Studium als Bravheitsprüfung – Kritischer Praxisbezug oder praxiskonform? Ein Beispiel

Wann: 01.04.14, 16 Uhr,
Wo: Berliner Tor 7, Raum 360

„Das Bewusstsein unserer Polizei, die Wissenschaftsfreiheit des Grundgesetzes zu achten, wurde ebenso geschärft wie die Bereitschaft der Wissenschaft, die fachlich-praktischen Belange der Polizei als alleinigem Arbeitgeber der Bachelorabsolventen sehr ernst zu nehmen.“
Michael Neumann, Gründungsfestakt der Akademie der Polizei Hamburg, 14.10.2013

„Es ist nicht die Aufgabe des Bildungssystems, der Wirtschaft Arbeitskräfte zuzuführen. Dabei werden Nutzen und Sinn verwechselt. Eine solche Gesellschaft würde kulturell versteppen.“
Richard David Precht, „Schnelle Geschäfte, miese Moral“, im Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“, 28.11.2010

Die Wissenschaftsfreiheit wurde 1949 aus der Erfahrung zweier Weltkriege im Grundgesetz (Art. 5) verankert. Die Hochschulen erhielten damit den bis heute geltenden Auftrag mit dafür Sorge zu tragen, dass „nie wieder Faschismus“ und „nie wieder Krieg“ für alle Zeiten Geltung haben.
Im Streit, ob sich dafür das Bildungssystem strikt an den Anforderungen der Arbeitgeber orientieren oder die allseitige Bildung mündiger Menschen im Zentrum stehen soll, wird Praxiskonformität zwar vielfach als unwissenschaftlich, aufreibend und qualifikationszerstörend erkannt und kritisiert, aber als scheinbar notwendiges Übel hingenommen.
Gleichzeitig wird immer unabweisbarer, dass gerade die Akzeptanz von Übeln dieser Art Teil der Zivilisationskrise ist und durch eine engagiert humanistische Praxis in Wissenschaft und Gesellschaft ersetzt werden muss.
Trotzdem sollen diese Vorhaben seit einigen Jahren stärker behindert werden: Die inzwischen weggekämpften Studiengebühren waren auf soziale Selektion und die Einengung der Studierenden durch die finanzielle Daumenschraube gerichtet.
Dagegen war und ist weiterhin die vertiefte Auseinandersetzung mit den großen Widersprüchen unserer Zeit, z.B. zwischen privatem Reichtum und öffentlicher Armut, technologischem Fortschritt und der Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen oder Frieden und Militarisierung notwendig.
Auch das weiterhin stark reformbedürftige Bachelor-/Mastersystem mit seinem engen Korsett von Fristen, Prüfungen und inhaltlichen Vorgaben soll alle durch verschärfte Konkurrenz und Bravheitsverordnungen daran hindern kritische Erkenntnisse solidarisch zu verallgemeinern.
Doch kritische Reflektion und Weiterentwicklung der Praxis ist stattdessen für eine erfreuliche Zukunft unverzichtbar.
Ist vor diesem Hintergrund Praxiskonformität weiter vonnöten oder sollen wir uns mehr einem kritischen Praxisbezug widmen? Wie lässt sich dieser Streit an einem zugespitzten Fall des studentischen Bravsein-müssens wie einem Studium an einer Hochschule der Polizei besser verstehen? Diese und andere Fragen wollen wir mit euch versuchen zu klären.
Ihr seid/Sie sind alle eingeladen, mit zu diskutieren.

Diskussionsveranstaltung mit
Thomas Wüppesahl, Bundessprecher BAG Kritische Polizisten, Ex-MdB, Ex-Fachbereichssprecher der Hochschule für Polizei Hamburg und
Prof. em. Karl-Georg Schreiner, Politologe, 20 Jahre Professor für Staatsrecht an der Hochschule für Polizei Hamburg

bei Fragen wendet euch an: Eric.Recke@asta.haw-hamburg.de

Projektwoche WiSe 14/15

Ene mene muhund raus bist du!?

Gesellschaft und Wirtschaft sind in der Krise: Die Produktivität der Arbeit und damit der gesellschaftliche Reichtum steigt, gleichzeitig nimmt die Armut zu. Menschenwürdige Arbeit, soziale Sicherheit, Frieden und Völkerverständigung sowie demo­kratische Teilhabe – für alle ohne Ausnahme – ist schon lange objektiv möglich. Damit gerät der Kapitalismus zunehmend in Legitimationsnöte: der „freie Markt“ und seine „unsichtbare Hand“ verlieren stetig an Überzeugungskraft.
Statt Konkurenz, Wettbewerb und Markt wird eine Kultur der Kooperation und Solidarität von immer mehr Menschen neu befürwortet und realisiert. Diese humane Perspektive liegt in der Abkehr von der Vorstellung, dass der Mensch nur ein Spielball der Herrschenden und der „Umstände“ sei und auf die vorgefundenen Verhältnissse lediglich mit Anpassung reagiert. Dagegen ist der Mensch ein soziales Kulturwesen und auf grenzen- und vorurteilslose Zusammenarbeit angewiesen, um sich individuell und kollektiv als Mensch zu entwickeln und seine Potentiale zu entfalten. Die Solidarisierung mit den Lampedusa-Flüchtlingen, das Engagement des „Bündnis gegen Rotstift“ zur Überwindung der Schulden­bremse und der Widerstand der Hochschulmitglieder und Gewerkschaften gegen die Ökonomi­sierung und für die Demokratisierung der Hochschulen hin zu Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung sind aktueller Ausdruck dieser Orientierung.

Von herrschender Seite wird jedoch noch verbissen daran festgehalten den Status Quo zu ver­tei­digen: Die lohnarbeitenden Menschen sollen von ihren eigentlichen Entwicklungmöglichkeiten  absehen und stattdessen weiter für Profitinteressen der Konzerne und des nationalen „Wirtschaftsstandortes“ gegeneinander konkurrieren.
Durch Mythen- und Ideologiebildung versuchen dienstbare JournalistInnen, Wissen­schaft­lerInnen, Pfaffen, EdoterikerInnen, PolitikerInnen und selbsternannte Kulturschaffende trotz des Widerspruches zwischen Reichtum und Armut das uneingeschränkte Bekenntnis aller zu Markt und Wettbewerb als Normen dieser Gesell­schaft weiter durchzusetzen.

Wer nicht mitmacht und kein „Selbstunternehmer“ sein will, soll als schwach, Verlierer, „Sozialschmarotzer“ gelten und – so etikettiert – als Mahnung an die zukünftigen Leitungsträger dienen, hübsch brav zu sein. Darin werden jegliche Ursachen sozialer Ungleichheit als natürlich  und als von der individuellen „Leistung“ auf dem Markt abhängig dargestellt.
Dies ist der gemeinsame Nenner des „Weiter so!“ der etablierten Parteien, von Bildungspolitik, über Hartz IV und Flüchtlingspolitik bis zur „Schuldenbremse“. Für eine Politik, in der der Maßstab der Mensch und nicht der Profit ist, bedarf es eines dringenden kulturellen und politischen Wandels-gerichtet auf Aufklärung, Egalität und Solidarität zwischen allen Menschen.

Dafür kommt es darauf an, dass wir, die bescheiden gemacht werden sollen, uns bewusster beimessen unsere Angelegenheiten in die eigenen Hände zu nehmen und unsere Ansprüche an eine humane Entwicklung der Welt zur Geltung bringen – also gemeinsam Geschichte schreiben. Bedeutsam und erfreulich ist vom verachteten Objekt zum handelnden Subjekt zu werden: Gerade aus den Hochschulen und im besonderen aus der Sozialen Arbeit heraus können und müssen wir wissenschaftlich dazu beitragen.

Votrag und Diskussion mit Timm Kunstreich
(Arbeitskreis Kritische Soziale Arbeit)
und Helga Hirsch (Arbeitskreis Kinder- und Jugendpolitik)
Zeit: Mittwoch, 26.11. um 17:30 – 19:30 Uhr
Ort: Alexanderstraße 1, Versammlungsstätte
Soziale Arbeit zwischen Zurichtung und Emanzipation

Die Krise der Gesellschaft ist auch die Krise der Sozialen Arbeit.  Auf der einen Seite hat sie die Möglichkeit gesellschaftlicher Motor für die Überwindung der sozialer Ungleichheit und von Ausgrenzung zu sein. Auf der anderen Seite wird sie für die Festigung der gesellschaftlichen Strukturen instrumentalisiert, welche konstituierend für diese menschenfeindliche Zustände sind (Aktivierender Sozialstaat, Propagierung der Eigenverantwortung). Die darin liegende Tendenz, das Soziale (und damit den Menschen) nur noch unter dem Aspekt der ökonomischen Verwertbarkeit zu fassen, ist ein Angriff auf die Würde des Menschen und muss von uns scharf zurückgewisen werden. Stattdessen muss die Verwirklichung der Würde des Menschen wieder unser gemeinsamer Maßstab werden.

Die Soziale Arbeit soll dagegen aktuell die Funktion haben, auf die wesentlichen Symptome der gesellschaftlichen Widersprüche zu reagieren und die sogenannten „sozial Schwachen“ dazu zurichten, sich wieder funktionsfähig in die Reihe einzugliedern. Da dies so nicht mehr ohne Weiteres funktioniert, wird zum Aufrechterhalten der Ordnung ein Netz von Ideologie, Kontrolle, Belohnen und Strafen gestrickt. Deutlich wird dies z.B. an dem seit 2007 in der Hamburg geltenden Handlungskonzept gegen Jugendgewalt, welches von der Innenbehörde entwickelt wurde. Ordnungspolitisch motiviert, strafrechtsfixiert und polizeizentriert wird darin (in Ignoranz des Standes der wissenschaftlichen Diskussion) Gewalt als Verhaltensproblem einzelner Jugend­licher behandelt, welche als auf Persönlichkeitsdefiziten bzw. -störungen beruhend identi­fiziert wird.
Die in den gesellschaftlichen Strukturen eingebetteten Misstände sollen dabei ausgeblendet und verschleiert werden: Was haben die Selektions- und Konkurrenzmechanismen unserer Gesellschaft z.B. mit Gewalttaten zu tun? Wenn etwa gewaltätige Auseinandersetzungen in Schulen ein Ausdruck so artikulierten Widerstandes der Kinder und Jugendlichen gegen die strukturelle Gewalt im Bildungssystem ist, wird mit dem Brechen und Deckeln dieses Wider­standes diese strukturelle Gewalt gefestigt, indem sie störungsärmer gemacht wird. Stattdessen sollte Soziale Arbeit darin unterstützen, diesen Widerstand gesellschaftlich so zu artikulieren, dass er sich nicht in Gewalttaten gegen Mitmenschen richtet, sondern die bestehen­den schulischen Selektions- und Konkurenzverhältnisse thematisiert – also statt der Beihilfe zum reibungslosen Funktionieren darauf gerichtet sein, den Reibungen auf den Grund zu gehen und sie zu überwinden.
 
An vielen Stellen wird diese Zurichtung der Sozialen Arbeit zum verlängerten Arm von „Law und Order“-Politik schon zurückgewiesen: die Schließung der Hasenburg, sowie der Streit in der Sozialwissenschaft über die Punitivität nicht nur in der Kinder- und Jugendhilfe sind dabei nur einige Beispiele. Für eine progressive Wendung der Sozialen Arbeit ist die Entwicklung einer emanzipatorischen Orientierung in Studium, Wissenschaft und Praxis erforderlich.
Vor diesem Hintergrund wollen wir uns zusammen mit Timm Kunstreich und Helga Hirsch ein Verständnis der Funktion von Kontrolle und Punitivität in der Sozialen Arbeit aneignen und uns  ein Bild davon machen, wie dagegen ein kritisches und vor allem emanzi­patorisches Wirken der sozialarbeiterischen Praxis zu entwickeln ist.

Vortrag und Diskussion mit Michael Klundt
(HS Magdeburg, Bund demokratischer WissenschaftlerInnen)
Zeit: Donnerstag, 27.11. um 19:00 – 21:00 Uhr
Ort: Alexanderstraße 1, Kontrabar (Raum 0.15)
Menschenwürdige Arbeit für Alle
Für die Abschaffung von Hartz IV!

Ein Leben in gemeinsamer sozialer, kultureller und politischer Tätigkeit in Einheit mit sinnvoller und produktiver Arbeit für alle zu realiseren, ist objektiv möglich und für alle erfreulich. In der aktueller Lage wird der Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe am sozialen, kulturellen und politischen Leben dagegen vorrangig über den Markt im Wettbewerb aller gegen alle vergeben. Wem es nicht gelingt, sich in der Konkurrenz durch­zusetzen, weil etwa seine Ware Arbeitskraft nicht nachgefragt wird, der sei entsprechend aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Die Drohung dieses gesellschaftlichen Ausschlusses richtet sich dabei gleichermaßen gegen Arbeitslose, wie gegen Menschen mit Arbeit: Sie sollen ihre Ansprüche an gute und schöpferische Arbeit senken.

Der offensichtliche Widerspruch zwischen dem erarbeiteten Reichtum und der zunehmenden Armut kann nur durch strukturelle Gewalt, wie sie mit dem Hartz-IV-System praktiziert wird, und mit einer ideologischen Legitimation aufrechterhalten werden. Dafür wird politisch wie medial das Feindbild vom „Sozialschmarotzer“, der faul und dekadent auf auf Kosten der Allgemeinheit lebe, verbreitet.

So sagte H. Maucher (damals Verwaltungsratsvorsitzender bei Nestlé, 1997):
„Unsere Arbeitslosen werden relativ gut bezahlt. Und wir wissen, daß mit Prosperität [Wohlstand] auch – und das ist ein hartes Wort – ein gewisser „Wohlstandsmüll“ entsteht: Leute, die saufen, Drogen nehmen, sich abgemeldet haben. Für Menschen, die wirklich arbeiten wollen, gibt es immer noch Arbeit.“
Dabei wird suggeriert Armut und Arbeitslosigkeit seien auf das eigene Versagen zurückzuführen. Den so sozial Deklassierten werden die sogenannten Leistungs­träger, die sich durch Willens­stärke, Fleiß, Leistungsbereitschaft und Eigenverant­wortung aus­zeichnen, gegenübergestellt. Erstere werden öffentlich regelmäßig bloßgestellt und diffamiert.

Die wirklichen Ursachen von Arbeitslosigkeit und sozialem Elend sollen so verscheiert werden, um die Verletzung von Grundrechten zu legitimieren. Die Wirksamkeit solcher Ideologien und entsprechender Politik trägt zu einer Entsolidarisierung der Menschen untereinander bei, wodurch der gesellschaftliche Unmut über die soziale Ungleichheit von den Systemgewinnlern auf seine Verlierer umgelenkt wird.

Dem entgegen wollen wir uns gemeinsam über die Funktion des menschenverachtenden Hartz-IV-Systems verständigen um für eine Perspektive zu streiten, die allen die vollumfänglicher Teilhabe am kulturellen, sozialen und politischen Leben, also ein menschenwürdiges Leben ermöglicht.

Departmentkonferenz + Winterfeier

Es ist nochmal viel los in der letzten Vorlesungswoche vor den mehr oder wenigen stressfreien Winterferien!

Der FSR hat am Donnerstag, den 19.12.2013 um 14 Uhr, eine Departmentkonferenz einberufen, die in der Kontrabar stattfinden soll!

Warum das Ganze? Warum macht der FSR sowas?
Die Departmentkonferenz ist der einzige offzielle „Raum“, wo sich alle Statusgruppen der HAW treffen und sich über aktuelle Themen des Departments austauschen (können). Dieses Semester hat eine Gruppe von Professor*innen beschlossen, dass genau diese Konferenz nur noch einmal im Semester (und zwar im Januar) stattfinden wird. Austausch, Diskussion, Partizipation sind dadurch natürlich nur sehr schwer möglich.
Aus der Kritik dieser Entscheidung heraus und vor allem weil es so viele diskussionswürdige Themen am Department gibt, hat der FSR einfach mal eine Departmentkonferenz einberufen. Finden wir sehr gut!

Hier auch schon mal die Themen, die besprochen werden:

  • Berichte und Departmentkonferenz
  • Auswertung und Perspektive der Projektwoche
  • Verteilung von Seminarplätzen (Zuteilungsverfahren)
  • Hamburger Hochschulgesetz
  • CHE-Ranking

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Damit ist aber noch nicht genug: Um die Departmentkonferenz aber vor allem das ganze Jahr ausklingen zu lassen, hat der FSR zusammen mit der Kontrabar eine Winterfeier organisiert! Ab 16 Uhr kann bei Keksen, Kuchen und Glühwein diskutiert, Musik gehört, gelacht oder geweint werden!

Kommt vorbei, wir freuen uns auf Euch!

Projektwoche WiSe 13/14

Angepasst oder kritisch
Wie wollen wir studieren?

Hochschulen können Erhebliches für die Lösung gesellschaftlicher Probleme und eine zivile Entwicklung der Gesellschaft beitragen.

Wissenschaftlich können die Ursachen von Krieg sowie der Bedingungen von Frieden, eine Lösung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise im Sinne der Bevölkerung, die Überwindung weltweiter sozialer Ungleichheit und ökologischer Zerstörung und zivile Konfliktlösungen ergründet werden.

Wie sieht Wissenschaft aus, die sich in den Dienst des Menschen stellt, sich also wissenschaftlich mit den Widersprüchen der Gesellschaft auseinandersetzt, und was steht dem entgegen? Wie muss eine Hochschule organisiert sein, so dass ein gesellschaftlich verantwortliches Handeln ihrer Mitglieder, sowie die kritische Reflexion der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen der Zeit ermöglicht und gefördert werden? Welche positive Bedeutung für alle kann dabei die eigene und gemeinsame wissenschaftliche Betätigung haben?

Im Widerspruch zur gesellschaftlichen Verantwortung der Hochschulen steht die Einflussnahme von Wirtschaftsinteressen auf die Institutionen von Bildung und Wissenschaft. Die Hochschulen sollen dafür wie Unternehmen funktionieren, wissenschaftliche Tätigkeit einzig dem Zweck des unmittelbaren Nutzens für Profitmaximierung dienen. Dabei hat das BA/MA System vor allem eine Funktion: die inhaltliche und zeitliche Gängelung der Studierenden und Lehrenden, in kürzester Zeit nur noch das zu lernen bzw. zu lehren, was zur Qualifizierung für die unmittelbare Verwertbarkeit als Arbeitskraft nötig erscheint. Jeder kritische Gesellschaftsbezug, jede langfristige Entwicklungsperspektive und allgemeinbildende Aspekte sollen so ins Abseits gedrängt werden.

Wir wollen die vorgefundenen Studienbedingungen nicht als gegeben und unabänderlich hinnehmen, sondern Einfluss auf die Gestaltung unseres Studiums, auf die Inhalte und die Organisation nehmen.

Dafür organisier der FSR Soziale Arbeit & Bildung und Erziehung in der Kindheit zusammen mit dem AStA eine hochschulweite Fachtagung, auf der wir über die Bedingungen an den Hochschulen und die Voraussetzungen und Möglichkeiten für eine kritische Wissenschaft diskutieren wollen.

(Fachtagung des FSR Soziale Arbeit & Bildung und Erziehung in der Kindheit zusammen mit dem AStA Haw Hamburg)

Programm:

Donnerstag, 28.11
Die gescheiterte Hochschulreform – warum die „unternehmerische Hochschule“ nicht funktioniert
Vortrag und Diskussion mit Torsten Bultmann (Bund demokratischer Wissenschaftler)
Versammlungsstätte,14:30- 17:00 Uhr

Freitag, 29.11.
Begrüßung und Vorstellung der Workshops
10:00- 10:45

Workshops:
11:00 – 13:30 Uhr

Solidarität oder Konkurrenz am Beispiel des Zuteilungsverfahrens
FSR Soziale Arbeit & Bildung und Erziehung in der Kindheit mit Studierenden aus Berlin
R. 0.15

Prekäres Praktikum – 0 €* sind nicht genug!
Junger DBSH Hamburg und das Netzwerk prekäres Praktikum
R. 0.23

Betriebswirtschaftlich oder Weltoffen?
Zur Novelle des Hamburger Hochschulgesetzt GEW und Fachschaftsrätekonferenz der Uni Hamburg
Theaterraum

Abschlussvortrag – „Was ist kritische Wissenschaft?“
mit Prof. Dr. Morus Markard (Psychologie Professor an der FU Berlin
Versammlungsstätte, 15:00- 17:30

Tanzen.Besetzen.Mieten zerfetzen!

Raven gegen Wohnungsnot“ geht in die 2. Runde!

Nachdem wir schon letztes Jahr eine grandiose Nachttanzdemo gemacht haben, möchten wir auch dieses Jahr mit Euch die „Verhältnisse zum Tanzen“ bringen! Wir haben genug von teuren Mieten! Wir haben genug von Zwangsräumungen! Wir haben genug von Notunterkünfte,wie Turnhallen! Wir haben genug von Olaf Scholz und seiner SPD! Wir sagen: Schluss damit! Nicht mit uns!

Seid dabei am 18.10.13, wenn wir durch die Stadt ziehen, tanzen, laut sind, bunt sind, kreativ sind.

****Line up****
Hoppe,Baskind, Flexxi (Rotzige Beatz)
Harre (Click)
PunktPunkt (Like Birdz)

Konzept 2013

„Man wird sagen, es sei recht wenig, was das einzelne Individuum seinen Kräften gemäß zu ändern vermag. Was nur bis zu einem gewissen Punkt stimmt. Denn der einzelne Mensch kann sich mit all denen zusammenschließen, die dieselbe Veränderung wollen, und wenn diese Veränderung vernünftig ist, kann der einzelne sich in einem imponierenden Ausmaß vervielfachen und eine Veränderung erzielen, die viel radikaler ist, als es auf den ersten Blick möglich erscheint.“
Antonio Gramsci, „Gefängnishefte“, Heft 10 (1932 – 1935), § 54, „Einführung in das Studium der Philosophie. Was ist der Mensch?“

Die Verfasste Studierendenschaft (VS) ist die durch Studierende erkämpfte institutionalisierte Möglichkeit sich solidarisch organisiert für die sozialen, politischen und kulturellen Interessen der Studierenden einzusetzen. Damit hat sie große Wirkungsmöglichkeiten und Verantwortung für Verbesserungen in der Hoch-schule und über sie hinaus. Dabei ist die Studierendenbewegung traditionell relevanter Teil der gesellschaftlichen Opposition. Ihre Kämpfe waren und sind auch heute wesentlich von Ansprüchen an gesellschaftlich verantwortungsvolle Wissen-schaft und demokratische Teilhabe aller Hochschulmitglieder bestimmt.
Aufgabe der Gremien der VS ist es, in Auseinandersetzungen um bildungs-, wissenschafts- und hochschulpolitische Fragen einzugreifen, die Studierenden über aktuelle Entwicklungen in diesen Bereichen aufzuklären und studentisch politische und kulturelle Aktivitäten zu unterstützen und zu initiieren.

Der Fachschaftsrat (FSR) ist die Interessenvertretung eines bestimmten Studien-gangs/einer Fachrichtung, also eine Basisorganisation, die oft die erste Anlaufstelle für Probleme und Fragen innerhalb sowie außerhalb des Fachbereichs ist. Sie sind zudem für Erstsemester wichtige Anlaufstellen, da sie mit ihren Aktivitäten zu Studienbeginn (z.B. in der OE-Woche) gute Gelegenheiten bieten, erste Kontakte zu schließen. Sie bilden auch für Studierende, welche sich zusammen über die vorgefundenen Verhältnisse an der Hochschule und darüber hinaus kritisch verstän-digen wollen, die Möglichkeit, sich zu organisieren, um Handlungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Der ständige Austausch über Entwicklungen am eigenen Fachbereich, aber auch darüber hinaus, ist eine Grundlage der Arbeit des Fachschaftsrates. In der Auseinandersetzung über Studienstrukturen und Wissenschaftsinhalte haben FSRe große Wirkungs- und Einflussmöglichkeiten. Mit gemeinsam organisierten Veran-staltungen, Aktionen und Kritik, sowie mit Diskussionen zur Information und Aufklärung können Studierende als größte Mitgliedergruppe der Hochschule an Entscheidungen mitwirken und sich für Veränderungen einsetzen. Gemeinsam kann so für Verbesserungen und eine solidarische Kultur im Fachbereich und auch erwei-tert in der akademischen Selbstverwaltung (Departmentkonferenz, Fakultätsrat, Hochschulsenat) und den Gremien der VS (Studierendenparlament, Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA), Fachschaftsrätekonferenz) eingegriffen werden.

Dieses Engagement bringt Freude und gelingt am besten, je mehr Studierende sich zusammenschließen und aktiv werden. Diese Broschüre über unsere Unter-nehmungen des letzten Jahres im FSR sei ein Beitrag dazu.


Departementkonferenz in der Kontrabar
Am 19.12.2013 lud der FSR zur studentisch organisierten Departmentkonferenz in die Kontrabar ein. Dies hatte den Grund, dass die Departmentkonferenz an unserem Department durch ein rein professorales Treffen ersetzt wurde. Dies bedeutete das alle anderen Mitgliedergruppen (Studierende, wissenschaftliche Mitarbeiter sowie Tech-nisches und Verwaltungspersonal) ausgeschlossen wurden und damit eine gemeinsame Beratung nicht mehr möglich war. Dies stand dem Ausbau demokratischen Strukturen an unserer Hochschule entgegen. Daher fordern wir den Erhalt des Beratungsgremiums, in dem sich gemeinsamen über die wirklichen Entwicklungsherausforderungen des Fachbereichs verständigt wird. Auf dieser Grundlage luden wir als FSR zu einer Departmentkonferenz ein, die erfolgreich unter Beteiligung aller Mitgliedergruppen stattfand. Es wurde über die Projektwoche, das Hochschulgesetz und über das Ausfallen der Departmentkonferenzen zugunsten des Professoriums diskutiert.
Als Konsequenz daraus finden die Departmentkonferenzen nun wieder regelmäßig mit der Beteiligung aller Mitgliedergruppen statt.

Projektwoche
Eine Woche im Semester können wir entgegen dem sonst engen Bachelor-Master-Studienalltag Veranstaltungen, Diskussionen, Exkursionen etc., die im momentanen Seminarbetrieb keinen Platz haben, selbst organisieren. Als FSR haben wir in den letzten Projektwochen besonders diesen emanzipatorischen Charakter erweitert, in der Perspek-tive das Studium so zu gestalten, dass selbstbestimmtes, kooperatives Lernen, in kri-tischem Gesellschaftsbezug möglich wird.
Diese neue Kultur befreiten Studierens durch kooperatives und interessengeleitetes Lernen in gemeinsamen Diskussionen und Aktivitäten wollen wir weiter ausbauen.

CHE-Boykott
Im November riefen wir als FSR zu einem Boykott des CHE-Hochschulrankings auf. Konkurrenzstiftende Rankings, die weiter auf Marktkonformität der Hochschulen setzen und damit auch eine höhere Marktabhängigkeit bedeuten, brauchen wir nicht. Auf Initiative des FSR wurde der Ausstieg des Departments Soziale Arbeit beschlossen. Statt eines Konkurrenzkampfes zwischen den Hochschulen fordern wir als Grundlage für Qualität in Forschung und Lehre eine bedarfsgerecht ausfinanzierte Hochschule. Hierfür muss die Schuldenbremse gelöst werden. Daher unterstützen wir die Kampagne „Verbesserungen beginnen … mit der Beendigung von Verschlechterungen“
(www.verbesserungen-beginnen.de).

EinklägerInnen
Wir als FSR zeigen uns solidarisch mit allen, die nur durch ein Einklageverfahren das Studium aufnehmen können. Der Ausbau der Studienplätze – damit alle ihr Recht auf Bildung verwirklichen können – ist eine unserer grundsätzlichen Forderungen.
Daher organisieren wir mit den EinklägerInnen Möglichkeiten für Vernetzung und Beratung.

Orientierungswoche
Entgegen dem Verständnis, dass die Orientierungswoche dazu dient, beizubringen, wie man sich möglichst gut mit den gegeben Studienbedingungen arrangiert, haben wir mit Fachschaftsaktiven die Gestaltungsmöglichkeiten als Mitglied der Hochschule in den OE-Gruppen thematisiert. Nicht ein Klarkommen mit ärgerlichen Studienbedingungen, sondern deren gemeinsames Überwinden hin zu einer Verbesserung des Studiums für alle ist die freudige Alternative.
Statt also möglichst schnell und brav das Studium zu bewältigen, gilt es sich als Studierende von der SchülerInnenperspektive zu befreien und sich als kritisch eingreifende WissenschaftlerInnen zu verstehen.

Hamburger Hochschulgesetz
Bereits 2010 hat das Bundesverfassungsgericht dem Hamburgischen Hochschulgesetz (HmbHG) in seiner derzeitigen Fassung – auf Initiative aktiver Hochschulmitglieder – erhebliche Demokratiedefizite bescheinigt und das Gesetz für Verfassungswidrig erklärt. Erst im Sommer vergangenen Jahres hat der politische Senat einen Entwurf für die Überarbeitung vorgelegt, welcher die zukünftige Hochschulentwicklung bestimmen soll. Doch entgegen der gesellschaftlichen Verantwortung der Hochschulen sollen sie weiterhin genötigt werden, sich den Anforderungen von Unternehmen und Lobbyisten für Standortkonkurrenz zu unterwerfen und ihre inhaltliche Ausrichtung marktkonform zu gestalten.
Der FSR setzt sich in dieser Auseinandersetzung für eine Weiterentwicklung von Bildung und Wissenschaft entgegen dieser Ideologie der „Unternehmerischen Hochschule“ mit Top-Down-Hierarchien für eine wirkliche Redemokratisierung der Hochschule ein. Eine Studienreform entgegen dem Bachlor/Master-Schmalspurstudium ist dafür zwingend notwendig. Für eine Wissenschaft und Forschung, welche sich kritisch mit den bestehenden Verhältnissen auseinandersetzt und für eine friedliche, soziale und nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft wirkt.
Diese Ansprüche haben wir gemeinsam mit anderen Aktiven an der Hochschule in Stellungnahmen und Anhörungen zur Geltung gebracht. Dies gilt es nun gemeinsam zu erweitern.
Hinaus aus der Enge !

Refugees Welcome

Liebe Kommiliton:innen,

am 19.10.13 findet in Rostock eine landesweite Demonstration „Solidarität mit den Flüchtlingen“ statt. Wir wollen ein deutliches Zeichen der Solidarität mit allen Geflüchteten setzen und gegen die unhaltbaren rassistischen Zustände, denen Flüchtlingen in Deutschland ausgesetzt sind, demonstrieren.
Überall in Deutschland macht sich derzeit ähnlich wie vor 20 Jahren rassistische Hetze gegen Asylsuchende breit. Neben der NPD wettern auch rassistische Gruppierungen und selbsternannte Bürgerinitiativen gegen die Aufnahme von Flüchtlingen in ihrer Umgebung und versuchen diese unter anderem mit Hunderten von Unterschriften, Flyern und Petitionen energisch zu verhindern. Ähnlich wie Anfang der 1990er Jahre zeigt sich die herrschende Politik auch heute unfähig und unwillig, sich dem rassistischen Aufbegehren von BürgerInnen und Neonazis entgegenzustellen. Stattdessen werden Asylsuchende mit einer konstruierten „Einwanderung in die Sozialsysteme“ zu Sündenböcken für gesellschaftliche und soziale Probleme gemacht und das Recht auf Asyl von der neoliberalen Sparpolitik als unbezahlbar dargestellt. Dass Flüchtlinge in Deutschland nicht willkommen sind, zeigt sich an den bereits seit Jahrzehnten existierenden rassistischen Sondergesetzen, die bis heute einen grauenvollen Alltag prägen.
Während Flüchtlinge seit über einem Jahr bundesweit massiv gegen diese rassistischen Gesetze auf der Straße mit Demonstrationen, Hungerstreiks und Protestcamps ankämpfen, werden ihre Forderungen von den Behörden und der Politik ignoriert und ihr Kampf kriminalisiert. Hochschulen und alle ihre Mitglieder stehen als wissenschaftlich eingreifende Akteure der Gesellschaft in dringender Verantwortung aufklärerisch gegen die Reproduktion von Rassismus zu wirken.

Daher wollen wir am 19.10 zusammen mit Bussen aus Hamburg nach Rostock fahren (und auch zurück).
Buskarten gibt es für 5 Euro auf der Infoveranstaltung.

Alle die mitfahren wollen, oder auch sonst Interesse haben, laden wir zu einer Mobi-und Infoveranstaltung am 15.10 um 19 Uhr in der KontraBar (R.0.15) ein.

Die Facebookveranstaltung zu der Infoveranstaltung findet ihr hier: https://www.facebook.com/events/528341313917047
Weitere Infos zur Demo findet ihr hier: antifarostock.wordpress.com

Viele Grüße
euer Fachschaftsrat

Verbesserungen beginnen mit Beendigung von Verschlechterungen

Nach wie vor stellt die vom Senat verfolgte Linie aus Schuldenbremsenorientierung ein ernstzunehmendes und zu überwindendes Hindernis für die Verwirklichung weitreichender positiver Ambitionen dar. Dementgegen geht es ebenfalls nach wie vor darum aus den Einrichtungen, Institutionen und Organisationen heraus für ihre jeweilige spezifische gesellschaftliche Bedeutsamkeit Partei zu ergreifen und gemeinsam unsere Ansprüche für eine allgemeinwohl- und friedensorientierte Entwicklung für alle zu heben. Dafür darf es in den öffentlichen Einrichtungen für Soziales, Bildung, Kultur und Gesundheit keine weiteren Verschlechterungen geben. Seit November 2012 engagieren wir uns zusammen mit anderen Hoschulmitgliedern in einem Bündnis mit Gewerkschaften, Sozialverbänden und anderen Aktiven mit der Unterschriftenkampagne „Verbesserungen beginnen mit der Beendigung von Verschlechterungen“ für die Zurücknahme der Schuldenbremse.

Am 15.10. wollen wir im Rathaus wieder Unterschriften übergeben zu der von uns unterstützen Kampagne „Verbesserungen beginnen … mit der Beendigung von Verschlechterungen“, die sich gegen die Kürzungspolitik des Hamburger Senats richtet.
Bislang sind wir bei einem Stand von 5766 übergebenen Unterschriften (Stand: 02.08.2013).

Die Kampagne ist nach wie vor sehr aktuell, richtig und sehr wirksam in ihrer solidarischen Bezugnahme auf einen gemeinsam aus der Bevölkerung heraus zu realisierenden grundsätzlichen und notwendigen Politikwechsel.
Jetzt muss es darum gehen, dass wir unseren Ambitionen Nachdruck verleihen und in den Auseinandersetzungen nachlegen um neu positiv bestimmend zu sein.
Lasst uns daher wieder neu aktiv werden, Unterschriften in den Einrichtungen und in der Stadt sammeln und mit unseren Mitmenschen diskutieren, um so für alle Menschen zu verallgemeinern, dass es richtig und freudvoll ist in den Bereichen Soziales, Bildung, Gesundheit und Kultur und den hier vorhandenen öffentlichen Einrichtungen für Verbesserungen zu kämpfen und somit selbst (!) hervorzubringen.

Unterschriften Listen können im FSR Raum der Sozialen Arbeit (R.014) abgeholt werden, unterschriebene Listen in unser Postfach, oder im FSR Raum abgegeben werden.

Stellungnahme zum Entwurf eines neuen Hochschulgesetzes

Die Krise der Hochschulen ist durch die Einschränkungen der Mitbestimmungsmöglichkeiten ausgelöst worden. Besonders schädlich waren dabei auch die Einführung von Studiengebühren, die tiefgreifende Entdemokratisierung und die Durchsetzung eines restriktiven gestuften Studiensystems. Das Zusammenwirken dieser Elemente hat kein vorher bestehendes Problem gelöst, sondern die Unterfinanzierung, die Konkurrenz der Arbeitsbereiche, die Isolation und Anonymität im Studium und den sozialen Druck auf Lehrende und Lernende nur verschärft. Die Hochschulen brauchen jetzt deshalb eine zügige Rekonstruktion von Mitbestimmung, sozialer Offenheit und verbesserte Bedingungen für ein produktives und faires Miteinander.

Hochschulen kommt eine gesellschaftliche Verantwortung für eine friedliche, demokratische, sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung zu. Forschung und Lehre sollen zum gestaltenden Eingreifen in die Gesellschaft ermutigen und einer global menschenwürdigen Zivilisation dienen.

Kooperative Entscheidungsfindung auf argumentativer Grundlage als die kulturelle und strukturelle Voraussetzung für die Herausbildung und Verwirklichung emanzipatorisch eingreifender Wissenschaft muss die unternehmerische Hochschule mit ihren unproduktiven Managementstrukturen und ihrer aufreibenden Eigenverantwortungsideologie ablösen

Demokratisierung als wirklicher Bruch mit der unternehmerischen Hochschule erfordern: 

  • Die Abschaffung des Hochschulrates und die Einführung eines Konzils,
  • Die verbindliche Wiedereinführung von demokratischen Gremien auf
    Fachbereichsebene und ihre finanzielle Ermöglichung,
  • Abschaffung der Ziel- und Leistungsvereinbarungen und der „leistungsorientierten“ Mittelvergabe zugunsten einer bedarfsorientierten Mittelverteil
  • Die Stärkung der Gremien und die Rückführung von Leitungsfunktionen auf Koordinierungs- und Sprecher*innenfunktionen,
  • Ein Absehen von Zwangsexmatrikulation und Zwangsfristen zur Ermöglichung kontinuierlicher demokratischer Beteiligung aller,
  • Die kombinierte Zulassung zu Bachelor und Master und die Ermöglichung der Rückkehr zu klassischen Studiengängen (Diplom, Magister, Staatsexamen)
  • Die Abschaffung der Verwaltungsgebühren,
  • Das politische Mandat der Verfassten Studierendenschaft und die Stärkung der FSRe,

Dafür ist ein demokratisches Gesetzgebungsverfahren mit öffentlichen Diskussionsforen und Anhörungen der Hochschulen und Gewerkschaften unabdingbar!

Diesen positiven Vorhaben wirken die Kürzungspläne des Hamburger Senats mit der Streichung von Professuren und Studienanfängerplätzen direkt entgegen. Begründet wird das weiterhin dogmatisch mit der Schuldenbremse – sie ist irrational und perspektivlos, weil der Mensch in seiner Entwicklung eingeschränkt wird. Die Schuldenbremse ist daher sofort zu lösen.

Projektwoche SoSe 13

11:00 – 13:00 Uhr: Podiumsdiskussion
mit Timm Kunstreich, Prof. Dr. Marion Panitztsch-Wiebe, VertreterInnen aus dem AKS und aus der Praxis.
Folgenden Fragen wollen wir hierbei nachgehen:
Ist-Zustand: Inwieweit ist Soziale Arbeit politisch?
Notwendigkeit: Inwieweit ist politisches Handeln aktuell notwendig?
Ausblick: Welche Möglichkeiten des politischen Handelns gibt es? Wozu?

13:00 – 14:00 Uhr: Mittagspause

14:00 – 15:30 Uhr: Workshops
Inhaltlich beziehen sich die Workshops auf politische Handlungsfelder der Sozialen Arbeit.

Workshop I · Prof. Dr. Kalpaka & Herr Treber ·
Kritische Psychologie in Bezug auf Handlungsfähigkeit in der neoliberaler Ausbildung der Sozialen Arbeit an der Hochschule

Workshop II · Deutscher Berufsverband Soziale Arbei [J]DBSH ·
Soziale Arbeit und dessen gewerkschaftliche Perspektive

Workshop III · Arbeitskreis kritische Sozialarbeit (AKS) ·
Die Parteiliche Soziale Arbeit

Workshop IV · Alumnis ·
Errungenschaften und Kämpfe der Sozialen Arbeit in den 68ern bis heute

16:00- 17:30 Uhr: Abschlussrunde

18:00- 22:00 Uhr: Grillen und Chillen

Für Grillgut, Getränke, sowie DJs wird gesorgt sein, sodass einem gemeinsamen Ausklang draußen auf dem Campus nichts mehr im Wege steht.

Die Versammlungsstätte wird den ganzen Tag über geöffnet sein. Hier können wir uns nach den Workshops und in den Pausen an der Buttonmaschine, sowie an einer Siebdruckmaschine kreativ ausleben! Gerne könnt ihr auch eigene zu bedruckende Stoffe mitnehmen.

Der Ort ist: HAW Hamburg, Fakultät Wirtschaft und Soziales: Alexanderstraße 1. Die Versammlungsstätte ist im EG, neben der Cafeteria.