Für die Ausfinanzierung der Hochschulen zur positiven Entwicklung der Gesellschaft

Hochschulen können Erhebliches zur positiven Entwicklung des Gemeinwesens beitragen. Sie können Lösungsansätze und Perspektiven für gesellschaftliche Problemlagen wissenschaftlich erarbeiten und so friedenschaffend, Elend überwindend und demokratiefördernd wirken.
Gegen diese gesellschaftliche Verantwortung steht die jahrelange Unterfinanzierung der Hochschulen, die durch die sogenannte Schuldenbremse noch verschärft werden soll. Die Kürzungen an den Hochschulen bedeuten z.B., dass weitere Professuren gestrichen, Räume und Ausstattung noch unzureichender saniert bzw. ausgebaut und Studienplätze abgebaut werden statt neue zu schaffen. Das sind menschenunwürdige Zustände und weder förderlich für eine angemessene Weiterentwicklung von Wissenschaft, Lehre und Forschung – noch für gute Arbeitsbedingungen.

Vor diesem Hintergrund rufen die Studierendenvertretungen aller Hamburger Hochschulen im Bündnis mit vielen anderen Hochschulmitgliedern zur gemeinsamen Demonstration auf.

Davor sind alle Hochschulmitglieder und Interessierte zur Vollversammlung eingeladen, um sich gemeinsam über die Lage zu verständigen und anschließend zusammen demonstrieren zu gehen.


Die Hamburger Hochschulen sind Einrichtungen dieser Stadt für die Bevölkerung. Sie wollen mit ihrer Arbeit zu einer friedlichen, sozialen, demokratischen, ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft beitragen. Sie haben die Aufgabe, wissenschaftlich die Welt zu durchdringen, die aktuellen Verhältnisse in ihrer historischen Entstehung kritisch zu reflektieren. Daraus müssen Lösungsansätze und Alternativen zum Status quo erarbeitet und im Sinne der Allgemeinheit gesellschaftlich durchgesetzt werden. Die Wahrnehmung dieser Verantwortung muss ausgeweitet werden (können).

Dagegen richtet sich die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen, sowie die aktuelle Politik des Hamburger Senats. Diese besteht darin:

  • Die forcierte Ausrichtung der Hochschulen auf Wirtschaftscluster durch das „Strategiepapier“ des Senats gegen den Willen und die Verantwortung der Hochschulen.
  • Ein für die Demokratisierung der Hochschulen unzureichendes Hochschulgesetz, trotz der Novelle vom 8.7.2014.
  • Verschleppung der notwendigen Baumaßnahmen.
  • Von den „BAföG-Millionen“ geht kein Cent an die Hochschulen.

Die Mitglieder der Hochschulen nehmen diese Ärgernisse zum Anlass, die öffentliche Auseinandersetzung und den Protest für grundlegende Verbesserungen für Bildung und Wissenschaft in Studium, Lehre und Forschung gegen die jahrzehntelange Unterfinanzierung und für die bedarfsgemäße Ausfinanzierung zu intensivieren.

Auch mit Blick auf die Haushaltslesungen in der Bürgerschaft gehen wir als Mitglieder aller Hamburger Hochschulen am Dienstag, den 09.12.2014, ab 14 Uhr gemeinsam auf die Straße,um einzutreten für:

  • Eine demokratische statt unternehmerische Hochschule u.a. durch demokratische Gremien auf allen Ebenen und Abschaffung des Hochschulrats.
  • Emanzipatorische Bildung statt Erziehung zu Konformität u.a. durch problemorientiertes, kritisches Projektstudium und forschendes Lernen.
  • Kooperatives Lernen statt Paukerei unter Konkurrenzdruck u.a. durch Masterplätze für Alle und Verringerung der Prüfungsdichte.
  • Verantwortungsvolle Wissenschaft statt verordneter inhaltlicher und kultureller Unterwerfung unter Drittmittel u.a. durch Grundfinanzierung und Orientierung an der Lösung epochaler Schlüsselprobleme.
  • Soziale Perspektive statt sozialer Not u.a. durch Beseitigung prekärer Beschäftigungsverhältnisse mit Entfristung und Lohnerhöhung.
  • Solide Gebäude statt Ruinen u.a. durch bedarfsgerechte Sanierung und Ausbau der Gebäude.
  • Kritische Kultur statt Kommerz-Orientierung u.a. durch öffentliche Förderung der wissenschaftlich-kulturellen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Entwicklungen.
  • Bedarfsgemäße Ausfinanzierung statt konkurrenzschürende Unterfinanzierung u.a. durch staatliche Mehrausgaben und Umverteilung von oben nach unten.

Die aktuelle Politik des Kürzungswahns, zumal in einer der reichsten Städte der Welt, ist zum großen Schaden von Bildung und Wissenschaft. Damit schadet sie allen Menschen, denn sie schränkt die Hamburger Hochschulen darin ein, ihrer Aufgabe gerecht zu werden, durch Bildung, Wissenschaft und Kultur einer positiven Entwicklung der Gesellschaft zu dienen. Das wollen wir ändern!

Vollversammlung
Dienstag, 09.12.14, 12:00 Uhr in der Aula, Berliner Tor 21

Eingeladen sind alle Mitglieder der Hochschule

Im Anschluss wollen wir zusammen zur Demonstration gehen:

Demonstration als Sternmarsch
14 Uhr Campus Berliner Tor (HAW & HfBK)