Semesterabschlussfeier

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg sieht sich in der Verpflichtung, in ihrem
wissenschaftlichen und didaktischen Wirken und Verwaltungshandeln gesellschaftliche Verantwortung
zu übernehmen und sich in Lehre, Forschung und Weiterbildung nachhaltig für die friedliche
soziale, politische, technische, ökologische und ökonomische Entwicklung der Gesellschaft einzusetzen.
Forschung, Lehre und Studium an der HAW Hamburg sind friedlichen Zielen verpflichtet.
„Zivilklausel“-Beschluss des Hochschulsenat der HAW Hamburg vom 12.11.2015

Das Wintersemester 2015/16 geht zu Ende. Wir finden, dass dieses Semester viel bewegt wurde: Von der Abwahl einer undemokratisch agierenden Hochschulpräsidentin und einem zu oft gegen die Hochschulmitglieder arbeitenden Kanzler, dem Beschluss einer Zivil – und Antidiskriminierungs Klausel in der Grundordnung der Hochschule, bis hin zu der bei allen Schwierigkeiten erfolgreichen Wahl zum Studierendenparlament.
Oft geht es im (Studien-)Alltag und dem Vielen was anliegt unter, sich die gemeinsamen Erfolge und Errungenschaften, die neu geschaffenen Möglichkeiten, auf denen wir im neuen Semester anknüpfen können, bewusst zu machen und diese zusammen zu feiern!

Desswegen laden wir alle zur Semesterabschlussfeier ein:
Donnerstag, 28.01.16, ab 18:00 Uhr
Alexanderstraße 1, Kontrabar (R. 0.15)
Zu Beginn wollen wir den Film „Pappa Ante Portas“ von Loriot gucken
Danach: Musik & Tanz

Wir wollen feiern:

Hochschulen für den Frieden: Zivilklausel!
Im November hat der Hochschulsenat (höchstes demokratisches Gremium der akademischen Selbstverwaltung der Hochschule) eine Zivil- und Solidaritätsklausel für die Präambel der Grundordnung der HAW beschlossen. Darin wird die gesellschaftliche Verantwortung der HAW für eine positive gesellschaftliche Entwicklung betont, sowie sich gegen Rassismus und Diskriminierung positioniert.
Diese Kriterien als Leitsatz der Aktivitäten der Hochschulmitglieder weisen darauf hin, wie wichtig es ist, dass (und wie) Hochschulen sich innerhalb gesellschaftlicher Auseinandersetzungen positionieren – gerade in der aktuellen Weltlage.

Parteiliche Wissenschaft: Solidarität mit Geflüchteten! & Etwas Besseres als Olympia!
In diesem Sinne wurde sich von etlichen Stellen der Hochschule in die Flüchtlingspolitik eingemischt und aus den Wissenschaften Partei ergriffen für die vor Krieg und Armut geflüchteten Menschen.
Auch in der Auseinandersetzung um die Austragung der Olympischen Spiele in Hamburg trugen die aufklärenden Aktivitäten aus den Hochschulen einiges dazu bei, dass – trotz der intensiv unternommenen medial unterstützten Eingemeindungs-Kampagnen – die richtige Entscheidung getroffen wurde: Dass etwas ganz anderes anliegt als so ein auf Geschäfte abzielenes Großprojekt!
Hochschulen, das heißt alle in ihr Tätigen (ob in der Forschung, oder in den Seminaren), haben hohe Bedeutung aufklärend zu wirken: Gegen alle Lügen und Verklärungen, wie Fremdenfeindlichkeit, Meinungsmobilisierung zu Kriegen etc. die Wahrheit ans Licht zu bringen.

Kritische Bildung statt Bulimielernen!
Ein Beispiel für eine solche Parxis an den Hochschulen ist die Projektwoche an unserem Department. In dieser gingen wir z.B. Fragen nach wie:
Was sind die Grundzüge eines (humanitären) Ausländerrechts? Worin besteht die Entfremdung in unserer Gesellschaft? Kann eine Antidiskriminierungspädagogik innerhalb Konkurrenzhafter gesellschaftlichen Strukturen gelingen? Wie müssen die stationäre Erziehungshilfen in Hamburg weiter entwickelt werden?
Diesen (und weiteren) gesellschaftlichen Herausforderungen stellten wir uns in den zahlreichen Veranstaltungen – hier wird deutlich, welches Potential im Studium stecken kann, wenn es von Restriktionen befreit wird. Diesen Fragestellungen mit genügend Zeit näher nachgehen, statt uns von Creditpoints, Klausuren und Noten treiben zu lassen. Raus aus dem Trott des BA/MA- Hamsterrades!

Demokratie statt Hierarchie
Damit diese Entwicklungstendenz an der HAW von uns weiter ausgebaut werden kann, sind noch einige Hürden zu überwinden.
Dies gelingt nur in einer demokratisch organisierten Hochschule, der alle Mitglieder zusammen ermöglicht, sich an den Entwicklungen zu beteiligen. Das Widerspricht der Haltung, dass Hochschulen Unternehmen seien und entsprechend samt ihrer Mitglieder von Oben gemanagt werden müssten. Für eine solche gegen die Interessen der Mitglieder gerichtetes Agieren mussten die ehem. Präsidentin und Kanzler die Hochschule verlassen. Diese Entscheidung des Hochschulsenat ist ein in neuer Qualität gesetztes Statement für gelebte Demokratie.
Auch die Wahl des neuen Studierendenparlaments in der Verfassten Studierendenschaft unterstreicht dies und schafft für die Studierenden neue Möglichkeit, wieder bedeutender Akteur in den Auseinandersetzungen an den Hochschulen, der Stadt und darüber hinaus zu werden. Dies gilt es jetzt weiter zu verfolgen, u.a. bei der AStA Wahl.

Im Lichte dieser Entwicklungen stehen auch die aktuelle Fragestellungen, an denen Mitglieder des Departments zusammen arbeiten:

  • Wie stellen wir uns die Begrüßung neuer Studierenden vor und was wollen wir in diesem Sinne an der OE ändern?
  • Wie soll das neue demokratische Entscheidungsgremium auf der Departmentebene („Departmentrat“) ausgestaltet sein?
  • Welche Bedeutung hat die beschlossene Zivilklausel der HAW für unser Department?
  • Wie gelingt es, die vielen Aktivitäten zur Lage der Flüchtlinge mehr zusammen zu bringen und welche Konsequenzen hat die Situation auf unser Studium?
  • Wie können wir die prekäre Situation des Studiuminternen Praktikums ändern?

Alle sind eingeladen sich daran zu beteiligen, der FSR kann für dieses Engagement ein Organisationspunkt sein.