Gemeinsames Belegen: Für eine Alternative zum Zuteilungsverfahren
Dienstag, 22.11.16, 13:45 – 15:45 Uhr, Versammlungsstätte
Früher sind Studierende zu Beginn des Semesters einfach in die Seminare gegangen, die sie interessierten, ohne sich zu koordinieren. Das führte zu viel Chaos und erschwerte die Lehr- und Lernbedingungen zusätzlich.
Das Zuteilungsverfahren wie es jetzt ist, sollte ein Kompromiss sein zwischen individueller Beliebigkeit und einem starr vorgegebenen Stundenplan als Lösung. Doch zufriedenstellend ist es nicht (zufälliges Auslosen, überfüllte Seminare, genervte Studierende und Lehrende etc.). Aus der zunehmenden Kritik daran haben Studierende und Lehrende sich in den vergangenen Semestern mit möglichen Alternativen auseinandergesetzt.
Eine davon ist das „Gemeinsame Belegen“, ein Konzept, das bereits an der Alice-Salomon-Hochschule für Soziale Arbeit in Berlin erfolgreich praktiziert wird.
Im Kern geht es darum: Sich gemeinsam – bei Bedarf moderiert – über Wünsche, Interessen, Gründe, warum man ein Seminar besuchen möchte, etc. kooperativ zu verständigen und zu einigen. Damit wollen wir nicht nur die Seminare in einer kürzeren Zeit verteilen, sondern sie auch mit neuen Anregungen beginnen (statt passiv vor dem Computer zu sitzen und die Daumen zu drücken, dass man „gewinnt“).
Auf der Veranstaltung wollen wir einen Probedurchlauf durchführen, bei dem das Verfahren vorgestellt und dann an einer exemplarischen Wahl erprobt werden soll. Dabei können wir uns alle ein genaueres Bild machen, Fragen klären oder neue aufwerfen.
Das Straßenkinderprojekt KIDS: Es ist Zeit für eine Wende der Privatisierungspolitik!
Mittwoch, 23.11.16, 10:00 – 12:00 Uhr, im ZG 10 (Zwischengeschoss)
Aktuell droht das KIDS, Deutschlands größtes Straßenkinderprojekt am Hauptbahnhof, die räumliche Grundlage seiner Arbeit dauerhaft zu verlieren: Im Oktober wurden dem KIDS seine Räume im Bieberhaus, welche seit 1993 genutzt wurden, gekündigt. Als kurzfristige Zwischenlösung sollen Container in der Nähe des Hauptbahnhofs dienen, eine langfristige Perspektive fehlt jedoch, was bereits jetzt die jugendlichen Nutzerinnen und Nutzer gefährdet.
Im Jahre 2006 wurde das Bieberhaus zusammen mit 38 anderen Immobilien, die sich im Eigentum der Stadt Hamburg befanden, an die neu gegründete Investmentgesellschaft Alstria verkauft. Deren Geschäftsmodell basiert darauf, Gebäude ihren früheren Eigentümern teuer zurück zu vermieten.
Im Rahmen des Konzepts eines „sauberen Hauptbahnhofs“ vom Senat soll das KIDS nun einem protzigen Eingang für die „Belétage“ im 1. Stock weichen.
Was mit dem KIDS passiert, ist ein deutliches Beispiel der Konsequenzen von Privatisierungspolitik: Durch diese Politik wird das Allgemeinwohl hinter die Profitinteressen einzelner zurückgedrängt. Der Ausverkauf städtischen Eigentums bzw. Allgemeineigentums, erweist sich immer als schädlich für die Gesellschaft und die sozialen Belange der Menschen der Stadt. So wie der Verkauf des Landesbetriebs Krankenhäuser an den Asklepios-Konzern hat auch der Verkauf des Bieberhauses zu einem Verlust von demokratischen Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten geführt.
Auf der Veranstaltung wollen wir mit Burkhard Czarnitzki vom KIDS und Florian Muhl, Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Kindheit und Jugend (LAG KiJu), die Geschichte des Straßenkinderprojektes und den neuen Ansatz in den frühen 90er Jahren der niedrigschwelligen Sozialarbeit kennenlernen, sowie die aktuellen Konflikte diskutieren.
Warum muss das KIDS am Hauptbahnhof bleiben?
Wie können wir als Fachbereich im Sinne des Allgemeinwohls gegen die Privatisierungspolitik eingreifen und das KIDS im Kampf um seine Räume unterstützen?
