche Akteure für die Verbesserung der Lebensbedingungen aller einsetzen, soll dabei verschwiegen werden. Ein Verständnis dieses Menschenbildes wollen wir uns gemeinsam aneignen, um deutlich zu machen, wem es nützt und was ihm für eine wirklich menschliche Haltung entgegenzusetzen ist. Auf dieser Basis lassen sich Wirtschafts- und Bildungsprozesse neu bewerten. Dies ermöglicht sich erweitert für die aktive Mitgestaltung einer erfreulichen Perspektive für alle zu entscheiden.
Mittwoch, 14.05., 18:00 Uhr, Kontrabar (R 0.15) Antifaschistischer Kulturabend:So wird Geld verdient und so verändert es die Menschen Politische Lesung und Diskussion mit Rolf Becker (Schauspieler)
Wenn vom Geld die Rede ist, so sei es meist nicht da: Für Löhne, Steuern, Gesundheitseinrichtungen, Kindergärten, Schulen, Jugendhäuser, öffentliche Bibliotheken, ebenso Schwimmbäder, Parks, Hochschulen, Theater, Museen, Schienen, Straßen und Gehwege – für die Pflege der gesellschaftlichen Kultur. Doch wo steckt das Geld und wie wird es gemacht? Rolf Becker vollzieht in seiner Lesung die Entstehung des Geldes bis zum Kapital und seiner Profitlogik und die verändernde Auswirkungen auf den Menschen nach. Die Autoren, auf welche er in seiner Lesung zurückgreift, zeichnen diese Entwicklung in den letzten vergangen 2000 Jahren nach, vom Mittelalter bis hin zur Neuzeit. Schon vor hunderten von Jahren hatten sich beispielsweise in der Türkei die Einheimischen gegen die Pacht- und Steuerforderungen der römischen Grundbesitzer erhoben, die viele Wohlhabende in den Ruin getrieben hatte. Rosa Luxemburg zeigt den Zusammenhang zwischen Armut und abhängiger Arbeit auf. Aus der Geschichte lässt sich für heute lernen.
Montag, 12.05., 16:30 – 18:30 Uhr, Versammlungsstätte Das Asylrecht: Humanitärer Schild vor politischer Verfolgung oder eine außenpolitische Waffe mit eingebautem Numerus Clausus? Vortrag und Diskussion mit Prof. Dr. Albert Krölls
In seinem Buch „Das Grundgesetz – ein Grund zum Feiern?“ leitet Albert Krölls unter anderem grundsätzlichen zum bürgerlichen Staat und den darin verordneten Herrschaftsverhältnissen die Frage nach der „Konstitution des deutschen Staatsvolks“, der „Ausländerfrage“ und dem „Asylrecht“ ab. In dieser Ableitung – also der Erklärung einer Sache – wird deutlich welchen Zweck die Asyl- und Ausläder_innenpolitik für das bestehende System leistet. In diesem Tonus soll diese Veranstaltung beitragen einen ersten Anlauf zum Nachvollziehen zu wagen und in die Diskussion zu treten.
Im Anschluss um 19 Uhr in der Kontrabar (R 0.15): Dokumentarfilm „Lampedusa auf St. Pauli“ mit anschließender Diskussion.
Mittwoch, 14.05., 10:00 – 13:00 Uhr, Kontrabar (R 0.15) Das gemeinsame Belegen – Eine Alternative zum Zuteilungsverfahren AG Zuteilungsverfahren
Während der letzten Projektwoche wurde über das momentane Zuteilungsverfahren und mögliche Alternativen diskutiert. Wir hatten eine Studentin der Alice Salomon Hochschule Berlin zu Besuch, die uns die dortige Seminarbelegung, das sogenannte „gemeinsame Belegen“ vorgestellt hat.
In der jetzigen Projektwoche wollen wir nun einen Schritt weiter gehen, also die Ideen konkretisieren und wenn möglich, auf Grundlage der Diskussionen und an das „gemeinsame Belegen“ angelehnt, ein für unser Department passendes System entwickeln. Damit alle einsteigen können, wird eine Zusammenfassung des „gemeinsamen Belegens“ erstellt und bald zur Verfügung gestellt.
Donnerstag, 15.05., 13:00 – 15:00 Uhr, R 4.08 Armut von Kindern – Auswirkung auf das pädagogische Handeln Vortrag und Diskussion mit Prof. Harald Ansen und Prof. Ulrike Voigtsberger
In diesem Workshop geht es um relative Armut von Kindern in Hamburg und deren Auswirkung dessen auf das Handeln im pädagogischen Alltag: Kita, Schule etc. Unter anderem wollen wir uns im Workshop mit den Fragen: „Was macht das mit mir? Wie stehe ich dazu?“ beschäftigen.
Donnerstag, 15.05., ab 18:00 Uhr, R 0.15 Kneipenabend in der Kontrabar
Freitag, 16.05., 12:00 – j15:00 Uhr, Kontrabar (R 0.15) Hochschulcafé – Lernen und Lehren an der HAW
Wie nehmen Studierende das Lernen, das Studieren an der HAW wahr? Welche Probleme gibt es? Wie geht es eigentlich Professor_innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen mit dem Lehren an der HAW? Überlastung? Zufriedenheit? Sind die Probleme von Studierenden und Lehrenden ähnlich? Wo gibt es Unterschiede? Und warum wird eigentlich so wenig kommuniziert? Um diese und ähnliche Fragen soll es bei dem Hochschulcafé zum Thema „Lehren und Lernen an der HAW“ gehen! Wir laden Studierende, Professor_innen und wissenschaftliche Mitarbeiter_innen herzlich ein, sich bei Kaffee und Snacks über Fragen des Studienalltags, der Studienbedingungen und den gemeinsamen Umgang damit auszutauschen.
2001 hat das Bundesverfassungsgericht den hochschulgesetzlich eingeführten Managementstrukturen die verfassungswidrige Entmündigung von WissenschaftlerInnen bescheinigt, voraufhin erst im Sommer letzten Jahres der politische Senat einen Entwurf für die Überarbeitung des Hamburgischen Hochschulgesetzes (HmbHG) vorgelegt hat, welcher die zukünftige Hochschulentwicklung bestimmen soll.
Dem Gesetzentwurf fehlt es bisher an einer kohärente Konzeption für die weitere Entwicklung von Bildung und Wissenschaft: Die Unternehmerische Hochschule soll entgegen einer demokratischen Gruppenhochschule immer noch Vorbild der Struktur bleiben.
Der Gesetzesentwurf muss nun weiter in der Bürgerschaft überarbeitet werden. Nach bisherigem Zeitplan soll das neue Gesetz im Juli 2014 verabschiedet werden. Bis dahin soll eine Expertenanhörung und eine öffentliche Anhörung dazu stattfinden, in denen wir als Mitglieder der Hochschulen für die Zukunft von Wissenschaft und Forschung kritisch eingreifen müssen, um eine wirkliche Redemokratisierung und Studienreform durchzusetzen.
Kommt alle zur Vollversammlung und zur Öffentlichen Anhörung:
Vollversammlung am 25.4.2014, um 14 Uhr, in der Aula Berliner Tor 21
im Anschluss gehen wir gemeinsam zur: Öffentliche Anhörung des Wissenschaftsausschuss am 25.4.2014, um 17 Uhr, in der Patriotischen Gesellschaft, Trostbrücke 6, Reimarus – Saal
Wenn ihr zur gleichen Zeit Seminare habt, könnt ihr fragen, ob das Seminar gemeinsam zur Versammlung gehen will. Wir bemühen uns um Absprachen, dass keiner Nachteile wegen der Teilnahme an der VV erhält.