Konzept 2014

Soziale Arbeit in gesellschaftlicher Opposition.

In Europa wächst der Unmut. Und auch bei uns haben immer mehr Menschen genug von Niedriglöhnen und öffentlicher Armut in einem der reichsten Länder der Welt. Zeit für einen Kurswechsel. Für gutes Leben, für soziale Gerechtigkeit.“ DGB, Klartext, 09/2013

Der wachsende Unmut über die steigende soziale Ungleichheit drückt sich zunehmend in Protesten gegen den weitgehenden Ausschluss der Mehrheit vom gesellschaftlichen Reichtum aus. In mehreren europäischen Ländern, denen die Schuldenbremsenpolitik mit voller Härte von außen aufgezwungen wird, ist die soziale Zerstörung besonders sichtbar. Für die positive Aufhebung der brodelnden Unzufriedenheit ist eine emanzipatorische Praxis von großer orientierender Bedeutung: Bildung und wissenschaftliche Weltaneignung für alle sind unverzichtbar in Zeiten des krisenhaften kapitalistischen Systems. Sie bilden die Grundlage für die dringend notwendige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Ursachen von Krieg, Ungleichheit zwischen den Menschen und der Entwicklung eines sozialen und kulturellen Fortschritts. Die Hochschule übernimmt dabei eine tragende Rolle: Wissenschaft muss ihrenzivilen, sozialen und kulturellen Nutzen verwirklichenund kann damit eine eingreifende Funktion für die Gestaltung gesellschaftlich notwendiger Entwicklungen übernehmen. Statt diesestrukturelle Problemenursächlich zu begegnen werdendiese durch herrschende Politik weiter verschärft.Für die daraus entstehenden Lebenslagen sei jeder selbst verantwortlich: Armut sei selbstverschuldet.

Dagegen steht an,die ausreichend vorhandenen Ressourcenallen zugänglich zu machen, um ein menschenwürdiges Leben für alle zu ermöglichen.

Dies stellt insbesondere die Sozialwissenschaften vor ihre eigentlichen Aufgaben: Die Ursachen von Armut und sozialer Ungleichheit wissenschaftlich zu durchdringen und Partei zu ergreifen für eine soziale, demokratische und friedliche Entwicklung der Gesellschaft.

Die zunehmenden Tendenz, das Soziale nur noch unter dem Aspekt der Verwertbarkeit zu fassen, um es für Profitinteressen zu instrumentalisieren, ist Teil der Verhinderung dieser Perspektive und muss widerständig überwunden werden. . Dabei wird sich wesentlich auf die Symptome der gesellschaftlichen Widersprüche konzentrieren und sich damit an der Individualisierung eigentlich gesellschaftlicher Probleme beteiligt. Soziale Arbeit wird damit zum Instrument der Kontrolle und Verwahrung der vermeintlichen „Klienten“ degradiert, um den Menschen wieder verwertbar und funktionstüchtig für den Arbeitsmarkt zu machen. Statt sich zum Teil dieser Unterwerfung des Sozialen unter wirtschaftliche Interessen zu machen, gilt es entgegen den menschenabgewandten Verhältnissen eine klare Opposition zu bilden.

Diese Entwicklung für verantwortungsvolleLehre, Wissenschaft und Forschung wollen wir gemeinsam mit allen Mitgliederndes Fachbereichs voranbringen.

Das Ganze Programm siehe PDF